Der Neue ist ein Insider

Thomas Koller steht als neuer Geschäftsleiter der Thurgauer Kantonalbank für Kontinuität. Er kennt das Institut in- und auswendig und tritt sein Amt gerade rechtzeitig an, um bei der Strategieüberprüfung mitzuwirken.

Thomas Griesser Kym
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Hauptsitz der Thurgauer KB. Sie hat gut 700 Mitarbeitende und mit Thomas Koller einen neuen Chef. (Bild: Reto Martin (Weinfelden, 24. März 2014))

Hauptsitz der Thurgauer KB. Sie hat gut 700 Mitarbeitende und mit Thomas Koller einen neuen Chef. (Bild: Reto Martin (Weinfelden, 24. März 2014))

Was sich abgezeichnet hat, ist nun festgezurrt. Thomas Koller wird per 1. Januar neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurgauer Kantonalbank (TKB). Der 49-Jährige leitet das Institut interimistisch, seit Heinz Huber die TKB vor knapp einem Monat abrupt verlassen hat, um im neuen Jahr das Amt als Raiffeisen-Chef anzutreten. Schon unmittelbar nach Hubers Abgang hatte Koller als aussichtsreichster Kandidat für die definitive Nachfolge gegolten, sagte doch Bankratspräsident René Bock damals, am 20. November: «Wir streben eine interne Lösung an».

Koller kennt die TKB wie seine Westentasche. Seit 2011 ist er Leiter Privatkunden und Mitglied der Geschäftsleitung, seit vier Jahren war er Hubers Stellvertreter als TKB-Chef. «Koller erfüllt das Anforderungsprofil optimal», sagt Bock. Der Bankrat sei von Anfang an auf ihn zugegangen, habe viele Gespräche mit ihm geführt und keine anderen Kandidaten gesucht. Nach zwei Wochen Bedenkzeit sagte Koller zu.

Koller hat 30 Jahre Bankenerfahrung

Koller «denkt unternehmerisch und kundenorientiert». Das sagt nicht nur Bock, das ist auch von anderen Stimmen in der Kanto­nalbankenlandschaft zu hören. «Ich pflege eine teamorientierte Führung», sagt Koller. Insofern unterscheidet er sich kaum von seinem Vorgänger. Bock sagt, die TKB sei in der glücklichen Lage, dass die Geschäftsleitung gut aufgestellt sei. Kollers Stellvertreter als TKB-Chef wird Remo Lobsiger, Leiter Geschäftskunden. Das Privatkundengeschäft wird von Koller so lange in Personalunion weitergeleitet , bis seine Nach­folge geregelt ist. Laut Bock sucht die TKB hier intern und extern: «Wir lassen den Markt spielen.»

Koller hat einen prall gefüllten Rucksack. Banklehre beim Bankverein in Wil, diverse Aus- und Weiterbildungen, unter anderem an der Universität St. Gallen, danach verschiedene leitende Positionen beim Bankverein und bei Raiffeisen Schweiz. Letzte Station Kollers, bevor er 2011 bei der TKB anheuerte, war von 2003 bis 2010 die Leitung der Raiffeisenbank Flawil-Bichwil-Oberuzwil. In Flawil ist Koller auch wohnhaft. Die Bank kennt für den TKB-Chef keine Wohnsitzpflicht im Thurgau, er sollte aber in dessen Wirtschaftsraum zu Hause sein. Dazu zählt Bock unzweifelhaft auch Flawil. Laut Koller ist seine Familie in Flawil verwurzelt. Er könne sich aber vorstellen, eine Wohnung im Thurgau zu nehmen, müsse das aber noch mit den Steuerbehörden abklären.

Ein Chefwechsel zur rechten Zeit

Koller reizen an seiner neuen Herausforderung Themen wie Unternehmensentwicklung und -steuerung, die Verzahnung mit Personal- und Finanzwesen, mit der Kommunikation – und strategische Fragen. Insofern kommt laut Bock der Chefwechsel zur rechten Zeit, denn 2019 starte die TKB einen neuen Strategieprozess. An dessen Ende steht die Strategie für die nächsten Jahre. «Hier kann sich Koller gut einbringen», sagt Bock.

Als Leiter Privatkunden ist Koller im Thurgau schon gut bekannt. Als bisheriger Stellvertreter des Chefs hat er in dessen Abwesenheit auch schon Sitzungen der Geschäftsleitung geführt und war an Bankrats- und Strategiesitzungen dabei. «Ich habe in den vergangenen siebeneinhalb Jahren sehr vieles kennen gelernt», sagt Koller, der sich so auf seine neue Aufgabe «gut vorbereitet» fühlt. «Wenn man von aussen hereinkommt, kann das schwieriger sein.» Die Schwierigkeiten eines Neulings – solche wird in Bälde Heinz Huber als neuer Raiffeisen-Chef zu meistern haben.