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Elon Musk: Der Visionär, der mit seinem Latein am Ende ist

Elon Musk steht unter Druck: Investoren verlangen, dass der Konzernchef des Autobauers Tesla nicht mehr nur Versprechen abliefert.
Renzo Ruf, Washington
Elon Musk an einer Veranstaltung in Austin, Texas. (Bild: Jack Plunkett/AP, 9. März 2013)

Elon Musk an einer Veranstaltung in Austin, Texas. (Bild: Jack Plunkett/AP, 9. März 2013)

Auch ein Visionär weiss manchmal nicht mehr weiter. Seine Firma habe auf der operationellen Ebene die Talsohle durchschritten, verkündete ein emotionaler Tesla-Chef Elon Musk vergangene Woche einem Reporter der «New York Times». «Aber von einem persönlichen Schmerz-Standpunkt aus gesehen, steht das Schlimmste erst bevor.»

Da hat der 47-jährige Multimilliardär wohl recht. Denn die Anzeichen verdichten sich, dass seine bisherige Strategie, operationelle Probleme des revolutionären Autobauers mit lockeren Sprüchen und Marathon-Einsätzen in der Tesla-Fabrik aus der Welt zu schaffen, keine Zukunft hat. So gibt es Anzeichen dafür, dass dem Verwaltungsrat des Autobauers – der in seiner 15-jährigen Geschichte noch nie einen Jahresgewinn geschrieben hat – die flüssigen Mittel ausgehen.

Auch scheinen die Investoren, die Musk lange Jahre sämtliche Eskapaden verziehen hatten, die Geduld zu verlieren. So büsste die Tesla-Aktie allein in den vergangenen zwei Wochen gegen 20 Prozent ihres Wertes ein. Und, vielleicht noch wichtiger: Auch die Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) will das eigenwillige Vorgehen des gebürtigen Südafrikaners nicht mehr länger tolerieren. So wurde in den vergangenen Tagen bekannt, dass die SEC eine Untersuchung gegen Tesla eingeleitet habe.

Im Zentrum stehe dabei die Frage, ob Musk versucht habe, über den Kurznachrichtendienst Twitter den Aktienkurs seiner Firma zu manipulieren. Zuletzt hatte er Anfang August auf Twitter behauptet, er habe die notwendigen Mittel organisiert, um Tesla von der Börse zu nehmen. Dies entsprach nicht der ganzen Wahrheit, wie Musk rasch einräumen musste. Später hiess es, dass der Verwaltungsrat des Autobauers von der Ankündigung des Konzernchefs (und Hauptaktionärs) nicht erfreut gewesen sei.

Es gibt allerdings auch Stimmen, die sagen: Musk werde auch diese Krise überstehen – weil er schlicht und einfach ein Genie sei. Sie verweisen darauf, dass es dem Tüftler fast im Alleingang gelungen ist, Branchen auf den Kopf zu stellen, die jahrelang auf Autopilot geschaltet waren. So revolutionierte er in den späten Neunzigerjahren den elektronischen Zahlungsverkehr, als einer der Co-Gründer von PayPal. 2002 gründete er das Raumfahrtunternehmen SpaceX, das dank der innovativen Technologie der Falcon-Raketen zu einem Marktführer für Schwerlasttransporte im Weltall aufstieg. Auch mischt Musk mit seinem Bauunternehmen The Boring Company im lukrativen Geschäft mit Infrastruktur-Bauten mit. Die Idee für den Tunnelbau kam ihm angeblich, als er an der Westküste wieder einmal im Stau steckte.

Den Vorwurf, er schaffe es nicht, Prioritäten zu setzen, lässt Musk nicht gelten. Er sieht sich als Missionar, der keine andere Wahl habe, als die Welt zu revolutionieren – und bereit ist, dafür einen hohen Preis zu zahlen. Unter anderem opferte er seine Ehen. Übers Wochenende schrieb er auf Twitter: «Ford & Tesla sind die einzigen zwei amerikanischen Autobauer, die bisher nicht bankrottgegangen sind. Ich bin soeben von der Fabrik nach Hause zurückgekehrt.» Veröffentlicht wurde dieser Tweet am frühen Sonntagmorgen gegen 2.30 Uhr.

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