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DEVISENANLAGEN: Nationalbank verkauft US-Aktien

Nach kontinuierlichem Ausbau hat die Nationalbank ihre Anlagen in US-Aktien im ersten Quartal dieses Jahres deutlich reduziert. Von den Verkäufen waren vor allem die grossen Tech-Konzerne betroffen.
Gelder der Nationalbank sind im Budget von Schwyz nicht eingeplant. (Symbolbild / Keystone / Peter Klaunzer)

Gelder der Nationalbank sind im Budget von Schwyz nicht eingeplant. (Symbolbild / Keystone / Peter Klaunzer)

Mit Aktien im Wert von 91 Milliarden Dollar hatten die Anlagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in börsenkotierten Firmen in den USA Ende 2017 einen neuen Rekordwert erreicht. Ende März dieses Jahres waren es noch 83 Milliarden Franken, wie der eben veröffentlichten Statistik der US-Börsenaufsicht SEC zu entnehmen ist. Zwar hat sich der Boom an den Aktienmärkten im ersten Quartal dieses Jahres nicht fortgesetzt. Die Wertreduktion des SNB-Portefeuilles um acht Milliarden Franken lässt sich aber nicht durch gesunkene Kurse erklären. Vielmehr hat die Nationalbank US-Aktien in grossem Stil verkauft.

Beteiligung an Apple und Co. um Hunderte Millionen reduziert

Der Blick auf die Liste der 2‘483 Titel, die die Nationalbank der US-Börsenaufsicht quartalsweise melden muss, zeigt, dass vom Abbau vor allem die grossen Technologie-Konzerne betroffen waren. Die SNB-Beteiligung an Apple reduzierte sich in den ersten drei Monaten um 458 Millionen auf 2,78 Milliarden Dollar. Apple blieb damit aber das mit Abstand grösste US-Investment der SNB. Um dreistellige Millionenbeträge fuhr die Nationalbank auch ihre Beteiligungen an den Konzernen Amazon, Google, Microsoft und Facebook zurück. Gleiches gilt für das von Klimaschützern ins Visier genommene SNB-Engagement bei den Energieriesen Exxon Mobil und Chevron. All diese Konzerne figurieren aber nach wie vor unter den Top-Zwölf der SNB-Investitionen in den USA, mit Volumen zwischen 750‘000 und über zwei Milliarden Dollar.

Das nach Sektoren aufgeschlüsselte SNB-Engagement in US-Aktien hat sich gemäss einer Analyse der US-Technologiebörse Nasdaq im ersten Quartal bloss minim verändert. Mit 27 Prozent machten nach wie vor die Technologie-Aktien den grössten Anteil aus, gefolgt von den Titeln der konjunkturabhängigen Konsumgüterindustrie und des Gesundheitswesens. Der Anteil der Energieaktien hat sich um einen Punkt auf 7,35 Prozent verringert.

Sanfter Einstieg in den Ausstieg?

Sind die Aktienverkäufe in den USA ein Hinweis dafür, dass die Nationalbank mit dem Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik begonnen hat? Wohl kaum, wenn man den Äusserungen der Notenbankspitze Glauben schenkt. «Eine Straffung der monetären Bedingungen zum jetzigen Zeitpunkt wäre verfrüht und würde die positive Wirtschaftsdynamik deshalb unnötig aufs Spiel setzen», hatte SNB-Präsident Thomas Jordan Ende April an der Generalversammlung des Noteninstituts versichert. Allerdings mehren sich die Stimmen, die den aktuellen Kurs der SNB angesichts der deutlichen Abschwächung des Frankens und der guten Konjunktur nicht mehr für angebracht halten. Zu ihnen gehört der frühere SNB-Chefökonom Kurt Schiltknecht, der in der «Weltwoche» davor warnte, die gleichen Fehler wir Ende der 1970-er Jahre zu machen, als die lockere Geldpolitik mit einem Inflationsschub bezahlt werden musste.

Vielleicht führt die Nationalbank aber auch eine versteckte Agenda. Im Sinne der Aussagen von Finanzminister Ueli Maurer in unserer Zeitung. Es beste durchaus die Gelegenheit, sich einen Abbau des riesigen Devisenbergs jetzt zumindest zu überlegen, sagte er im Interview (vergleich Ausgabe vom 30.4.2018). Sobald solche Verkäufe sichtbar würden, erreiche man allerdings das Gegenteil. «Darum sollte man besser nicht darüber sprechen», sagte Maurer. Die Zahlen zeigen, dass der Höhepunkt bei den Devisenreserven möglicherweise überschritten ist. Sie verringerten sich in den ersten drei Monaten von 790 auf 768 Milliarden Franken. Der Aktienanteil ging trotz der Verkäufe in den USA nur geringfügig zurück, von 21 auf 20 Prozent.

Balz Bruppacher

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