DEVISENMARKT: Franken schwächelt vorübergehend zum Euro

Der Franken hat am Dienstag gegenüber dem Euro leicht geschwächelt. Am Morgen legte die europäische Gemeinschaftswährung kurzzeitig auf fast 1,04 Franken zu.

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Der Euro schwächte sich gegenüber dem Franken deutlich ab. (Bild: Keystone)

Der Euro schwächte sich gegenüber dem Franken deutlich ab. (Bild: Keystone)

Es folgte aber rasch wieder ein Abwärtstrend bis 12 Uhr mit einem Tagestiefstkurs von 1,009 Franken. Anschliessend ging es für den Euro wieder leicht aufwärts, gegen Abend wechselte er im Devisenhandel für rund 1,03 Fr. die Hand.

Nachdem die EZB am vergangenen Donnerstag ein billionenschweres Anleihenkaufprogramm angekündigt hatte, war der Euro gegenüber dem Franken bis zum Montagnachmittag unter die Paritätsgrenze gesunken.

Händler führten die Kursbewegung vom Dienstag auf mögliche Interventionen der Schweizer Nationalbank (SNB) zurück. SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine hatte in einem Interview in den Zeitungen «Tages-Anzeiger», «Der Bund», «24 Heures» und «Tribune de Genève» bekräftigt, die SNB sei aber grundsätzlich bereit, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren.

Das Währungsgefüge aus Euro, Dollar und Franken habe sich nach der Aufhebung des Mindestkurses noch nicht wieder eingependelt, sagte Danthine. Nach der EZB-Entscheidung für Staatsanleihenkäufe und den Wahlen in Griechenland werde es sicher noch einige Zeit dauern, bis sich ein neues Gleichgewicht am Devisenmarkt einstellen werde.

Warten auf US-Notenbank

Auch gegenüber dem Dollar setzte der Franken zur Berg- und Talfahrt an. Gegen 10 Uhr lag der Dollar bei 91,50 Rappen. Bis kurz vor 12 Uhr erstarkte der Franken aber wieder bis auf einen Wert von 89,36 Rappen, gegen Abend waren es wieder 90,50 Rappen.

Dem Dollar machte der Rückgang der Aufträge der US-Industrie zu schaffen. «Das könnte die Fed verleiten, mit der Zinserhöhung noch länger zu warten», sagte ein Händler. Bislang war für den Sommer mit einer Zinswende gerechnet worden. Euro kletterte über 1,14 Dollar und gewann damit im Tagesverlauf fast 2 US-Cent.

Alleine seit Jahresbeginn hatte der Euro zum Dollar rund 5 Prozent an Wert verloren. Die US-Notenbanker beraten bis Mittwoch die Geldpolitik. Bislang war nicht von einer Kursänderung ausgegangen worden. Analysten vermuten aber, dass die Aufwertung des Dollar den US-Unternehmen zusetzt. «Die werden sich aber sicher zu Wort melden, und das wird die Fed nicht ganz kalt lassen», sagte ein Händler.

sda