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Die Bank der Notenbanken warnt: Platzt die Börsenblase, kommt es zum Kater

Hohe Schulden und aufgeblähte Aktienmärkte bedrohen die Wirtschaft, schreibt die Bank für internationalen Zahlungsausgleich in ihrem Quartalsbericht.
Daniel Zulauf
Blick auf den Sitz der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone, 24. September 2018)

Blick auf den Sitz der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone, 24. September 2018)

Warnen gehört zum Geschäft jeder Notenbank. Deren gemeinschaftliches Institut, die in Basel ansässige «Bank für internationalen Zahlungsausgleich» (BIZ), macht darin keine Ausnahme. In ihrem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht legt die Bank der Zentralbanken zum wiederholten Mal den Finger auf die aufgeblähten Märkte für Aktien und Schuldpapiere, die nicht nur ein Risiko für die Anleger, sondern ebenso eine Gefahr für die Wirtschaft darstellten. Seit den 1980er-Jahren lasse sich zeigen, dass Wirtschaftsabschwünge häufiger durch entgleiste Finanzbooms ausgelöst werden als durch Massnahmen der Notenbanken zur Bekämpfung der Inflation, sagte Chefökonom Claudio Borio in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. In der Bemerkung verbirgt sich eine handfeste Warnung: Das äusserst behutsame und langsame Vorgehen der Währungshüter in Europa und Übersee, die Zinsen zu normalisieren, ist noch lange ­keine Versicherung gegen einen Rückfall in die Rezession. Eher bilden die extrem lockeren Finanzierungsbedingungen, unter denen sich Unternehmen, Staaten und private Haushalte seit Jahren verschulden können, die Quelle des nächsten Abschwungs.

Zwar sind die Kurse an den Aktienmärkten in den vergangenen drei Monaten teilweise kräftig gefallen, und gleichzeitig sind auch die Zinsaufschläge für riskantere Obligationen im Vergleich zu den sogenannt risikofreien Anleihen (von Staaten mit höchsten Bonitätsnoten) gestiegen. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Investoren die in der Luft liegenden politischen Gefahren wittern und eine vorsichtigere Haltung einnehmen. Doch alles in allem herrscht an den Märkten immer noch eine grosse Zuversicht. Das zeigt sich gemäss BIZ-Bericht besonders deutlich am US-Markt für Unternehmensanleihen. Die Bonitätsnoten von einem Drittel aller ausstehenden Anleihen liegt nur noch um Haaresbreite über dem Ramschniveau. Die Sicherheitsklauseln in den Kreditverträgen hochverschuldeter Firmen lauten in 80 Prozent der Fälle zum Vorteil der Schuldner und zum Nachteil der Gläubiger. Und die Verschuldung der Unternehmen im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt ist inzwischen höher als im Zenit der Finanzkrise.

Auch die Aktienmärkte seien trotz der Preiskorrekturen in den letzten Wochen immer noch hoch bewertet. Die Beobachtungen liefern Hinweise für eine neuerliche Finanzblase, die sich zehn Jahre nach der Finanzkrise erneut ­aufgebaut haben könnte. Gemäss früheren Forschungen der BIZ fallen Rezessionen, die durch das Platzen von Finanzblasen ausgelöst werden, deutlich schärfer aus als gewöhnliche Konjunkturabschwünge. Eine Erklärung dafür ist, dass in den Finanzzyklen zu viele Leute in relativ unproduktive Sektoren wandern. Dort bauen und verkaufen sie zum Beispiel zu viele Häuser oder machen Geldgeschäfte. Platzt die Blase, kommt zum Kater. Für BIZ-Ökonom Borio steht deshalb fest: «Die Marktanspannungen im vergangenen Quartal waren kein isoliertes Ereignis.» Vielmehr habe man bloss eine von vielen Unebenheiten auf dem langen und schwierigen Pfad der Normalisierung erlebt.

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