Die Blockchain für Edelsteine startet schon bald

Anfang Jahr hat das Gemmologische Labor des Luzerner Schmuck- und Uhrenhändlers Gübelin eine Blockchain für Farbedelsteine angekündigt. Nun ist klar, wann der Startschuss fällt und was die Nutzung kostet.

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Ziel der digitalen Datenkette ist es, Transparenz in die Lieferkette von Farbedelsteinen zu bringen. Im Bild wird ein Smaragd im Gemmologischen Labor von Gübelin auf Echtheit und Herkunft geprüft. (Bild: Dominik Wunderli (24. Januar 2013)

Ziel der digitalen Datenkette ist es, Transparenz in die Lieferkette von Farbedelsteinen zu bringen. Im Bild wird ein Smaragd im Gemmologischen Labor von Gübelin auf Echtheit und Herkunft geprüft. (Bild: Dominik Wunderli (24. Januar 2013) 

Das Gemmologische Labor des Luzerner Schmuckunternehmens Gübelin hat vor etwas mehr als einem Jahr ein in der Branche viel beachtetes DNA-Verfahren entwickelt, das die Herkunftsmine eines Farbedelsteins eruieren kann. Es ist eine Art Vaterschaftstest für Edelsteine mittels Nanotechnologie. Anfang Jahr kündigte das Gemmologische Labor an, dass das Projekt mit der Blockchain-Technologie erweitert werde. Ziel des Projekts ist eine digitale dezentralisierte Datenbank, in der die Informationen über den Lebenszyklus von Edelsteinen entlang der Lieferkette gesammelt werden.

Für die Provenance Proof Blockchain arbeitet das Gemmologische Labor mit dem Londoner Startup Everledger zusammen. Die Arbeiten haben laut einer Medienmitteilung von Gübelin Fortschritte erzielt - die Blockchain für Edelsteine nimmt Gestalt an. Aktuell laufe die Pilotphase, Ende Jahr soll diese abgeschlossen sein. Die globale Einführung der Blockchain erfolgt laut Medienmitteilung anlässlich der Edelsteinmesse in Tucson im Februar 2019.

Kostenloses Angebot für die ganze Branche

Laut Medienmitteilung ist die Provenance Proof Blockchain offen für die vollständige Nutzung durch alle Branchenteilnehmer, die bereit sind, auf Transparenz zu setzen - und sie ist kostenlos. Für die Nutzung der Blockchain fallen laut Gübelin keinerlei Gebühren an. Sowohl das Beisteuern von als auch das Zugreifen auf Daten sei kostenlos. «Wir haben beschlossen, die Provenance Proof Blockchain für jeden kostenlos zugänglich zu machen und unabhängig von unseren bestehenden Geschäftsbereichen zu führen. Die Familie Gübelin ist stolz, durch diesen Beitrag die Transparenz in unserer Branche zu fördern», lässt sich Raphael Gübelin, Präsident des Hauses Gübelin zitieren.

Alle Prozesse einschliesslich Registrierung und Hochladen von Daten können über ein Smartphone erfolgen. So könnten laut Gübelin alle Arten und Grössen von Interessenvertretern von der bequemen Nutzung der Provenance Proof Blockchain profitieren – artisanale Schürfer, kleine Genossenschaften, grosse Unternehmen, Schleifer, Händler, Grosshändler, gemmologische Labore, Juweliere, Schmuckmarken, Einzelhändler und auch Endverbraucher.

Marktwert wird nicht erfasst

Gübelin betont, dass die Provenance Proof Blockchain für Edelsteine und Schmuck unabhängig vom Gübelin Gemmologischen Labor oder Everledger ist. Zudem biete die Blockchain keinerlei Einblicke in den Marktwert der erfassten Edelsteine. Die Blockchain-Technologie gewährleiste die Integrität der Daten und werde als fälschungssicher eingestuft. (rom)