Brady Dougan
«Die Bundespräsidentin? Ich kenne Frau Widmer-Schlumpf»

Brady Dougan (52) ist seit vier Jahren Chef der Grossbank Credit Suisse. Wie lebt der amerikanische Top-Banker in der Schweiz? Wie arbeitet er? Wie gut kennt er die Politlandschaft? Lesen Sie hier, was er im «Magazin» dazu sagte.

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CS-Chef Brady Dougan: «Ich habe wenig Freizeit, wo immer ich bin.»

CS-Chef Brady Dougan: «Ich habe wenig Freizeit, wo immer ich bin.»

Keystone

Wann er aufsteht:
«Etwa um fünf Uhr fünfzehn. Ich stehe meistens zügig auf, setze mich in meinen Prius und fahre ins Büro. Um diese Zeit sind die Rotlichter noch nicht an, und man kann von Erlenbach bis Zürich durchfahren. Im Büro erledigte ich Mails und machte ein paar Anrufe. Dann ging ich joggen, wie meistens etwa acht Kilometer, den See entlang. Nachher ging es los mit Besprechungen, bevor die Präsentation der Quartalszahlen begann.»

Wie er in Erlenbach bei Zürich lebt:
Die meiste Zeit allein. «Meine Frau Laura ist Professorin für Biologie an der Yale-Universität in New Haven, manchmal besucht sie mich in der Schweiz.»

Wo und wie er sich ernährt:
«Meistens esse ich dreimal pro Tag im Savoy, wenn ich Leute geschäftlich treffe, zum Frühstück, zum Lunch, zum Nachtessen. Wenn ich mal zu Hause bin, koche ich etwas Einfaches.»

Wie viel er arbeitet:
«Ich habe wenig Freizeit, wo immer ich bin. Gestern zum Beispiel, dauerten die Meetings bis zehn Uhr, etwa Viertel vor elf war ich zu Hause, dann setzte ich mich auf meinen Hometrainer und fuhr Velo mit dem Laptop auf der Lenkstange, so erledigte ich meine E-Mails bis etwa halb zwei. Dann ging ich schlafen. (...) Es wird meistens ein Uhr, bis ich ins Bett komme, und später als um halb sechs stehe ich nie auf.»

Seine Reisen im Flugzeug, zum Beispiel die vom März:
Diesen März flog ich von Zürich nach New York, von New York nach Dubai, von Dubai via Amman nach Tel Aviv, von Tel Aviv nach Hongkong, von dort nach Peking, von Peking nach Seoul, von Seoul nach Tokio, zehn Tage nach den schlimmen Ereignissen dort, um Kunden und Mitarbeitende zu besuchen. Die Leute sagten mir: «Schön, dass Sie hier sind und der Gefahr trotzen.» «Hier ist es wahrscheinlich weniger gefährlich als in den meisten Städten auf der Welt», antwortete ich. Dann flog ich weiter nach Singapur, von Singapur nach Zürich, von da gings nach Bern und zurück, dann nach New York und zurück. Und schliesslich wieder nach Bern, um Mitarbeiter zu treffen.

Über sein Zuhause:
«Was meinen Sie mit zu Hause? Zürich oder New York?(...) Ich bin an beiden Orten zu Hause, aber selten für mehr als ein paar Tage. In Amerika bin ich oft unterwegs, das letzte Mal war ich an der Westküste, wo wir uns in den neuen Technologien engagieren, zum Beispiel den Social Media. In der Schweiz verbringe ich etwa die Hälfte meiner Zeit. Aber auch da reise ich viel, nach Basel, Genf, Lugano. »

Was er über die Schweizer Politik weiss
Wie heisst die Bundespräsidentin?
«Die Präsidentin? Ich kenne Frau Widmer-Schlumpf, aber ich glaube, sie ist es nicht. Warten Sie mal, Merz, der war letztes Jahr.»

Nein, Merz war 2009.
Dann muss es Frau Leuthard sein.

Es ist Micheline Calmy-Rey. Versuchen wir es mit einer leichteren Frage . Wie viele Bundesräte gibt es? Ein Tipp: Es ist eine magische Zahl.
Eine magische Zahl? Acht?