Frankenstärke
Die ersten Euro-Rabatte sind schon wieder Geschichte

Der Eurokurs hat sich seit der Aufhebung des Mindestkurses wieder etwas erholt. Einige Firmen wie Reiseanbieter Kuoni haben ihre Rabatte bereits angepasst. Andere rücken von den Rabatten zumindest vorerst nicht ab.

Thomas Schlittler
Merken
Drucken
Teilen
Badeferien-Pauschalreisen am Mittelmeer: Beim Reiseanbieter Kuoni wurde der Euro-Rabatt von 15 Prozent aufgehoben. (Symbolbild)

Badeferien-Pauschalreisen am Mittelmeer: Beim Reiseanbieter Kuoni wurde der Euro-Rabatt von 15 Prozent aufgehoben. (Symbolbild)

Keystone

Ein Euro ist seit dem Tiefststand am 23. Februar (99 Rappen) wieder um acht, neun Prozent teurer geworden (die «Nordwestschweiz» berichtete).

Das hat Folgen: Beim Reiseanbieter Kuoni wurde der Euro-Rabatt von 15 Prozent für Badeferien-Pauschalreisen am Mittelmeer bereits aufgehoben.

Sprecher Peter Brun: «Der Euro-Rabatt, der Mitte Januar kommuniziert wurde, war damals bewusst befristet bis 14. Februar angekündigt worden, da eine Erholung des Wechselkurses nicht ausgeschlossen werden konnte.» Zurzeit würden auf die Angebote individuell Ermässigungen je nach aktuellem Stand gewährt.

Auch die Konkurrenz hat ihre Preise angepasst. Tui Suisse gewährte unmittelbar nach der Aufhebung des Mindestkurses noch «bis auf weiteres» 15 Prozent Rabatt auf Ferien am Mittelmeer. Jetzt bekommen Ferienhungrige «nur» noch 10 Prozent Rabatt auf Neubuchungen.

Bei den Autohändlern sieht die Situation anders aus. Dort haben die meisten Rabatte zumindest vorläufig weiterhin Bestand.

Der SNB-Rabatt («Swiss Netto Bonus») von Amag zum Beispiel gilt trotz der leichten Euro-Erholung in den letzten Wochen bis Ende Februar.

«Welche Angebote wir danach machen werden, haben wir aktuell noch nicht entschieden», sagt Amag-Sprecher Dino Graf. Nächste Woche profitieren Amag-Kunden aber auf jeden Fall noch von einer 15-Prozent-Reduktion auf den Katalogpreis.

Keine Wende im Detailhandel

Bei Ford sind die aktuellen Prämien ebenfalls bis Ende Februar gültig. Danach wird die Lage neu beurteilt und entsprechend reagiert. Subaru behält die Währungsvorteil-Angebote – der japanische Automobilkonzern rechnet nicht in Euro – auf 14er-Modelle gar bis Ende März bei. Und Peugeot gewährt seinen Kunden den 15-Prozent-Swiss-Bonus «bis auf weiteres». «Wir beobachten die Entwicklung des Wechselkurses aber sehr aufmerksam», sagt Sprecherin Manuela Diethelm.

Im Detailhandel betonen sämtliche angefragten Unternehmen, dass sie mit den Lieferanten aus dem Euroraum laufend über Preisanpassungen verhandelten und diese konsequent den Kunden weitergeben würden. An den Preissenkungen der letzten Wochen wird (noch) nicht gerüttelt: «Im Moment sehen wir keinen Bedarf, die kommunizierten Preissenkungen rückgängig zu machen», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel. Die Entwicklung des Wechselkurses werde aber selbstverständlich beobachtet.

Auch bei Coop ist keine Trendwende absehbar. Sprecher Ramón Gander: «Der Euro ist nach wie vor sehr viel tiefer als vor dem 15. Januar. Kunden von Coop können also mit zahlreichen weiteren Preisabschlägen rechnen.» Ab kommendem Montag seien bei Coop insgesamt 4500 Produkte günstiger. Auch Aldi Suisse kündigt für die kommende Woche weitere Preissenkungen an. Dabei handle es sich um dauerhafte Reduktionen.