ASE-Skandal
Die Expansion der BKB ist erst mal vorbei

Die Politiker verfolgen schon seit einiger Zeit eine Kehrtwende bei der BKB und forcieren den Rückzug aus Risikogeschäften. Nach dem ASE-Skandal wird sich auch der neue Bankrat an diese Strategie halten.

Isabel Strassheim
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Über die Zürcher Niederlassung der Basler Kantonalbank flossen die meisten Gelder.

Über die Zürcher Niederlassung der Basler Kantonalbank flossen die meisten Gelder.

Keystone

In den Schlagzeilen steht die Basler Kantonalbank seit rund einem Jahr. Im September 2011 war die Bank ins Blickfeld der US-Behörden geraten, weil sie als kleine Bank für Amerikaner interessant geworden war: Sie zügelten Schwarzgeld von der UBS zur BKB in der Hoffnung, der amerikanische Fiskus werde die Spur nicht bis hin zu der unbekannten Kantonalbank verfolgen. Allerdings rechneten sie nicht mit der Verurteilung eines ehemaligen UBS-Bankers namens Renzo Gadola in den USA, der über seine Beihilfe bei den Transfers zur BKB auspackte.

Das Tor für diese Geschäfte war die Filiale der BKB im neuen Zürcher Geschäftshaus Stockerhof, nicht weit vom Paradeplatz der Grossbanken entfernt. Der Türöffner aber war die Expansionsstrategie der BKB über ihre Kantonsgrenze und ihr Stammgeschäft hinaus.

Abgesegnet hat diese Strategie der Bankrat. Die Verantwortung im Betrugsfall ASE liegt dem externen Bericht zufolge auf der operativen Ebene, wie auch der Rücktritt von BKB-Chef Hans Rudolf Matter demonstriert. Die expansive Grundhaltung erfolgte jedoch unter der Aufsicht des Bankrates. Der steht bei der staatlichen Bank anstelle eines Verwaltungsrats und ist zusammengesetzt aus Politikern des Basler Grossrates.

«Es ist immer so, dass bei höherem Gewinn grössere Risiken eingegangen werden», heisst es aus Kreisen des Bankrates. Aus anderer Quelle verlautet: «Wir haben sicherlich einen Strategiewechsel vollzogen.» Ziel sei nun, sich aus dem US-Geschäft zurückzuziehen, nicht aber aus dem Auslandsgeschäft insgesamt.

Konservatives Baselland

Durch ihre Expansion der letzten Jahre hat die BKB Basel-Stadt gutes Geld eingebracht: Die Ausschüttungen an den Kanton wuchsen von knapp 40 Millionen Franken noch 2002 auf knapp 100 Millionen 2009 an. Die Basellandschaftliche Kantonalbank dagegen, die einer konservativen Strategie die Treue hielt, stagnierte bei rund 40 Millionen Franken an jährlicher Ausschüttung für Baselland.

Die «TagesWoche» liess in einem Bericht Anfang des Jahres anklingen, Basels Finanzdirektorin Eva Herzog sei auf hohe Ausschüttungen aus gewesen und habe Druck auf die BKB aufgesetzt. Bankrats-Kreise sehen dafür keine Anhaltspunkte. In jedem Fall ist es mit der Expansion bei der BKB erst mal vorbei. Nächstes Frühjahr wird ein neuer Bankrat gewählt, der jedoch grösstenteils aus dem alten bestehen dürfte. Die Strategie hat sich aber auch so schon jetzt geändert.