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Wie faltbare Container Logistikkosten senken

Lassen sich Container zusammenklappen, verringert das Transportunternehmen dadurch nicht nur die Kosten, sondern auch den Kohlendioxidausstoss. Ein ungarisches Unternehmen geht mit seinem Modell nun in der Schweiz an den Start.
Andreas Lorenz-Meyer
Logistikunternehmen können mit faltbaren Containern ihre Transportkosten senken. (Bild: Optimum Mérnökiroda Kft.)

Logistikunternehmen können mit faltbaren Containern ihre Transportkosten senken. (Bild: Optimum Mérnökiroda Kft.)

Wird ein Container von einem Ort zum anderen bewegt, gibt es ein Problem: Auf der Hinfahrt sind die Container leer, nehmen aber genauso viel Platz weg wie volle. Die Lösung sind faltbare Container. Seit dem Frühjahr ist auf dem Schweizer Markt ein neuer Akteur präsent, das ungarische Unternehmen Optimum. Es hat die faltbaren Container der Marke Continest entwickelt.

Das Besondere an der Technik erklärt Diego Schweizer, der hierzulande die Continest-Produkte vertreibt: «Die Scharniere der Container samt Rahmen sind bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum zum Patent angemeldet. Der Sicherheitsmechanismus der Scharniere verhindert ein ungewolltes Einknicken der faltbaren Wand während des Auf- und Abbaus. Vor allem wenn der Container von keiner Maschine hochgehalten wird.» Für Schweizer das massgebliche Qualitätsmerkmal im Vergleich zu anderen Falt-Containern.

Sechs Mal weniger Fahrten

Nach Ost- und Südosteuropa soll Continest jetzt auch den westeuropäischen Markt erobern. Los ging es in diesem Jahr in der Schweiz. Die Falt-Container kamen unter anderem als Crew-Unterkunft beim Open Air St. Gallen und als Verkaufsstelle und Info­point beim Open Air Frauenfeld zum Einsatz. «Grundsätzlich eignen sie sich aber für fast jeden Zweck, bei denen für kurze Zeit grosse Mengen an Containern benötigt werden», erklärt Schweizer. Als Unterkunft der Einsatzzentrale bei Katastrophenfällen, als Technikraum bei Filmproduktionen, als Sanitätsposten bei Grossveranstaltungen, als Serviceraum bei Sportveranstaltungen.

Es gibt zwei Versionen, beide sind in wenigen Minuten aufgebaut: die 10-Fuss-Einheiten und die 20-Fuss-Einheiten. Mit der grossen Version lassen sich mehrstöckige Anlagen stapeln. Das geht bei der kleineren nicht. Jedoch ist der 20-Fuss-Container im zusammengefalteten Zustand ein wenig höher als der 10-Fuss-Container. Darum können davon nur zehn Stück auf einem LKW transportiert werden. Das ergebe aber immer noch eine Transporteinsparung von 80 Prozent, betont Schweizer. Die niedrigeren Transportkosten seien der grösste Vorteil des Faltsystems: Während man pro 40-Tonnen-LKW mit herkömmlichen Modellen nur vier 10- oder zwei 20-Fuss-Container transportieren kann, sind es bei Continest pro Last­wagen bis zu sechs Mal so viele. «Für die gleiche Menge an Containern sind also auch sechs Mal weniger Fahrten nötig. Das schlägt sich direkt in den Transportkosten nieder.»

Container mit Solarpanels

Schweizer rechnet vor: Angenommen, ein Unternehmen braucht zwölf 20-Fuss-Einheiten für eine Veranstaltung in Zürich. Diese bezieht es von einem Lieferanten in der Umgebung von Zürich. Pro LKW und Strecke zahlt das Unternehmen 650 Franken hin und zurück, also 1300 Franken. Das macht bei zwölf Einheiten (zwei pro LKW) 7800 Franken. Bei Continest kostet der Transport bei gleicher Containeranzahl nur 1300 Franken. «Natürlich läuft es nicht immer genau wie in diesem Beispiel, doch selbst wenn die Transportkosten aufgrund grösserer Distanzen doppelt so hoch wären, spart der Kunde bei uns unter dem Strich immer noch Zweidrittel der Kosten.» Zudem reduziere sich der CO2-Ausstoss, da deutlich weniger LKW-Kilometer gefahren werden.

Nachhaltigkeit werde in der heutigen Zeit auch für Grossveranstaltungen immer mehr zum Thema. Die faltbaren Container seien zwar nicht komplett grün, «jedoch verringern sie mit dem massiv besser genutzten Transportvolumen die Emissionen pro Container deutlich.» Die wirtschaftlichere Lösung ist also auch zugleich ökologischer. Zudem biete der Continest-Con­tainer vor Ort einen Vorteil: Der Umschlag wird spürbar vereinfacht, da man viel weniger Lagerplatz benötigt.

Schweizer, Geschäftsführer der Küsnachter Firma ProKoVent, plant als Nächstes den Markteintritt in Deutschland und Österreich, wo er auch die Alleinvertriebsrechte hält. In der Zwischenzeit werden weitere Faltmodelle entwickelt. Zum Beispiel ein Container, der über Solarpanels komplett energie­autark ist. Schweizer glaubt, dass nachhaltige Lösungen notwendig sind. «Luft zu transportieren, ist nicht nachhaltig. Aber genau das geschieht beim Transport von nicht-faltbaren mobilen Räumen.» Ein Sattelschlepper könne zwei 20-Fuss-Container transportieren, im Fall von Bürocontainern werde dabei ein ungenutztes Volumen von 67 Kubikmetern und mehr bewegt. Mit den Continest-Einheiten nutze man dagegen praktisch jeden Kubikmeter Transportvolumen.

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