Die Führungsetage wird umgebaut

Auf Baukränen und Kanalreinigungslastwagen prangt der Name Hächler. Dahinter verbirgt sich ein grosses Bauunternehmen mit besonderer Unternehmensstruktur.

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Aargauer Zeitung

Dieter Minder

Fritz Knecht bezeichnet sich eher als Auslaufmodell und ergänzt mit Blick auf Joachim Lorch und André Crelier: «Diese beiden Herren sind die Zukunft.» 1979 trat Knecht als kaufmännischer Leiter in die damalige H. Hächler AG Hoch- und Tiefbau ein. 1987 wurde Knecht Geschäftsleiter. Jetzt zieht er sich zurück, bleibt aber CEO der Hächler AG Immobilien. «Als ich anfing, waren wir ein Bauunternehmen, seither hat Hächler stark diversifiziert.» Die laufende Umorganisation ist die Konsequenz daraus. Seit 1. Januar 2009 leitet CEO Joachim Lorch, Killwangen, den Bereich Umwelt. Vom 1. Januar 2010 an wird CEO André Crelier, Nussbaumen, den Bereich Bau führen.

Mit dem Ziel, dem Unternehmen neue Geschäftsfelder zu erschliessen, wurde die Tätigkeit auf Kanalkontrolle und Kanalunterhalt ausgedehnt. Der daraus entstandene Bereich beschäftigt rund 70 Mitarbeiter. Sie sanieren rund 25 000 km Leitungen pro Jahr. Dabei gewann die Firma sehr viel Wissen. Sie begann, selber Kanalroboter zu entwickeln. Diese werden in Rohren unter 600 mm Durchmesser eingesetzt. «Mit unserem Partner in Kressbronn am Bodensee haben wir schon über 200 Roboter in die EU, in die USA und nach Japan geliefert», sagt Lorch. Die Umwelttechnik ist der international agierende Unternehmensteil. Seine Bedeutung nimmt laufend zu.

Primär im östlichen Kantonsteil und im angrenzenden Teil des Kantons Zürich sind die Bauunternehmen der Gruppe tätig. Crelier ist für rund 270 Mitarbeiter, wovon 28 Lehrlinge, verantwortlich. «Die einzelnen Firmen werden als Profitcenter geführt», sagt Crelier. Obwohl eigenständig agierend und spezialisiert, profitieren sie von gemeinsamer Administration und den Werkhöfen. «Die Unternehmen unterstützen sich gegenseitig mit ihren Fachspezialisten.»

«Hans Hächler wollte ein Unternehmen hinterlassen, das sichere Arbeitsplätze bietet und stark ist», sagt Knecht. Mit der Stiftung (siehe Box oben) als Trägerin hat er dieses Ziel erreicht und zugleich das Unternehmen vor Finanzjongleuren geschützt. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sind, wie Hächler forderte, «effizient» und haben die Gruppe innovativ weiter entwickelt.