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Kommentar

Fernbedienung am Kopf: Die Gedanken sind frei

Maurizio Minetti über die Zusammenarbeit von Samsung, der Hochschule Luzern und dem Paraplegikerzentrum Nottwil an einer Gedankensteuerung für Fernseher.
Maurizio Minetti

Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, für eine vermeintliche Verbesserung unserer Lebensqualität alles preiszugeben. Einen grossen Teil unserer Identität tauschen wir ein für das Recht, kostenlose Internetdienste nutzen zu dürfen. Google weiss immer, wo ich mich aufhalte? Dafür funktioniert Google Maps prima! Facebook kennt all meine Vorlieben? Dafür kann ich mit meinen Freunden in Kontakt bleiben!

Was nun der südkoreanische Technologieriese Samsung, das Paraplegiker-Zentrum Nottwil und die Hochschule Luzern erforscht haben, geht eine Dimension weiter. Hier geht es darum, unsere Hirnströme zu analysieren, um dadurch in erster Linie das Leben von Tetraplegikern zu erleichtern. Zunächst sollen Menschen mit körperlichen Einschränkungen einen Fernseher mit ihrem Gehirn steuern können. Weitere Anwendungen sind denkbar. Dieses einzigartige Projekt verdient Anerkennung, weil es beweist, dass Technologie tatsächlich das Leben von Menschen verbessern kann, vor allem von Benachteiligten.

Greift Technologie in die Biologie ein, ist aber immer Vorsicht geboten. Wenn eine Maschine lernt, wie unser Gehirn funktioniert und auf welche Art und Weise wir gewisse Entscheidungen treffen, weckt das zu Recht Ängste. Unvorstellbar, was passieren könnte, wenn solche Anwendungen in falsche Hände geraten. Dem Computer sei es nicht möglich, einzelne Gedanken zu erkennen, sagen die Verantwortlichen des Projekts. Das ist richtig so. Das menschliche Gehirn ist unsere letzte Bastion gegen die Vereinnahmung durch die Technologieriesen. Unsere Gedanken müssen unter Verschluss bleiben.

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