Tourismus
Die Krise trifft auch die Hotellerie

Der Tourismus muss wegen der weltweiten Krise Einbussen in Kauf nehmen. In Basel aber weniger stark als anderswo.

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Hotel Basel

Hotel Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Markus Vogt

Grundsätzlich sei er nicht so pessimistisch eingestellt, kommentiert Daniel Egloff, der Direktor von Basel Tourismus, die neuesten Voraussagen zum Tourismusjahr 2009. Die Schweizer Hotellerie stehe vor einer schwierigen Sommersaison, sagt etwa eine Studie der BAK Basel voraus: Zu erwarten sei ein Rückgang der Zahl der Hotelübernachtungen im Sommer, das heisst von Mai bis Oktober, um insgesamt

7,2 Prozent, was der heftigste Rückgang seit dem Jahr 1982 wäre. Daniel Egloff glaubt zwar auch, dass im laufenden Jahr weniger Hotelübernachtungen verzeichnet werden, rechnet aber mit einem Minus von lediglich etwa 5 bis 6 Prozent.

Die Gründe für den Rückgang seien vielschichtig, teilte gestern das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mit - als Hauptgrund genannt wird die durch die Turbulenzen am Finanzmarkt ausgelöste Wirtschaftskrise, ein weiterer Grund sei das ungünstige Wechselkursverhältnis zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro sowie dem Pfund.

Bei der Zahl der Hotelübernachtungen ausländischer Gäste sei ein Rückgang von 9,5 Prozent zu erwarten, und bei der Binnennachfrage ein solcher von 3,9 Prozent.

Mildernde Faktoren

Der Basler Tourismusdirektor kennt diese Daten, stützt sich aber noch auf weitere Zahlen ab. «Wir erstellen jeweils eine eigene Umfrage, bei der wir uns bei einer Reihe von Experten kundig machen», sagt Daniel Egloff.

Diese sind etwa Leute, welche bei Novartis die Geschäftsreisen buchen, die Flughafendirektion, Vertreter des Wirteverbandes, die Hoteliers und weitere. Abgefragt wird jeweils, wie diese Fachleute von der Front die Entwicklung des nächsten Quartals sehen, wie bis Ende Jahr. «Klar ist, dass die schlechte Konjunktur und die rückläufige Reisebereitschaft uns auch in Basel treffen», meint Egloff.

Allerdings werde die vor wenigen Wochen angelaufene Van Gogh-Ausstellung helfen, den Schaden in Basel etwas zu mildern. Nach wie vor verfüge zudem der Basler Flughafen über gute Flugverbindungen von Low Cost-Carriers. Hoffnungen hegt Egloff auch wegen bestimmter Kongresse im Herbst und der Igeho, der renommierten Gastro-Messe im November.

Heute breiter abgestützt

Seinen verhaltenen Optimismus begründet Egloff mit Werbeoffensiven, die angelaufen sind. So haben die (im Tourismus) bedeutendsten sieben Schweizer Städte die Aktion CH 7 anlaufen lassen - diese Werbekampagne läuft seit April für drei Jahre, unterstützt wird sie etwa vom Europcar und Swiss.

Die sieben Städte werden angepriesen als Orte, in denen stressfreies Shopping möglich ist, wo man Kultur und den Cappucino geniessen kann, das alles in Sicherheit und in guter Luft. Zweitens gibt ihm das Impulsprogramm von Schweiz Tourismus Hoffnung; dafür hat auch der Kanton Basel-Stadt einen Beitrag von 75 000 Franken gesprochen.

Positiv sei ferner, dass der Tourismus heute breiter abgestützt sei als noch vor einigen Jahren, als der Messe-Tourismus noch das mit Abstand wichtigste Standbein gewesen war. Dieses «Klumpenrisiko» habe man heute nicht mehr, auch weil man sich rechtzeitig in anderen Märkten wie Spanien und Deutschland bemerkbar gemacht habe. Die Früchte dieser Anstrengungen würden allmählich reif.