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Die Kult-Schleckerei Haribo steckt in der Krise

Die deutsche Süsswaren-Firma leidet unter einer sinkenden Nachfrage nach ihrem einstigen Verkaufsschlager. Auch in der Schweiz sind die Goldbären deshalb bereits aus den Selecta-Automaten geflogen.
Benjamin Weinmann
Einst waren die Goldbären ein Verkaufsschlager, heute sind sie bei den Kunden jedoch zunehmend weniger gefragt. (Bild: Rubra/AP Photo)

Einst waren die Goldbären ein Verkaufsschlager, heute sind sie bei den Kunden jedoch zunehmend weniger gefragt. (Bild: Rubra/AP Photo)

Wer sich das Warten auf den Zug etwas versüssen wollte, konnte bis vor kurzem in den rot-weissen Selecta-Automaten auf sie zurückgreifen: Die Haribo-Goldbärchen. Die Kult-Schleckerei gehörte in den meisten Snackautomaten seit Jahren zum Standardsortiment. Doch das war einmal. Die bunten Gelatine-Bonbons sind aus den Regalen aller 3000 öffentlich zugänglichen Selecta-Automaten geflogen, wie eine Sprecherin der Handelsfirma mit Sitz in Kirchberg bei Bern bestätigt. Man habe das Sortiment den Kundenbedürfnissen angepasst. Heisst: Die Bärchen waren zuletzt ein Automatenhüter.

Laut der Selecta-Sprecherin mussten sie dem «Galaxy Mix», einer ähnlichen Gelatine-Süssigkeit der spanischen Marke Fini, Platz machen, die sich besser verkaufen würde. Die Haribo-Bärchen seien zumindest noch im Onlineshop erhältlich sowie in rund 7000 Automaten, die bei Firmen in den Pausenräumen stehen. Insgesamt zählt die Firma, die 2015 von der US-Private-Equity-Gesellschaft KKR übernommen wurde, in der Schweiz rund 10000 Automaten.

Umsätze sind um 25 Prozent gesunken

Fakt ist: Der Traditionskonzern Haribo steckt in der Krise, wie diese Woche das Branchenblatt «Lebensmittelzeitung» berichtete. Der Hunger der Kundschaft nach den Bärchen lässt zunehmend nach. Manche Händler platzieren sie zudem weiter unten in den Regalen. Zwischen Januar und Juli sei Haribos Umsatz in Deutschland deswegen um rund zehn Prozent eingebrochen. Bei den Bärchen schrumpfte die Nachfrage sogar um 25 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Einzig im internationalen Geschäft laufe es besser.

Das Unternehmen selbst behauptet, noch immer einen Marktanteil von 60 Prozent in Deutschland zu haben. Tatsächlich konnten die Konkurrenten Katjes, Storck und Trolli allerdings ihre Umsätze steigern. Demnach gelingt es Konzernchef Hans Guido Riegel nicht, eine fähige Führungsmannschaft um sich zu bilden. In der Geschäftsleitung gab es alleine in diesem Jahr drei Abgänge und fünf Zugänge.

«Bully» überzeugte nicht als Werbegesicht

Der Chef ist ein Nachfahre von Hans Riegel, der die Firma 1922 in Bonn gegründet hatte. Daher auch der Name: Ha(ns)-Ri(egel)-Bo(nn). Mit ein Grund für die Misere ist das Marketing: Schauspieler Michael «Bully» Herbig war in den vergangenen Jahren das Werbegesicht der Goldbärchen, doch überzeugte er offenbar weniger als Kultmoderator Thomas Gottschalk vor ihm.

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