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Die Luft für die Ostschweizer Wirtschaft wird dünner

Die Ostschweizer Wirtschaft läuft auf relativ hohem Niveau, tendiert aber seit geraumer Zeit seitwärts. Und nun trüben politische Risiken die Aussichten. Ökonom Peter Eisenhut hofft auf Besonnenheit.
Thomas Griesser Kym
Die Ostschweizer Industrie ist gut unterwegs: Blick in die Produktion des Autozulieferers Autoneum in Sevelen. (Bild: PD)

Die Ostschweizer Industrie ist gut unterwegs: Blick in die Produktion des Autozulieferers Autoneum in Sevelen. (Bild: PD)

Der jüngste Bericht von Ökonom Peter Eisenhut zur Entwicklung der Ostschweizer Konjunktur beginnt sehr po­sitiv – und endet mit einem Zweifel. ­«Regionale Wirtschaft im Hoch», titelt Eisenhut, wirft aber zum Schluss die Frage auf: «Steht ein Abschwung bevor?»

Klar ist: Der Konjunkturindex für die Region St. Gallen-Appenzell, den Eisenhut regelmässig ermittelt, hat im Januar einen Höhenpunkt erreicht (siehe Grafik rechts). Seither tendiert er seitwärts. Der Index setzt sich zusammen aus zwei Komponenten, die in einer Umfrage bei Unternehmen ermittelt werden: deren Beurteilung der aktuellen Geschäftslage einerseits sowie der Produktions- respektive Umsatzaussichten andererseits. Und hier zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung (Grafik links). Während sich die Geschäftslage seit Anfang 2017 trendmässig verbessert, zeigen die Umsatzerwartungen für die kommenden sechs Monate weiter nach unten. Sollte sich diese Einschätzung der Unternehmen bewahrheiten, «dann wird sich ge­gen Ende des Jahres auch die Geschäftslage eintrüben», sagt Eisenhut. Die gedämpften Erwartungen erklärt er mit mehreren Faktoren: Befürchtungen über Handelskonflikte (Stichworte US-Sanktionen gegen China, Russland, Iran, die EU, die Türkei usw.), Ungewissheit bezüglich der Beziehungen der Schweiz zur EU sowie andere aufkeimende Risiken. Eisenhut setzt seine Hoffnung auf «eine kluge Wirtschaftspolitik».

Schub von den Auslandmärkten

Momentan aber läuft die regionale Wirtschaft relativ rund. Dies dank der guten Weltkonjunktur. Vor allem die US-Wirtschaft brummt, und auch die Wirtschaft der Eurozone wächst, wenngleich sie im zweiten Quartal etwas an Dynamik verloren hat. Hinzu kommt, dass sich der Franken abgeschwächt hat, was den Schweizer Exporteuren hilft.

«Der grösste Schub ist einmal mehr den Auslandmärkten zu verdanken», sagt denn auch Eisenhut. So stiegen die Ausfuhren von Gütern aus der Region St. Gallen-Appenzell im zweiten Quartal um 6,3 Prozent. In die Eurozone resultierte ein sattes Plus von 12 Prozent, in den Rest der Welt ein solches von 1 Prozent. Weniger profitiert hat der Tourismus. Die Zahl der Logiernächte stieg im ersten Halbjahr in Ausserrhoden um 0,5 Prozent, in Innerrhoden um 4 Prozent, und in St. Gallen sank sie um 0,7 Prozent. Landesweit resultierten +3,8 Prozent.

Die Baubranche hat Arbeit in Hülle und Fülle

Tendenziell haben sich die Export- und die grossen Industriebetriebe mit über 200 Beschäftigten besser entwickelt als kleine und auf den Binnenmarkt ausgerichtete Firmen. «Ausgesprochen dynamisch» entwickle sich der hiesige Maschinenbau; Eisenhut spricht vom Ritt auf einer Erfolgswelle. Gut sieht es auch aus im Metallbau sowie in der Kunststoff- und Chemiebranche, während Elektrotechnik und Textilindustrie einen zu geringen Auftragsbestand beklagen. «Die nächste Umfrage wird zeigen, ob es sich dabei um eine Wende oder nur ein Sommerloch handelt.» In der Pa­pier-, Druck- und Verlagsindustrie hat sich die Konjunktur stabilisiert, mit intakten Aussichten auf eine Erholung.

Das Baugewerbe entwickelt sich laut Eisenhut auf hohem Niveau bei anhaltend reger Bautätigkeit stabil. Noch besser als im Bauhauptgewerbe laufen die Geschäfte im Ausbaugewerbe. In diesem beurteilen zwei von drei Firmen ihren Geschäftsgang als gut und zeigen Zuversicht für die kommenden Monate. Im Detailhandel haben sich Geschäfts- und Ertragslage leicht aufgehellt.

Details unter www.sgkb.ch/konjunktur

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