Die Luzerner Recyclingfirma Düring bewegt sich zwischen «Dräksak» und Altholz

Düring ist einer der grössten Holzverwerter der Region. Beim Recycling sieht der Firmeninhaber noch Potenzial.

Rainer Rickenbach und Maurizio Minetti
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Das Altholzwerk der Düring AG in Perlen.

Das Altholzwerk der Düring AG in Perlen.

Bild: Corinne Glanzmann (15. Januar 2020)

Wenn jetzt dann bald die Fasnacht beginnt, herrscht bei der Luzerner Entsorgungsfirma Düring Hochbetrieb. Das Unternehmen ist nämlich mit seinem Firmenteil «Dräksak» unter anderem für das Abfallkonzept diverser Anlässe zuständig. So sieht man nach Maskenbällen in der Region die gelbgrünen «Dräksäke» überall, aber kaum jemand weiss, wer dahintersteht.

«Dräksak» ist zwar das bekannteste Produkt der 1953 gegründeten Düring AG, doch das Unternehmen mit Hauptsitz in Ebikon und insgesamt 62 Mitarbeitern erwirtschaftet einen grossen Teil des Umsatzes mit der Verwertung von Holz aus Baustellen oder alten Möbeln. Düring verwertet jährlich 42000 Tonnen davon für Biomasse, die für Holzschnitzelfeuerung und damit für Heizungen ganzer Wohnsiedlungen verwendet werden. Zur Veranschaulichung: Die Menge entspricht einem Volumen von 220000 Kubikmeter oder einer Überbauung mit mehr als 200 Einfamilienhäuser. Damit ist Düring einer der grössten Holzverwerter der Region.

Gebühren auf Altkarton für Firmenkunden

Eine enge Zusammenarbeit besteht in Perlen mit dem Papierproduzenten CPH: «Ein 620 Meter langes Förderband transportiert die Holzschnitzel direkt in den Ofen der Papierfabrik», sagt Firmeninhaber Patrick Düring (50) bei einem Firmenbesuch. Ebenfalls arbeitet Düring mit Altpapier und Karton.

Der Preis für Karton ist jüngst eingebrochen, weshalb einige Entsorgungsunternehmen begonnen haben, von ihren Kunden Geld für Altkarton zu verlangen. Auch Düring verlangt seit November Gebühren von Firmenkunden. Die Sammelhöfe für Privatkunden in Ebikon und Root betreibt Düring im Auftrag des Gemeindeverbandes Real. Dort ist zumindest vorerst keine Kartongebühr für Privatkunden vorgesehen.

Die weiteren Recycling-Geschäftsfelder von Düring bilden die Elektrogeräte, Kunststoffe, Alteisen und Bausperrgut. Ein Teil des Abfalls wird nicht nur entsorgt, sondern in neue Produkte wie Dachgartensubstrat verarbeitet und auf den Markt gebracht. Grundsätzlich verrichtet das Familienunternehmen Arbeiten, denen die meisten Leute wenig Beachtung schenken und deren Ergebnis sie als selbstverständlich hinnehmen. «Wir machen Umsatz mit einem Service, der wenig spektakulär ist, aber für den schonenden Umgang mit den Ressourcen und Umwelt von grosser Bedeutung ist», sagt Düring, der zusammen mit seiner Frau Ursula das KMU in dritter Generation führt. Zu den Kunden zählen Gemeinden sowie Gewerbe-, Bau- und Industrieunternehmen.

Kiestransport stand am Anfang

«Das Entsorgungs- und Recyclinggeschäft richtet sich stark nach der Konjunktur. Läuft es in der Wirtschaft gut, entsteht viel Abfall. Läuft es schlecht, wird es weniger. Zurzeit haben wir recht viele Aufträge», sagt Düring. Hilfreich in der Branche sei die Zusammenarbeit zwischen Nachbarkantonen, Luft nach oben ortet Düring indes bei der Verwendung von wiederverwertetem Material auf Baustellen von Autobahnen und Kantonsstrassen. «Recycling muss einen höheren Stellenwert erhalten als primär Kies von den Kiesgruben», fordert Düring.

Als sein Grossvater das Unternehmen im Jahr 1953 gründete, bildete der Kiestransport und zeitweise sogar Warentransport nach England das Hauptgeschäft bei Düring. Im Jahr 1985 stieg das Familienunternehmen dann in das Recycling- und Abfallentsorgungsgeschäft ein. Nebst Düring spielen in der Region Luzern als grössere Unternehmen in dieser Branche auch Leisibach in Hochdorf, Josef Frey in Sursee sowie Schneider in Buchrain eine bedeutende Rolle.