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Kommentar

Die Nervosität des «Auserwählten»

US-Präsident Donald Trump zeigt sich unter anderem wegen Spekulationen über eine drohende Rezession zunehmend nervös. Viele seiner Anhänger werden im kommenden Jahr aber selbst bei einem wirtschaftlichen Abschwung für ihn stimmen.
Renzo Ruf aus Washington
Renzo Ruf

Renzo Ruf

Der Eindruck täuscht nicht: Präsident Donald Trump, noch nie ein Stratege mit kühlem Kopf, wirkt zunehmend nervös und unstet. Dafür verantwortlich sind sicherlich auch die Spekulationen über einen drohenden Abschwung der amerikanischen Volkswirtschaft. Konjunkturflauten oder gar Rezessionen sind Gift für einen Politiker, insbesondere kurz vor einem Wahljahr. So wurde George H. W. Bush im November 1992 abgewählt, obwohl die Rezession (zumindest auf dem Papier) damals bereits seit eineinhalb Jahren zu Ende war.

Allein: Trump ist kein gewöhnlicher Politiker. Und es wäre falsch, seine Chancen auf eine Wiederwahl im November 2020 mithilfe alter Modelle zu messen. Denn dem Präsidenten ist es gelungen, seine Anhänger davon zu überzeugen, dass er nur für positive Nachrichten aus Washington verantwortlich gemacht werden kann, während sämtliche negativen Entwicklungen die Folge von Verschwörungen seiner Feinde sind. Einer dieser Feinde: Sein Parteikollege Jerome «Jay» Powell, der dank Trump an der Spitze der amerikanischen Notenbank steht, nun aber alles daransetze, den Aufschwung abzuwürgen. Das ist eine absurde Unterstellung des Präsidenten, im wahrsten Sinn des Wortes; die Botschaft verfängt aber, auch weil Trump sie derart hartnäckig verbreitet.

Die Folge: Viele Anhänger Trumps werden auch im kommenden Jahr für ihn stimmen, selbst wenn sie unter einem wirtschaftlichen Abschwung leiden sollten. Ein Abschwung notabene, für den ein Präsident verantwortlich wäre, der sich diese Woche an einer Pressekonferenz als «den Auserwählten» bezeichnet hat.

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