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Die netten Hoteliers von Pontresina

Mit dem «Prix Bienvenu» wollte Schweiz Tourismus hiesige Hoteliers animieren, dem Schmäh der österreichischen Kollegen etwas entgegenzusetzen. In Pontresina, das mit Spitzenplatzierungen im Willkommensranking brilliert, wäre dies gar nicht nötig gewesen.
Robert Wildi, Pontresina
Blick auf Pontresina im Engadin. (Bild: Simone Polattini/Alamy (15. September 2018))

Blick auf Pontresina im Engadin. (Bild: Simone Polattini/Alamy (15. September 2018))

Sind es die Breitengrade, ein ganz spezieller Einfallswinkel der Sonne, oder kreuzen sich in Pontresina gar energieatmosphärisch günstigen Wasseradern genau unter dem Dorfplatz und tauchen damit das ganze Dorf in Lebensfreude und Minne? Irgendeine Ursache muss es doch haben, dass die Hotels im Engadiner Ferienort bei den Gästebewertungen so derart überdurchschnittlich abschliessen.

In der Kategorie «Gastfreundlichkeit und Willkommenskultur» schiessen sie regelrecht durch die Decke. Resultat: 33 Top-100-Platzierungen sowie neun Podestplätze in sechs Jahren beim Prix Bienvenu, der die freundlichsten Hotels der Schweiz auszeichnet und sich dabei auf genau diese Gästebewertungen bezieht. Ein Spitzen­resultat.

Gäste in Ortsentwicklung einbeziehen

Warum jetzt also sind die Hoteliers in Pontresina so nett? Jan Steiner, Tourismusdirektor vor Ort, gibt einen ersten hilfreichen Hinweis. «Unsere Hoteliers sind eben auch untereinander sehr nett. Statt sich zu bekämpfen und jeden Gast zu missgönnen, treffen sie sich regelmässig zum Austausch, bilden Einkaufsgemeinschaften und schöpfen wo immer möglich weitere Synergien aus, von denen dann wieder jeder Einzelne profitiert.»

Natürlich ist diese atmosphärisch wie auch kommerziell vernünftige Partnerschaft von Hoteliers und anderen Leistungs­trägern ganz im Sinne von Pontresina Tourismus und wird von der Organisation deshalb aktiv gefördert. Mindestens zwei Mal jährlich organisieren Jan Steiner und seine Mitarbeitenden zusammen mit der Verfeinerungskommission Pontresina sogenannte Ortsstrategieschulungen. «Bei diesen werden die Teilnehmenden, Leistungsträger, Einheimische und auch Gäste über die Orts- und Markenstrategie informiert.» Diese Art des aktiven Miteinbindens der Gäste werde von diesen sehr geschätzt und als Akt einer ehrlichen Willkommenskultur verstanden. Bei den lokalen Hoteliers kommen die Bemühungen der Tourismusorganisation ebenfalls sehr gut an. Eine tolle Bewertung von zufriedenen Hotelgästen sei damit aber natürlich noch nicht zu gewinnen, sagen Anne-Rose und Thomas C. Walther, die in Pontresina gemeinsam ihr Viersternehotel Walther führen. Vor zwei Jahren haben sie den Prix Bienvenu als freundlichstes Schweizer Hotel in der Kategorie «Ferienhotel gross» gewonnen. Seit 2014 belegte das «Walther» immer einen Top-10-Platz im Ranking. Als zwingende Basis, damit solche Erfolge überhaupt möglich seien, müsse das «MMM-Prinzip» bei jeder und jedem Hotelangestellten fest verankert sein, sagt Anne-Rose Walther. «Man muss die Menschen mögen, heisst das, klingt vielleicht abgedroschen, ist aber Grundvoraussetzung für fast jede Dienstleistung», so die Chefin.

Ein Elefant kann nicht zum Balletttänzer werden

«Wir glauben nicht, dass Gastfreundlichkeit verordnet werden kann», sagt Anne-Rose Walther. Vielmehr sei schon bei der Rekrutierung des Personals ein gutes Gespür gefragt, wer idealerweise wo eingesetzt werden sollte. «Ein Elefant kann nicht dazu getrimmt werden, bei einer Ballettvorführung den grazilen Solotanz aufzuführen, ist aber vielleicht im ­Hintergrund ein toller Bühnenbildbauer», erklärt Anne-Rose Walther bildhaft.

Spitzenpositionen im Prix Bienvenu scheint auch das Dreisternehotel Allegra im Abonnement gebucht zu haben. Nach zwei zweiten Plätzen hat es in der Kategorie «Ferienhotel gross» heuer sogar zur Krone gereicht. «Wir möchten unseren Gästen direkt beim Eintritt ins Hotel das Gefühl vermitteln, dass sie hier genau richtig sind», sagt Direktorin Regina Amberger und verrät, worauf es ihr ganz besonders ankommt: ein herzliches Willkommen, ein speditives Check-in und die Begleitung aufs Zimmer. «Beim ersten Gang ins Zimmer ist für mich entscheidend, dass dem Gast dieses erste, gute Gefühl des Ankommens bestätigt wird.» Amberger ist überzeugt, dass die Behörden in Pontresina, allen voran die Tourismusorganisation, ihren Anteil zum hervorragenden Abschneiden beigetragen haben. «Nicht nur die hier oft lachende Sonne macht uns so freundlich», sagt sie. Pontresina arbeite als Team dafür, was hoffentlich so bleiben werde.

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