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Die neue Notenserie ist ein Stück Grafikgeschichte

Die neunte Notenserie ist sorgfältig und detailliert gestaltet, kommt aber etwas ungelenk daher.
Anna Raymann*
Nun ist sie komplett, die 9. Banknotenserie der Schweiz. In wenigen Tagen wird auch die 100-Franken-Note im Umlauf sein. (Bild: SNB)

Nun ist sie komplett, die 9. Banknotenserie der Schweiz. In wenigen Tagen wird auch die 100-Franken-Note im Umlauf sein. (Bild: SNB)

Herr und Frau Schweizer zahlen immer seltener bar. Vielleicht braucht es gerade deswegen ein Fest für den vom Aussterben bedrohten Schein – Ankündigung per Livestream und Liveticker in den Medien inklusive. Gestern präsentierte die Nationalbank nun die 100-Franken-Note. Der Hunderter der neunten Banknoten-Serie kommt zurückhaltender daher als sein Vetter – weniger bunt, weniger beladen. Vorne schöpfen Hände Wasser. Isobaren spannen sich um den Globus, der die Rotation über die vollständige Serie mit Europa und Afrika im Bilde schliesst. Auf der Rückseite führt eine Wasserleitung Gletscherwasser entlang der Felsen zu den Walliser Feldern. «Wasser und Humanität», so das Thema, klingt ebenso plakativ wie «Wind und Erlebnis» beim Fünfziger oder «Licht und Kreativität» beim Zwanziger.

Eine Banknote trägt nicht nur finanziellen Wert, sondern eben auch kulturellen. Alles, was auf ihr abgebildet ist, wird zum Symbol dafür, wie die Schweiz in der Welt verstanden werden will. Der Entwurf von Manuel Krebs, eigentlicher Gewinner des Wettbewerbs von 2005, wäre da wohl erfrischender gewesen. Radikal hatte er über Blutkörperchen, einer Fischli/Weiss-Skulptur bis in den Kosmos führen wollen. Stattdessen entschied die Nationalbank in alter Tradition, den zweitplatzierten Vorschlag der damals erst 26-jährigen Grafikerin Manuela Pfrunder umzusetzen. Ihr Bild der «vielfältigen Schweiz» ist einigermassen touristisch, nach Einschätzung der Nationalbank dafür aber umso zeitloser.

Die Banknoten sind kaum zu fälschen

Mit drei Protagonisten, dem Schweizer Ort, dem Globus und der Hand, erzählt die Grafikerin auf jeder Note ein Kapitel der Schweiz. Auf den wenigen Quadratzentimetern auch noch die 15 Sicherheitsmerkmale gestalterisch unterzubringen, verlangte der Gestalterin viel ab. Pfrunder entwickelte mit ihrem Team dafür eigens grafische Systeme und Codes, die mit dazu beitragen, dass die Banknoten kaum zu fälschen sind. In aller Sorgfalt verbindet sie damit die vielen Elemente. Die Liebe der Schweizer zum Geld verlangt wohl danach, bis ins letzte Detail zu gestalten. Unter digitalem Zoom entworfen, entfalten sich einige Elemente erst unter der Lupe – oder der App. Dort flattern etwa Schmetterlinge der 20er-Note über den Piazza Grande in Locarno.

Mit solchen Spielereien bemüht sich die Nationalbank, das Volk von den neuen Noten zu überzeugen. Schliesslich ist Geld Gewohnheitssache. Bisweilen vermisst man den Giacometti oder die Ameise. Neben ihnen befremdet die teils ungelenk gezeichnete Hand noch immer. Und dennoch hat die Bevölkerung ihre neuen Noten gut angenommen. Am zweithäufigsten bezahlen die Schweizerinnen und Schweizer ihre Einkäufe nämlich auch mit den neuen Noten noch in bar.

* Anna Raymann schreibt über das Thema Design für die Zeitschrift «Hochparterre».

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