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Bündelung der Kräfte im Ostschweizer Papeterie- und Büromarkt: Die Pius Schäfler AG übernimmt Markwalder

Die Haptik guten Papiers oder edle Schreibgeräte: Damit versucht die Pius Schäfler AG bei den Kunden zu punkten. Mit der Übernahme der Markwalder & Co. AG vollzieht sie nun einen Wachstumssprung.
Thomas Griesser Kym
Patrick Ammann, Inhaber der Pius Schäfler AG, vor dem Flagship Store an der St.Gallerstrasse in Gossau. (Bild: Thomas Hary (15. November 2018))

Patrick Ammann, Inhaber der Pius Schäfler AG, vor dem Flagship Store an der St.Gallerstrasse in Gossau. (Bild: Thomas Hary (15. November 2018))

Der stationäre Detailhandel steht unter Druck. Nicht nur wegen des Einkaufstourismus, sondern zunehmend auch seitens des Onlinehandels. Vor allem Kleider, Elektronik, Bücher, Spielwaren usw. finden immer öfter nach ein paar Mausklicks im Internet den Weg zum Konsumenten nach Hause.

«Den Druck spüren auch wir», sagt Patrick Ammann, Inhaber der Pius Schäfler AG mit Hauptsitz in Gossau.

Diese ist im Papeteriegeschäft gross geworden, verkauft mittlerweile aber auch Spielzeug und Bürobedarf. Zudem ist das Unternehmen in den Segmenten Print Solutions und Interior Design tätig, bringt also Drucker samt Servicevertrag an Geschäftskunden und entwickelt Konzepte für Inneneinrichtungen für Büros, Institutionen und Wohngebäude. Ein weiterer Pfeiler ist der Handel mit Büromöbeln, wobei die Pius Schäfler AG unter anderem eine der grössten Fachhändlerin von Lista-Office-Produkten ist.

Eben diese Lista Office aus Degersheim ermöglicht nun der Pius Schäfler AG einen Wachstumssprung. Weil die Inhaberfamilie Lienhard ihre Lista Office Group auf deren Kerngeschäft Büromöbel konzentrieren will, verkauft sie die St. Galler Markwalder & Co. AG rückwirkend per Anfang 2018 an die Pius Schäfler AG. Lista-Office-Verwaltungsratspräsidentin Franziska Lienhard, die Tochter des langjährigen Patrons Fredy Lienhard, zeigt sich überzeugt, für Markwalder mit der Pius Schäfler AG «den richtigen Partner gefunden zu haben, welcher den Fortbestand des Unternehmens sichert».

Elf Standorte in allen vier Ostschweizer Kantonen

Die Transaktion schafft eine Gruppe mit elf Standorten in der ganzen Ostschweiz, annähernd 150 Mitarbeitenden und über 30 Millionen Franken Umsatz. Die Pius Schäfler AG alleine setzt mit fast 110 Mitarbeitenden rund 23 Millionen Franken um und hat neben dem Hauptsitz samt Werkstatt weitere sieben Standorte, darunter fünf Papeterien in Gossau, Flawil, ­Appenzell, Amriswil und Weinfelden sowie einen Showroom für Büromöbel in Kaltbrunn und einen zweiten in Schaffhausen, der heute eröffnet wird und auch Drucker ausstellt. Markwalder hat gegen 40 Beschäftigte und führt neben dem Hauptgeschäft in St.Gallen zwei Filialen in Romanshorn und Teufen.

Patrick Ammann verspricht sich von der Übernahme Synergien, etwa durch den Austausch des Know-hows, im Einkauf oder durch den Ausbau des Sortiments an den neuen Standorten. Markwalder verkauft ebenfalls Papeterieartikel und handelt mit Büroeinrichtungen, ist aber bisher noch nicht im Druckergeschäft tätig.

Onlinehandel ein wichtiger Teil der Strategie

Trotz des eingangs erwähnten Drucks im Detailhandel zeigt sich Ammann zuversichtlich, wobei auch die Digitalisierung ein wichtiger Pfeiler der Strategie ist. Zum einen mischt er selber im Onlinehandel mit. Bisher war die Pius Schäfler AG ebenso wie Markwalder schwergewichtig im B2B-Segment tätig, also im Onlineverkauf an Geschäftskunden.

«Hier setzen wir bereits beträchtliche Beträge um und wachsen rasch.»

In den kommenden Tagen wird Pius Schäfler ausserdem einen B2C-Shop für Endkonsumenten aufschalten. Zum anderen zeigt Ammann Optimismus dank der Grösse seiner Gruppe und der Strategie, auf Hochpreisartikel zu verzichten. Gleichzeitig beobachtet er aber «einen Trend der Konsumenten zu haptisch gutem Papier, schönen Karten oder edlen Schreibgeräten». Und dafür kämen viele Kunden gerne in einen Laden, wo sie überdies persönliche Beratung vorfänden.

Ralph Bleuer bleibt dem Unternehmen treu

Ralph Bleuer, Geschäftsleiter der Markwalder & Co. AG. (Bild: PD)

Ralph Bleuer, Geschäftsleiter der Markwalder & Co. AG. (Bild: PD)

Was Ammann «sehr wichtig» ist: Ralph Bleuer, bekannt auch als Präsident von Pro City St.Gallen, der Vereinigung innerstädtischer Detaillisten, bleibt als Geschäftsführer der Markwalder & Co. AG an Bord. Bleuer ist seit 40 Jahren in der Firma und nennt den Verkauf an die Pius Schäfler AG eine «sehr gute Lösung», zumal es ein Familienunternehmen sei. Trotz vieler leer stehender Ladenlokale sagt auch Bleuer, den stationären Handel brauche es, «die Konsumenten haben keine Freude an ausgestorbenen Innenstädten». Und: Markwalder, deren Hauptgeschäft vor sechs Jahren total umgebaut wurde, sei erfolgreich. Das sieht auch Ammann so, der in den vergangenen Jahren ebenfalls Filialen umfassend renoviert hat: «Beiden Unternehmen geht es gut.»

Aus den Firmenchroniken

1965 ist Pius Schäfler als gelernter Schreibmaschinenreparateur in sein selbstständiges Berufs­leben gestartet. Vier Jahre später eröffnete er in Gossau seine erste Papeterie und baute das Unternehmen laufend aus, mit weiteren Standorten, dem Geschäft mit Druckern im Vertragsverhältnis, mit Büromöbeln und der Planung von Einrichtungen. Im Jahr 2016 verkaufte Pius Schäfler die Aktien an seinen Schwiegersohn Patrick Ammann. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung und arbeitet seit 2011 im Unternehmen mit, das seit 2002 von Armin Würth operativ geleitet wird. Pius Schäfler (74) ist dem Unternehmen weiterhin als Verwaltungsratspräsident eng verbunden.

Seit 1898 ist Markwalder im Büromarkt aktiv. Damals übernahm Heinrich Markwalder als erste Vertretung in der Ostschweiz den Verkauf der Underwood-Schreibmaschinen, die kurz davor in den USA auf den Markt gekommen waren. Damit war der Grundstein für ein Fachgeschäft gelegt. Das Gebäude an der St. Galler Kornhausstrasse 5, in dem das Hauptgeschäft untergebracht ist, war von Paul Markwalder 1929 erworben worden. Ab 1991 hatte bei Markwalder Fredy Brunner das Sagen, bis er nach seiner Wahl in den Stadtrat 2004 wieder
ausstieg. Danach gehörte Markwalder zu Interoffice und nach deren Übernahme durch Lista Office seit 2008 zu dieser. (T. G.)

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