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Milan Prenosil: «Die Position der Mieter ist stärker geworden»

Milan Prenosil, Präsident der Cityvereinigung Zürich, zur Krise im Detailhandel.
Interview: Daniel Zulauf
Milan Prenosil, Cityvereinigung Zürich. (Bild: PD)

Milan Prenosil, Cityvereinigung Zürich. (Bild: PD)

Milan Prenosil, nirgends im Schweizer Detailhandel sind die Frequenzen, die Umsätze und die Mieten so hoch wie in der Stadt Zürich. Wie laufen die Geschäfte an der Limmat?

Im Augenblick laufen sie leider nicht besonders rosig. Der zunehmende Onlinehandel beschleunigt den Strukturwandel in einem bisher ungeahnten Ausmass. Dazu kommt, dass sich überall Sättigungserscheinungen zeigen. Das Angebot ist riesig und es ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Doch nun werden die Kunden eher weniger als mehr – auch weil die Zuwanderung rückläufig ist. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die wir in diesem Umfeld stärker spüren als auch schon: Ich rede vom teuren Franken, vom schrumpfenden Finanzplatz und auch von der restriktiven Verkehrspolitik in unserer Stadt. Das alles fordert seinen Tribut.

Sie betreiben die Confiserie Sprüngli am Paradeplatz, dem vermutlich teuersten Standort in der Schweiz. Könnten Sie das Geschäft dort betreiben, wenn die Liegenschaft nicht Ihnen selber gehören würde?

Nein, das wäre tatsächlich unmöglich. Aber das war schon in den 1970er-Jahren so.

Warum machen Sie es denn trotzdem?

Weil wir Unternehmer sind. Wir betreiben Sprüngli in der sechsten Generation. Die potenzielle Rendite der Liegenschaft ist etwas, das uns mindestens gegenwärtig sicherlich nicht interessiert.

An der Zürcher Bahnhofstrasse gibt es Streit um das Warenhaus Manor. Die Liegenschaftsbesitzerin Swiss Life will viel mehr Miete, was Manor zum Wegzug zwingen könnte. Wie wertet die Cityvereinigung diesen Konflikt, braucht es den Manor an der Bahnhofstrasse?

Das ist ein privater Rechtsstreit, in dem wir uns nicht positionieren. Aber ich hoffe sehr, dass die Parteien eine gute Lösung finden – es wäre wichtig für Zürich und die Bahnhofstrasse. Es wäre schade, wenn Manor verschwände.

Man sieht an der Zürcher Bahnhofstrasse und in der nächsten Umgebung auffallend viele Pop-up-Läden. Ist die Nachfrage nach solchen Lokalitäten eingebrochen?

Nein, ganz und gar nicht. Die Nachfrage ist nach wie vor sehr gross. Es gibt viele internationale Firmen aus den Bereichen Mode, Sport, Möbel oder Kosmetik, die gerne an der Bahnhofstrasse präsent wären. Aber sie sehen natürlich auch den Strukturwandel und hoffen auf tiefere Mieten.

Es ist also eher ein Seilziehen zwischen den Immobilienbesitzern und den potenziellen Mietern im Gang?

Ja, der Grund für das Phänomen, das Sie beobachtet haben, ist allein die Höhe der Mieten. Mit der Nachfrage hat das nichts zu tun. Die Position der Mieter ist stärker geworden. Wir bewegen uns tendenziell von einem Vermieter- zu einem Mietermarkt.

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