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«Die Technologie eliminiert Jobs, aber nicht Arbeit»

Das 14. Wirtschaftsforum des Kantons Schwyz widmete sich ganz dem Menschen in der Digitalisierung.
Jürg Auf der Maur

Mit dem diesjährigen Thema des Wirtschaftsforums des Kantons Schwyz trafen Regierungsrat Andreas Barraud und sein Team den Nagel auf den Kopf. Nicht weniger als 500 Personen aus Politik und Wirtschaft liessen es sich nicht nehmen, die interessanten Ausführungen zur Digitalisierung vor Ort im MythenForum in Schwyz zu verfolgen.

Barraud brachte es in seinen Begrüssungsworten auf den Punkt. «Heute steht für einmal nicht nur die digitale Revolution im Vordergrund. Dieses Mal steht der Mensch im Zentrum.» Von verschiedenen Seiten versuchten denn auch Wirtschaftsprofessor Reto Föllmi oder der Oberarther Unternehmer Urs Wullschleger darzulegen, ob und wie sich die Arbeitswelt und damit die Bedingungen für die Mitarbeiter in den nächsten Jahren verändern könnten. Cornelia Diethelm, Gründerin des Centers for digital Responsability, das sich mit der Verantwortung im digitalen Zeitalter beschäftigt, brachte die Sicht der Ethik ein.

Sie wies eindrücklich auf mögliche Gefahren hin, die nicht zwingend ein besseres Leben garantieren. Konkret erwähnte sie etwa die Gefahr der Selektionierung, der Diskriminierung oder der Überwachung.

Optimistischer Schwyzer Wirtschaftsprofessor

Eine positive Haltung der Entwicklung gegenüber nahm dagegen der Ausserschwyzer Reto Föllmi ein, der an der Uni St. Gallen einen Lehrstuhl besitzt. «Die Technologieangst ist nicht neu», führte er aus und wies auf die Ängste hin, welche die Bevölkerung spätestens seit der industriellen Revolution beschäftigten. Aber, so Föllmi: «Die Automatisierung hat viele Jobs geschaffen.» Er sei überzeugt, dass auch mit der Digitalisierung den Menschen die Arbeit nicht ausgehen werde. Föllmi: «Wir müssen den Strukturwandel zulassen. Die Technologie eliminiert Jobs, aber nicht Arbeit.»

Das zeige sich etwa am Beispiel des Finanzplatzes, wo trotz Digitalisierung etwa im Zahlungsverkehr nicht weniger Arbeit da ist. «Es gibt weiterhin gleich viele Banker. Aber sie haben heute andere Funktionen zu erfüllen und Arbeiten auszuführen.»

Gleich mehrmals Applaus erhielt der Oberarther Unternehmer Urs Wullschleger. Er zeigte, wie er seit 2011 in kleinen Schritten dank Kaizen, der japanischen Arbeitsphilosophie, die den Menschen ins Zentrum stellt, die Badewannenfabrik Schritt um Schritt weiterentwickeln konnte. Nicht die Kosten, sondern die Geschwindigkeit habe man im Fokus gehabt. Die Prozesse werden seither alle 14 Tage von allen Mitarbeitern überdacht und verkürzt. Den Hinweis, das täte dem Kanton etwa im Bereich Baugesuche auch gut, konnte sich der eingefleischte Unternehmer dann nicht verkneifen.

Wie Föllmi sieht auch er für sich und die Mitarbeiter letztlich Vorteile mit der Digitalisierung.

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