Dierikon
Komax rutscht in die Verlustzone, beendet aber die Kurzarbeit

Einem schlechten ersten Halbjahr stand ein gutes zweites Semester gegenüber. Auf die Dividende verzichtet der Hersteller von Kabelverarbeitungsmaschinen.

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Blick in die Produktion von Komax.

Blick in die Produktion von Komax.

Dominik Wunderli (14. März 2019)

(mim) Der in Dierikon ansässige Hersteller von Kabelverarbeitungsmaschinen Komax hat letztes Jahr den Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie stark zu spüren bekommen. Beim Umsatz resultierte ein Rückgang um 21,6 Prozent auf 327,6 Millionen Franken und der Bestellungseingang schrumpfte um 15,5 Prozent auf 345,3 Millionen Franken. Entsprechend litt auch die Profitabilität: Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit brach um 53,2 Prozent auf 11,3 Millionen ein. In diesem Ergebnis sind Restrukturierungskosten enthalten; Komax hatte letztes Jahr in Dierikon und Rotkreuz 70 Stellen abgebaut und Kurzarbeit eingeführt. Unter dem Strich resultierte für das vergangene Jahr ein Verlust von 1,3 Millionen Franken nach einem Gewinn von 13,2 Millionen im Vorjahr.

Rund 80 Prozent des Umsatzes macht Komax in der Autoindustrie. Laut der Mitteilung waren trotz Pandemie bei den Kunden Lösungen gefragt, die im Zusammenhang mit neuen Technologien wie autonomem Fahren und Elektromobilität stehen oder dazu beitragen, den Automatisierungsgrad in der Kabelverarbeitung zu erhöhen. Ab Mitte 2020 verbesserte sich die Marktsituation denn auch schrittweise. Bereits Ende Januar hatte Komax eine positive Gewinnwarnung herausgegeben. Sowohl Umsatz als auch Bestellungseingang stiegen im Vergleich zum ersten Semester an. Insbesondere die letzten Monate des Jahres hätten massgeblich zu dieser Zunahme beigetragen, so die Mitteilung. Einem Ebit-Verlust von 4,7 Millionen im ersten Halbjahr stand im zweiten Halbjahr ein Gewinn von 16 Millionen gegenüber. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Komax Licht am Ende des Tunnels sieht, ist die Tatsache, dass das Unternehmen per Anfang April die Kurzarbeit in der Schweiz beendet.

Normalerweise schüttet Komax jährlich mehr als die Hälfte des Gruppenergebnisses nach Steuern an ihre Aktionärinnen und Aktionäre aus. «Da 2020 dieses Ergebnis negativ war, beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 14. April, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten», lässt sich Verwaltungsratspräsident Beat Kälin in der Mitteilung zitieren. Laut CEO Matijas Meyer hat das Unternehmen je nach Umsatzentwicklung «die nötige Flexibilität, um die Kosten anpassen zu können beziehungsweise kurzfristig Kapazitäten zu schaffen.» Obwohl sich die Rahmenbedingungen verändert haben, hält Komax an den 2020 definierten Mittelfristzielen fest und strebt 2023 einen Umsatz von 450 bis 550 Millionen Franken und ein Ebit-Gewinn von 50 bis 80 Millionen an.