Plötzlich Millionär
Dieser Teenager wurde mit einer App zum mehrfachen Millionär

Es klingt wie ein modernes Märchen: Der Londoner Teenager Nick D'Aloisio hat eine Idee für eine App, für die Yahoo nun 30 Millionen Dollar hinblättert. Der 17-jährige Schüler will sich jetzt erst Mal einen neuen PC und neue Turnschuhe kaufen.

Dino Nodari
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App-Entwickler Nick D'Aloisio wurde zum mehrfachen Millionär
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Für seine App Summly soll er 30 Millionen Dollar erhalten haben.
Trotz dem Erfolg will er erst einmal die Schule beenden.
Der Londoner ist ein typischer Teenager.
Von dem Geld will er sich einen neuen Computer und neue Turnschuhe kaufen.

App-Entwickler Nick D'Aloisio wurde zum mehrfachen Millionär

Keystone

Nick D'Aloisio ist ein typischer Teenager - und seit Montag auch Multimillionär. Dem Internet-Gigant Yahoo ist D'Aloisios iPhone-App «Summly» 30 Millionen Dollar wert.

Lange hielt der Schüler gegenüber seinen Klassenkameraden dicht und erzählte nicht einmal, dass er von reichen Investoren und Stars unterstützt wurde. Jetzt dürfte es für den 17-Jährigen schwer werden, unerkannt zu bleiben. Wer ist der Wunderknabe, der als der nächste Mark Zuckerberg gehandelt wird?

Das Programmieren selbst beigebracht

Als sein neuer Arbeitgeber 1994 gegründet wurde, war Nick D'Aloisio noch nicht einmal geboren. Der Sohn von australischen Einwanderern ist im Londoner Nobelviertel Wimbledon aufgewachsen.

Seine Mutter ist Anwältin und der Vater ist Investmentbanker. Von den Eltern hat er sein Technikwissen also nicht.

Im Gegenteil: Mit zehn Jahren nervte er seine Eltern so lange, bis er schliesslich ein Laptop erhält. Das Programmieren bringt er sich mit Online-Videos selbst bei.

Seine erste App veröffentlicht er im Sommer 2008, zu einem Zeitpunkt, an dem es erst wenige Apps für Apple-Geräte gab. Am ersten Tag habe er 79 britische Pfund verdient. «Für mich war das der Wahnsinn», erklärt er dem Telegraph.

Das kann die App Summly

Während Nick D'Aloisio für eine Schularbeit recherchiert, hat er die Idee für die App Summly. Im Internet findet er sehr viel Stoff, aber jede Seite muss er auch erst lesen, bis er weiss, ob die Seite ihm weiterhilft. Die App findet die zentralen Sätze der Artikel und fasst diese in 400 Zeichen zusammen. Gerade so viel, damit sie noch auf einem Smartphone-Bildschirm Platz haben. (dno)

Den grossen Wurf jedoch landete D'Aloisio im Sommer 2011. Er entwickelte die App TrimIt. Damit werden Webseiteninhalte in kurze Infohappen zusammengefasst. Innert kurzer Zeit wurde die Applikation mehr als 30000 Mal heruntergeladen. TrimIt ist der Vorgänger von Summly.

Der damals 15-Jährige erhält daraufhin einen Anruf vom chinesischen Unternehmer Li Ka-Shing, dem laut Forbes achtreichsten Menschen der Welt. Der Investor hatte bereits bei Facebook, Spotify und Siri eine gute Nase bewiesen und wollte bei D'Aloisio einsteigen.

Dafür stellte er dem App-Entwickler 300000 Dollar zur Verfügung. Nick nahm sich ein Jahr Auszeit von der Schule und entwickelte die App zu Summly weiter. Unterdessen haben auch Schauspieler Ashton Kutcher, Künstlerin Yoko Ono, Schriftsteller Stephen Fry und Medienmogul Rupert Murdoch das Unternehmen unterstützt.

Erst die Schule beenden

Am Montag kaufte dann Yahoo die App für 30 Millionen Dollar, wie das Tech-Portal AllThingsD berichtet. Wie viel in die Taschen von Nick D'Aloisio wandern wird ist nicht klar.

Es dürfte jedoch ein grosser Teil davon sein. Die App wurde unterdessen aus dem App-Store entfernt. Yahoo will die Technologie mit Hilfe des Schülers in die eigenen Apps integrieren.

Trotz seines neu erworbenen Reichtums und des neuen Arbeitgebers will Nick erst die Oberstufe beenden. «Ich habe noch eineinhalb Jahre, bis die Schule beendet ist», sagte der Teenager zur New York Times.

Zumindest das Schulgeld von 21000 Dollar im Jahr am renommierten King's College dürfte Nick jetzt aus der eigenen Tasche bezahlen. Nebenbei wird der Entwickler nun im Yahoo-Büro in London arbeiten.

Neuer Computer und neue Turnschuhe

Was er mit dem vielen Geld anstellen will, weiss der Teenager noch nicht. Gegenüber dem Guardian sagte er jedoch, dass er gerne einen neuen Computer und neue Turnschuhe hätte. Seine Eltern werden ihm helfen, das Geld zu verwalten.

Dabei soll auch noch genügend Zeit übrig bleiben, um seinem Hobby Cricket zu frönen und später in Oxford Philosophie zu studieren. Kein Wunder gilt Nick als das Wunderkind der IT-Branche.