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DIGITAL: Sicherheit im Netz – das gilt es zu wissen

Am Dienstag ist der Safer Internet Day – ein seit 2008 jährlich stattfindender Aktionstag für mehr Internetsicherheit. Worum es geht und weshalb wir uns gerade jetzt dafür interessieren sollten.
Dominik Buholzer
Wenn wir die Google-Suchmaschine nutzen, vertrauen wir dem Unternehmen auch einen Teil unserer Daten an. (Bild: Jaap Arriens/Getty)

Wenn wir die Google-Suchmaschine nutzen, vertrauen wir dem Unternehmen auch einen Teil unserer Daten an. (Bild: Jaap Arriens/Getty)

Dominik Buholzer

Wie gross sind die Schäden, die Cyberkriminalität verursacht?

Die Kosten für die Weltwirtschaft belaufen sich laut dem World Economic Forum (WEF) bald auf 500 Milliarden US-Dollar im Jahr. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz lag im letzten Jahr bei geschätzten 659 Milliarden US-Dollar. Das WEF hat aus diesem Grund die Cybersicherheit als einen der grössten Risikobereiche weltweit definiert.

Wie sieht es in der Schweiz aus?

Laut einer Studie des Wirtschaftsberatungsunternehmens KPMG waren 88 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz in den vergangenen zwölf Monaten Opfer einer Cyberattacke. Die Ergebnisse wurden im Mai 2017 präsentiert. Im Vorjahr waren es noch 54 Prozent.

Was muss ich mir unter den Cyberattacken vorstellen?

Es handelt sich beispielsweise um Computerviren, so genannte Erpressungstrojaner. Diese verweigern den Nutzern den Zugriff auf die Geräte. Wird ein Lösegeld bezahlt, werden die Geräte wieder freigeschaltet. Der Erpressungstrojaner «WannaCry» vom 12. Mai 2017 legte 200 000 Computer in 150 Ländern lahm. Betroffen waren unter anderem der britische Gesundheitsdienst NHS und die Deutsche Bahn. In der Schweiz gab es 204 Opfer.

Gibt es eigentlich eine 100- ­prozentige Sicherheit gegen Cyberangriffe?

Nein, gibt es nicht. Dies ist laut dem Wirtschaftsberatungsunternehmen KPMG auch kein realistisches Ziel. «Wirksame Abwehrmassnahmen setzen beim Verständnis der Bedrohung an», sagt KPMG. Das heisst, man muss auch die Mitarbeiter auf die möglichen Gefahren sensibilisieren und schulen. Viele Cyberkriminelle machen sich den Faktor Mensch zu Nutze und umgehen so technische Abwehrhürden. Aus diesem Grund müssen Unternehmen in Zukunft vermehrt auch weichere Faktoren, wie etwa die Unternehmenskultur, ins Zentrum ihrer Sicherheitsüberlegungen stellen und nicht bloss die Komponente Technologie berücksichtigen. Es genügt auch nicht, einfach einen Experten anzustellen, der die Firma gegen ­Cyberkriminalität schützt.

Was wird gegen Cyberkriminalität getan?

In der Schweiz gibt es die Melani, die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes ( www.melani.admin.ch), die über die Risiken informiert und immer wieder vor aktuellen Trojanern warnt. Am 24. Januar 2018 kündigte das Weltwirtschaftsforum die Gründung eines neuen globalen Zentrums für Cybersicherheit an. Sitz des Zentrums ist in Genf, vorgesehen sind 30 bis 40 Vollzeitstellen. Das Budget soll sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen; Ziel ist es, dieses Geld über Mitgliederbeiträge zusammenzubekommen. Der Fokus des Zentrums liegt im Bereich Ausbildung.

Wie viel wissen die Technologiekonzerne über uns?

Wenn wir die Google-Suchmaschine oder andere Dienste des US-Technologieunternehmens nutzen, vertrauen wir dem Unternehmen auch einen Teil unserer Daten an. Noch mehr sind es, wenn wir ein Konto anlegen. Zusammengefasst erfasst Google von uns folgende Daten: Persönliche Angaben wie Name, Mail-Adresse, Geburtsdatum, die Inhalte, die wir erstellen (Kalendertermine, Mail, die wir über Gmail versenden oder Kontakte) sowie unsere Suchanfragen (auch Videos, die wir ansehen, der Standort sowie Geräteinformationen wie IP-Adresse).

Was macht Google mit diesen Daten?

Google sammelt all diese Angaben, um seine Dienste sicherer und besser zu machen, aber auch, um Kunden spezifische Such­ergebnisse liefern zu können. Mit dem Dashboard von Google kann man die Einstellungen für Werbung anpassen (myaccount.google.com/dashboard).

Werden die Angaben auch an Dritte weitergeben?

Nein, ausser wenn Google Ihre Einwilligung hat: In der Datenschutzerklärung, zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2017, steht: «Wir geben personenbezogene Daten an Unternehmen, Organisationen oder Personen ausserhalb von Google weiter, wenn wir hierfür Ihre Einwilligung erhalten haben. Für die Weitergabe jeglicher sensibler Kategorien von personenbezogenen Daten benötigen wir Ihre ausdrückliche Einwilligung.» Es ist zudem möglich, dass Google nicht personenbezogene Daten «an die Öffentlichkeit und unsere Partner» weitergibt, wie aus der Datenschutzerklärung hervorgeht. Dies können Publisher, Werbetreibende oder verbundene Websites sein.

Macht es aus sicherheitstechnischen Überlegungen Sinn, ein Google-Konto anzulegen?

Ja, denn mit einem Google-Konto erhält man im Dienst «Google mein Konto» Einblick, welche Daten das Unternehmen speichert – und behält auch die Kontrolle über seine Daten. So sind unter «Meine Aktivitäten» alle Suchabfragen nach Datum aufgelistet, man kann selbst Sprachanweisungen nochmals anhören; die Auflistung findet man unter «Mein Konto» bei der Einstellung «Meine Aktivitäten aufrufen». Die Abfragen können dort auch gelöscht werden. Damit geht Google einen deutlichen Schritt weiter als beispielsweise jeder Kreditkartenanbieter oder andere Technologieunternehmen.

Stimmt es eigentlich, dass internetbasierte Sprachassistenten wie «Alexa» von Amazon oder «Google Home» alle Geräusche in ihrem Umfeld aufzeichnen?

Richtig ist, dass beide Geräte sehr sensibel auf akustische Signale reagieren und ständig nach den entsprechenden Hotwords («Okay, Google» bei Google) horchen. Einzig die Eingabe nach diesem Befehl wird geschickt – alles andere wird auf dem Gerät gelöscht. Bei Amazon wie auch bei Google kann man die gesendeten Sprachaufnahmen überprüfen und löschen. Bei Amazon unterwww.amazon.de/mycd und bei Google mein Konto über myaccount.google.com oder auf der App «Google Home» unter «Meine Aktivitäten».

Kann ich mich denn auch gegen unerwünschte Anzeigen wehren?

Werbung lässt sich zwar nicht vollständig entfernen, unerwünschte Anzeigen jedoch schon. In der Google-Suche, auf Youtube und in Gmail lassen sich Anzeigen in unerwünschten Themenbereichen oder auch von bestimmten Werbetreibenden blockieren – dies ganz einfach in Googles «Einstellungen für Werbung». Auf Websites und in Apps von Google-Partnern kann man unerwünschte Anzeigen in einigen Fällen auch «ignorieren». Um Werbung blockieren zu können, muss man allerdings über ein Google-Konto verfügen: Bei der Google-Suche muss man auf einem Desktop-Computer auf den Abwärtspfeil neben der URL.

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