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DIGITALWÄHRUNG: Hochschule Luzern akzeptiert Bitcoin-Zahlungen

Seit kurzem können Rechnungen der Hochschule Luzern auch in Bitcoin bezahlt werden. Risiken sieht die Hochschule dabei nicht.
Maurizio Minetti
Berg- und Talfahrt: Digitale Bitcoins können auch in Schweizerfranken getauscht werden - die stark schwankende Kursentwicklung bestimmt sich allerdings im Internet. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Berg- und Talfahrt: Digitale Bitcoins können auch in Schweizerfranken getauscht werden - die stark schwankende Kursentwicklung bestimmt sich allerdings im Internet. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Maurizio Minetti

0,15159696 Bitcoin hat die Hochschule Luzern am vergangenen Wochenende «einkassiert». Umgerechnet sind das rund 640 Franken. Die Zahlung war eine Premiere: Wer von der Hochschule eine Rechnung erhält, kann seit kurzem nämlich auch mit der Kryptowährung bezahlen. Das dürfte schweizweit ein Novum sein. «Soweit wir informiert sind, sind wir die erste Hochschule der Schweiz, die Bitcoin-Zahlungen akzeptiert», sagt René Hüsler, stellvertretender Rektor der Hochschule Luzern.

Eine Umfrage scheint diese Aussage zu bestätigen. Selbst die renommierteste technische Hochschule der Schweiz, die ETH Zürich, hat gegenwärtig keine Pläne, die Kryptowährung Bitcoin als Zahlungsmittel für Rechnungen einzuführen. International bieten unter anderem das King’s College New York, die University of Nicosia in Zypern und die University of Cumbria in Grossbritannien Bitcoin als alternative Zahlungsmöglichkeit an.

Die Hochschule Luzern möchte mit dem Schritt vor allem Erfahrungen im praktischen Umgang mit der Technologie sammeln (siehe Box). Dabei sind Bitcoins nicht unumstritten. Solche Kryptowährungen sind nicht reguliert, und es steht auch keine Zentralbank dahinter. Daher wird ihr Kurs allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Entsprechend befindet sich der Bitcoin-Kurs auf einer ständigen Achterbahnfahrt. Derzeit nimmt der Bitcoin die Marke von 6000 US-Dollar ins Visier, doch in den letzten Jahren gab es auch mehrere Abstürze (siehe Grafik).

Der Bitcoin steht auch wegen Betrugsvorwürfen, Börsenpleiten und des Verdachts auf Geldwäsche und Terrorfinanzierung im Rampenlicht. Erst vor wenigen Tagen hat Russland bekannt gegeben, dass man den Zugang zur Digitalwährung beschränken wolle. Internetseiten, die Kryptowährungen wie Bitcoin anbieten, würden künftig blockiert. «Wir können Kleinanlegern nicht einen direkten und einfachen Zugang zu solchen dubiosen Instrumenten bieten», sagte der stellvertretende Zentralbankchef am Dienstag. Die russischen Behörden hatten bereits vergangenen Monat mitgeteilt, den Einsatz von Kryptowährungen durch russische Bürger und Unternehmen regulieren zu wollen.

Trotzdem häufen sich in letzter Zeit Meldungen von Unternehmen in der Schweiz, die Zahlungen per Bitcoin akzeptieren. So nimmt seit wenigen Tagen der Schenkoner Lehner Versand Zahlungen in Bitcoin entgegen. Die Einwohnerkontrolle der Stadt Zug akzeptiert Bitcoin-Zahlungen bis 200 Franken bereits seit Mitte 2016.

Hochschule wird Bitcoins nicht besitzen

Die Frage hierbei ist, ob die Institutionen und Unternehmen riskieren, durch starke Kursverluste ihr Geld zu verlieren. Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller sagte dazu kürzlich: «Schwankungen gibt es. Aber sobald Bitcoins bei uns reinkommen, haben wir jederzeit die Möglichkeit, diese wieder in Schweizer Franken zu wechseln. Das sichert uns ab.» Auch der Lehner Versand kann die Kryptowährung jederzeit in Schweizer Franken umtauschen.

Die Hochschule Luzern wiederum lässt die Zahlungen einmal pro Woche oder ab 10 000 Franken täglich in Schweizer Franken konvertieren. Ausserdem wird die Hochschule nicht selbst mit Bitcoin handeln: Sie hat einen Vertrag mit der Zuger Bitcoin Suisse AG abgeschlossen, die ein entsprechendes Paymentsystem betreibt. «Damit wird es für die Hochschule Luzern möglich, Bitcoins einzunehmen, ohne selbst welche zu besitzen», erklärt Hüsler. Allfällige Kursverluste und Währungsrisiken trage die Bitcoin Suisse AG. Die Zahlungsgebühr von einem Prozent trage der Endkunde.

Die Hochschule Luzern rechnet zunächst mit einer kleinen Zahl von Personen, die ihre Rechnungen in Bitcoin zahlen werden. Am ehesten aus jener Gruppe, die sich inhaltlich mit den Themen Finanzdienstleistungen und Blockchain auseinandersetzt oder sich für eine Weiterbildung in diesem Bereich interessiert.

Die erste Rechnung wurde denn auch von einem Studenten am Departement Wirtschaft bezahlt. Es ging um eine Bachelor-Semesterrechnung.

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