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DORIS RUSSI SCHURTER: Neue Ära bei Helvetia

Doris Russi Schurter soll als Verwaltungsratspräsidentin von Helvetia Pierin Vincenz beerben, der ohne Glanz und Glorie gegangen ist. Ein Analyst verspricht sich viel von diesem Wechsel.
Thomas Griesser Kym
Hauptsitz der Helvetia Group in St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess, Benjamin Manser (30. Januar 2018))

Hauptsitz der Helvetia Group in St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess, Benjamin Manser (30. Januar 2018))

Thomas Griesser Kym

Am vergangenen 18. Dezember endete die Ära Pierin Vincenz bei Helvetia. Der frühere Raiffeisen-Chef trat als Verwaltungsratspräsident des Versicherers zurück, wegen des Zwangsverfahrens der Finanzmarktaufsicht gegen seine Person. Interimistisch übernahm Doris Russi Schurter das Verwaltungsratspräsidium. Die Luzerner Rechtsanwältin mit Jahrgang 1956 sitzt seit bald zehn Jahren im Aufsichtsgremium.

Nun wird sie der Generalversammlung vom 20. April als feste Lösung vorgeschlagen. «Doris Russi Schurter kennt Helvetia bestens und hat als langjährige Vizepräsidentin die Entwicklung unseres Unternehmens wesentlich mitgeprägt», lässt sich Hans Künzle zitieren, der zweite Vizepräsident des Verwaltungsrates. Gemeinsam werde man die Umsetzung der Strategie «Helvetia 20.20» weiterverfolgen. Diese sieht vor, dass Helvetia digitaler wird, Geschäftsvolumen und Gewinn steigert sowie selektiv auch durch Akquisitionen wächst.

Frisches Blut für das Aufsichtsgremium

Im Aufsichtsgremium sitzen indes mehrere Personen mit weit mehr und vor allem auch operativer Erfahrung in der Versicherungsbranche. So Künzle selber, von 2004 bis 2014 Chef der Nationale. Oder Ivo Furrer, früher Chef der Swiss Life Schweiz. Oder Hans-Jürg Bernet, ehemals Topmanager der Zurich-Gruppe, sowie Ex-Vizepräsident des Versicherungsverbandes. Peter Casanova, Analyst bei Julius Bär, sieht dennoch gute Gründe für Russi Schurter als Präsidentin. «Nach Vincenz’ Abgang will die Helvetia Ruhe und Konstanz in- und ausserhalb des Unternehmens erhalten.» Russi Schurter sei «eine beruhigende Wahl», sagt Casanova und verweist darauf, dass sie als langjährige Verwaltungsrätin die Helvetia «in- und auswendig kennt».

Im Ge­gensatz dazu sitzt Furrer erst seit April 2017 im Helvetia-Verwaltungsrat. Künzle ist seit Anfang 2015 dabei. Er kam als Folge der Übernahme der Nationale durch die Helvetia dazu – nachdem er die Avancen der Rivalin zunächst bekämpft hatte. Bernets operative Zeit in der Versicherungsbranche wiederum hat bereits 2005 geendet. Zudem wird er nächstes Jahr 70 und schreitet damit auf die Altersguillotine zu. Im Wei­teren erfährt der Verwaltungsrat auch eine Blutauffrischung. Drei Neue stellen sich zur Wahl: die ehemalige KPMG-Wirtschaftsprüferin Regula Wallimann, Beat Fellmann, Finanzchef des grössten Schweizer Baukonzerns Implenia, und Thomas Schmuckli, Verwaltungsratspräsident des Schraubenhändlers Bossard.

Auf eine Wiederwahl in den Helvetia-Verwaltungsrat verzichtet Patrik Gisel, Vincenz’ Nachfolger als Raiffeisen-Chef. Hintergrund seines Ausscheidens ist, dass die Bank letzten September ihre Beteiligung an Helvetia verkauft und den Aktionärspool mit der Patria-Genossenschaft verlassen hat. Die Kooperation der beiden Finanzkonzerne, wobei die Raiffeisenbanken Produkte und Dienstleistungen der Helvetia vertreiben, bleibt bestehen.

Casanova zeigt sich überzeugt, dass Russi Schurters Wahl zur Präsidentin der Helvetia deren Aktie gut tut. «Diese hat sich in der Ära Vincenz deutlich weniger gut entwickelt als der Titel der vergleichbaren Bâloise und muss aufholen», sagt der Analyst und gibt eine Kaufempfehlung ab. In der Tat: Während Vincenz’ Präsidialzeit von April 2015 bis Dezember 2017 hat die Aktie Helvetia 3,8 Prozent zugelegt, während Bâloise 23,6 Prozent gewann.

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