Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

DRITTE SÄULE: Aktien-Skeptiker haben Alternativen

Wie spart man am besten für den Ruhestand? Die Frage stellt sich je nach Alter und Lebenssituation unterschiedlich. Vorsorge­fachleute geben Tipps.
Auch eine Familie mit kleinen Kindern tut gut daran, an die Vorsorge zu denken. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Auch eine Familie mit kleinen Kindern tut gut daran, an die Vorsorge zu denken. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Rainer Rickenbach

Auf die Börse ist kein Verlass. Eine unerwartete Meldung zum amerikanischen Arbeitsmarkt genügt – schon geben die Kurse rund um den Globus nach. Und doch: Über Jahrzehnte betrachtet, fahren die Sparer gemäss den Renditeberechnungen längerfristig mit Aktien am besten.

Nichts für schwache Nerven

Wer für den Ruhestand spart, kann bei der freiwilligen Vorsorge 3a (dritte Säule) maximal die Hälfte seines Sparvermögens in Aktien anlegen. Das lohnt sich zwar über eine lange Zeitdauer, ist aber nichts für Sparer mit schwachen Nerven. Während der Finanzkrise vor sieben Jahren etwa mussten die Vorsorgesparer mit hohem Aktienanteil im Depot hohe Buchverluste hinnehmen. Doch bereits zwei, drei Jahre später waren die Verluste mehr als nur wettgemacht.

Fehlt die Bereitschaft, Kursrisiken auf sich zu nehmen, so empfehlen die Vorsorgeberater, die Finger davon zu lassen. «Denn die beste Anlagestrategie nützt nichts, wenn sie die Anleger nicht ruhig schlafen lässt», sagt Patrick Bättig, Leiter Vorsorgezentrum der Schwyzer Kantonalbank. Er empfiehlt Börsenskeptikern, ihr Geld in der dritten Säule auf einem Geldkonto, in einem Fonds mit kleinem Aktienanteil oder auf eine andere Art breit gestreut anzulegen.

Vor Bezug rechtzeitig handeln

Wer schon älter ist und in absehbarer Zeit an sein Geld in der dritten Säule heran will, tut indes auch bei hoher Risikobereitschaft gut daran, die Börsenkurse gut im Auge zu behalten. Denn es wäre ein Verlustgeschäft, wenn die Auszahlung des Vorsorgedepots zeitlich mit einer Börsenbaisse zusammenfallen würde. «Wer nur eine kurze Zeit bis zum Bezug von Spargeldern hat, kann sein 3a-Guthaben in das private Wertschriftendepot transferieren lassen. Dann müssen die Wertschriften beim Bezug nicht verkauft und allfällige Verluste nicht realisiert werden», rät Samuel Schürmann, Vorsorgeexperte beim Luzerner VZ Vermögenszentrum.

Grundsätzlich gilt: Je jünger die Sparer, desto mehr spricht für einen hohen Aktienanteil. Früh sollte man sich auch Gedanken über die Steuerersparnisse machen, die mit der dritten Säulen einhergehen. Denn mit ihr sind die Sparer in der Lage, gleich doppelt Steuern zu sparen: zuerst beim Einzahlen von den dieses Jahr maximal 6768 Franken und später beim Kapitalbezug, der in den meisten Kantonen und Gemeinden wesentlich tiefer besteuert wird als das Einkommen.

Beim Bezug fahren die Vorsorgesparer aus steuerlichen Gründen besser, wenn sie das Kapital zeitlich gestaffelt beziehen. Weil bei der dritten Säule ein Depot und Konto ganz aufzulösen sind, empfiehlt es sich, während der Sparphase mehrere davon anzulegen. «Als Faustregel gilt, auf einem einzigen 3a-Konto nicht mehr als 50 000 Franken anzulegen», sagt Schürmann vom VZ Vermögenszentrum.

Negativzinsen schmälern Rendite

Die Negativzinsen schmälern die Renditeaussichten für die 3a-Sparer stark ein. «Die durchschnittliche Verzinsung von 3a-Zinskonten von 15 grossen Anbietern ist seit 2009 von über 2,3 auf heute etwas unter 0,9 Prozent gefallen», haben die Vorsorge-Experten der UBS ausgerechnet. Vereinzelte Anbieter gewähren gemäss der Grossbank auf den 3a-Zinskontos keinen Zins mehr. «Hält die Nationalbank an den Negativzinsen fest, so dürfte die Verzinsung noch deutlich sinken», prophezeit die UBS. Ihre Experten gehen davon aus, dass viele Anbieter die Negativzinsen, die ihnen auf dem SNB-Sichtkonto belastet werden, über kurz oder lang auch auf die Zinskonten der 3a-Säulen überwälzen.

Viel können die Sparer dagegen nicht unternehmen. Allenfalls bietet der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses einen Ausweg für diejenigen, die es sich leisten können. Die Hypothekarzinsen bewegen sich nach wie vor auf einem rekordtiefen Niveau, und der Kredit lässt sich teilweise mit Vorsorgegeld finanzieren. «Bei den aktuell hohen Immobilienpreisen ist der Kauf von Wohneigentum jedoch sehr gut gegen andere Möglichkeiten abzuwägen», sagt Bättig von der Schwyzer Kantonalbank.

Die Gebühren tief halten

Wegen den eingetrübten Renditeaussichten empfiehlt es sich erst recht, die Gebühren für die freiwillige Vorsorge genau unter die Lupe zu nehmen. Die Unterschiede machen bis zu einen halben Prozentpunkt aus. «Bei einer Maximaleinzahlung von 6768 Franken macht das über 25 Jahre betrachtet mehr als 10 000 Franken aus», sagt Schürmann vom VZ Vermögenszentrum. «Der Transfer des 3a-Guthabens zu einem günstigeren Anbieter ist jederzeit möglich und kostet meistens nichts.»

«Grundsätzlich gibt es wie überall in diesem Bereich keine kostenfreien Lösungen», sagt Bättig von der Schwyzer Kantonalbank. Die Kosten müssten aber transparent ausgewiesen und vergleichbar sein. Er empfiehlt retrozessionsfreie Anbieter, bei denen die Kosten nicht in die Vorsorge-Produkte eingebaut, sondern separat ausgewiesen sind. Schürmann rät, die Gebühren mit einem Guthaben in ETF oder anderen Indexfonds zu investieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.