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Druck auf Elon Musk wird immer grösser

Der Autobauer Tesla baut Stellen ab, um die Geschäftszahlen aufzupolieren. Konzernchef Elon Musk verspricht, dass die Produktion des «Model 3» unter dem Sparprogramm nicht leiden werde. Wunschdenken oder Realität?
Renzo Ruf, Washington
Tesla-Arbeiter in der Fabrik in Fremont, Kalifornien. (Bild: EPA (3. Juli 2017))

Tesla-Arbeiter in der Fabrik in Fremont, Kalifornien. (Bild: EPA (3. Juli 2017))

Die Börse hat gestern verwundert auf die Ankündigung von Tesla-Konzernchef Elon Musk reagiert, wonach dem Autobauer ein Sparprogramm im Hause steht. Nachdem die Aktie, die an der Technologiebörse Nasdaq gelistet ist, im vorbörslichen Handel einen grossen Sprung gemacht hatte, gab das Papier nach Handelseröffnung um 2 Prozent auf weniger als 340 Dollar nach. Dann gewann die Aktie innerhalb weniger Minuten 7 Dollar hinzu, um anschliessend fast sämtliche Gewinne wieder abzugeben. So ging es munter weiter, auf und ab.

Begründet wurde diese Volatilität von Marktbeobachtern mit den widersprüchlichen Signalen, die der umtriebige Musk aussendete. Einerseits sorgte der 46-jährige Tausendsassa kürzlich mit harscher Kritik an Finanzanalysten und Medienschaffenden für grosses Erstaunen, als sei Tesla – eine Firma, die in ihrer 15-jährigen Existenz noch nie einen Jahresgewinn erwirtschaftet hat – nicht auf ein gewisses Wohlwollen der Finanzmärkte angewiesen. Andererseits wurde die Ankündigung des «schwierigen, aber notwendigen» Stellenabbaus, den Musk am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter publik gemacht hatte, auch als Signal an die Börse aufgefasst, wonach er die Kritik am Geschäftsmodell von Tesla ernst nehme. Es bestehe eine gewisse Notwendigkeit, «die Kosten zu reduzieren» und «Profitabilität zu erzielen», schrieb der Konzernchef. Deshalb werde Tesla gegen 9 Prozent der Belegschaft abbauen, die am 31. Dezember 2017 gegen 37500 Angestellte umfasste.

Zwischenzeitlich soll die Belegschaft gar auf 40000 Angestellte angewachsen sein, hiess es gestern in amerikanischen Medien. Musk präzisierte, dass von dieser Sparmassnahme nur die Belegschaft betroffen sei, die im Stundenlohn angestellt ist, und niemand, der mit dem eigentlichen Autobau betraut sei, entlassen werde. Deshalb sei die Produktion des «Model 3», dem Tesla-Modell für die Massen, nicht davon betroffen.

Technische Probleme in der Fabrik gelöst

Ob es sich bei dieser Ansage um Wunschdenken handelt, wird sich bereits in wenigen Wochen zeigen. Just am Dienstag, vor der Ankündigung der Sparmassnahme, hatte sich der Analyst Brad Erickson – der für KeyBank Capital Markets arbeitet – optimistisch gezeigt, dass Musk seine ambitionierten Produktionsziele für das «Model 3» erreichen könne. Erick­son sagte, er habe Gespräche mit Vertretern von 20 Tesla-Verkaufslokalitäten geführt und sei dabei zum Schluss gekommen, dass der Autobauer mehr Modelle absetze als bisher gedacht. Nun geht Erickson davon aus, dass im laufenden Jahr gegen 118000 «Model 3» ausgeliefert werden – dies entspricht einem satten Plus von 20000 gegenüber seiner letzten Prognose.

Die Finanzplattform «CNN Money» schrieb daraufhin: Langsam, aber sicher mache sich das Gefühl breit, dass nicht nur die Nachfrage nach dem «Model 3» «unglaublich gross» sei, sondern auch, dass es Tesla schaffen werde, diese Nachfrage zu befriedigen. Musk hatte kürzlich versprochen, dass die hochmoderne Tesla-Fabrik in Fremont (Kalifornien) bis Ende Juni sein Ziel erreichen werde, 5000 Fahrzeuge des Typus «Model 3» pro Woche zu produzieren. Dies werde dazu führen, dass Tesla im dritten und vierten Quartal des laufenden Jahres einen Gewinn schreibe. Gemäss dem Nachrichtendienst Bloomberg ist der Autobauer allerdings noch weit entfernt, dieses Ziel zu erreichen. Derzeit produziere der Autobauer ungefähr 2700 «Model 3» pro Woche, meldete Bloomberg gestern, basierend auf offiziellen Verkaufszahlen. Immerhin schrieb ein Bloomberg-Reporter nach einem Besuch der Fremont-Fabrik: Die grossen Probleme, mit denen sich Tesla noch vor einigen Wochen in der Fabrik herumgeschlagen habe, seien gelöst worden. Nun gälte es nur noch, eine Galaxie von kleineren Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen.

Analysten wiesen darauf hin, dass Musk sich auf einem schmalen Grat bewege. Der Stellenabbau werde die Tesla-Belegschaft demoralisieren, sagte Dave Sullivan, Analyst beim Forschungsunternehmen AutoPacific. «Es ist sehr schwierig», sagte Sullivan dem «Wall Street Journal», gleichzeitig ein Sparprogramm durchzuziehen und die Produktion anzukurbeln.

Andere Stimmen wiesen darauf hin, dass die Konkurrenz nicht schlafe und Autobauer wie Porsche oder Jaguar mit modernen Elektroautos um Kunden werben würden.

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