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EBIKON: Liftbauer Schindler knackt beim Umsatz 10-Milliarden-Franken-Grenze

Der Aufzugs- und Rolltreppenhersteller Schindler hat 2017 einen neuen Umsatzrekord erzielt. Trotz höherer Kosten konnte das Unternehmen die Profitabilität erhöhen und den Rückstand auf die Konkurrenz reduzieren.
Roman Schenkel
Schindler-CEO Thomas Oetterli an der gestrigen Jahresbilanzmedienkonferenz in Zürich. (Bild: Ennio Leanza (16. Februar 2018))

Schindler-CEO Thomas Oetterli an der gestrigen Jahresbilanzmedienkonferenz in Zürich. (Bild: Ennio Leanza (16. Februar 2018))

Roman Schenkel

Schindler hat das Tempo gegen Jahresende gesteigert. Dank einem Schlussspurt im vierten Quartal schnitt der Lift- und Rolltreppenhersteller bei den wichtigsten Kennzahlen über den ­Erwartungen ab. Der Umsatz durchbrach erstmals in der Geschichte die 10-Milliarden -Franken-Grenze (siehe Box).

Dabei ist es Schindler gelungen, die Profitabilität weiter zu steigern. Mit einer operativen Marge von 12 Prozent erreichte Schindler wieder den Wert aus dem Jahr 2012. Damals gab das Management ein höheres Margenziel zu Gunsten des Aufbaus von Produktionskapazitäten in China und Indien auf. Nach einem Absacken der Marge kommt Schindler der Konkurrenz nun Jahr für Jahr näher. Der finnische Liftkonzern Kone etwa musste 2017 einen empfind­lichen Rückgang bei der Marge von 14,7 auf 13,8 Prozent hinnehmen. Auch das US-Unternehmen Otis hat 2017 an Marge verloren. Beide machten höhere Materialkosten für die tiefere Profitabi­lität verantwortlich. Bei Kone kommt hinzu, dass die Finnen als Marktführer in China stärker die Abschwächung des grössten Marktes weltweit zu spüren bekommen haben.

Gut möglich, dass Schindler den Rückstand im laufenden Jahr weiter reduzieren kann. Die hohen Investitionen in die Produktionskapazität, die speziell für den chinesischen Markt entwickelte Produktepalette und der Ausbau des Servicegeschäfts zahlen sich aus. Laut Schindler-CEO Thomas Oetterli gelingt es dem Unternehmen, 70 Prozent der neu verkauften Anlagen auch ins Service­portfolio zu transferieren. Zum Vergleich: Bei Otis liegt die Zahl bei unter 40 Prozent. Das Service­geschäft von Schindler wuchs 2017 um 20 Prozent.

Schindler spürt die höheren Materialkosten

Dennoch: Für 2018 erwartet Schindler nicht, die Profitabilität im selben Ausmass steigern zu können. «Der Margengewinn wird 2018 tiefer ausfallen», betonte Finanzchef Erich Ammann an der Medienkonferenz am Freitag. Der Grund liegt insbesondere in den höheren Rohmaterialpreisen aus Fernost. Aufgrund der grossen Produktionsanlagen hat sich China schon vor geraumer Zeit zum mit Abstand grössten Lieferanten von Rohwaren auf­geschwungen. Allerdings mit schwerwiegenden Folgen für die Umwelt. Um den in den letzten Jahren so schlimmen Wintersmog zu verringern, hat Chinas Regierung deshalb im vergangenen Oktober angewiesen, Zehntausende Fabriken und Kohlekraftwerke zu schliessen, mindestens noch bis Anfang März. Diese Kampagne für eine höhere Umweltqualität, die sich vor allem gegen Dreckschleudern in der Industrie ­richtet, bekommt zunehmend auch die Schweizer Industrie zu ­spüren. Unternehmen wie der ­Stahlhersteller Swiss Steel, die In­dustriegruppe OC Oerlikon oder Burckhardt Compression sehen sich mit teilweise stark gestiegenen Preisen für Rohmaterialien, Halbfabrikate und fertige Komponenten aus China konfrontiert.

Schindler will den steigenden Kosten mit mehr Effizienz und ­höheren Preisen begegnen. «Wir werden die Preise nicht generell erhöhen, sondern je nach Land, Region oder Geschäftsfeld», sagt Oetterli. Finanzchef Ammann ist zuversichtlich, dass höhere Preise durchgesetzt werden können. «Es ist ja nicht bloss unsere Industrie, welche die Preise erhöhen will. Fast jeder Wirtschaftszweig ist von den höheren Rohmaterialkosten betroffen», sagt er. So hat vor Wochenfrist auch Ems-Chemie-Chefin Magdalena Martullo-Blocher anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen gesagt, man habe zuletzt wegen höherer Materialkosten die Preise zeitweise im Zweiwochentakt erhöht.

Neben den Preisen sind auch die höheren Personalkosten bei Schindler ein Thema. Zum einen hat sich im Laufe des Jahres die Zahl der Schindler-Mitarbeitenden von 58 000 auf über 61 000 erhöht. Zum anderen sind in verschiedenen Ländern die Lohnkosten pro Angestellten gestiegen. Unter anderem haben sich die deutschen Metallarbeitgeber mit den Gewerkschaften auf neue Tarifverträge mit höheren Löhnen geeinigt.

Finanzchef tritt nach 17 Jahren ab

An der Firmenspitze kommt es Anfang April zu einem Personalwechsel. Finanzchef Erich Ammann tritt nach 17 Jahren ab und ersetzt im Verwaltungsrat Rechtsprofessor Karl Hofstetter. ­Ammanns Nachfolger auf dem Posten des Finanzchefs wird per 1. April Urs Scheidegger. Er ist seit 2003 bei Schindler in verschiedenen leitenden Funktionen im Finanzbereich tätig, zuletzt als Head Area Controlling.

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