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EBIKON: Mit «Dräk» zum Erfolg

Den «Dräksak» kennen viele – unbekannt sind dagegen die Saubermacher hinter den Kulissen: die Firma Düring AG aus Ebikon.
Federico Gagliano
Die «Dräksäk» am Luzerner Fest im Einsatz. (Bild: PD)

Die «Dräksäk» am Luzerner Fest im Einsatz. (Bild: PD)

Federico Gagliano

Inzwischen kennt sie fast jeder: Die riesigen gelben «Dräksäke», die an den verschiedensten Events aufgestellt sind. Nur wenige wissen aber, wer die Saubermacher hinter den Kulissen sind: Die Firma Düring, ein Familienunternehmen aus Ebikon mit 62 Mitarbeitenden. 1953 als Transportunternehmen gegründet, begann die Firma 20 Jahre später mit der Entsorgung von Abfall. Der «Dräksak» selbst ist zwölf Jahre alt und ein Kind der Recupero AG in Emmen. Vor 18 Monaten kaufte Düring die Firma und übernahm so auch den «Dräksak». Die gelben Säcke seien inzwischen fast eine Berühmtheit, meint Unternehmensleiter Patrick Düring: «Sieben von zehn Schweizern kennen ihn.»

Der Aufwand sei von Event zu Event unterschiedlich, erklärt Düring. Faktoren wie Länge und Ort des Anlasses bestimmen, wie viele Stunden und Arbeiter nötig sind. Düring nennt ein aktuelles Beispiel: Am Luzerner Fest 2017 waren die Säcke im Einsatz. «Für Planung, Aufbau, Unterhalt am Event, Abbau und Abfallentsorgung brauchten wir rund 550 Personenstunden», so Düring. Die Firma besitzt eigene Abfallsortieranlagen, die erste ging 1999 in Betrieb. Heute sind es insgesamt sechs Werke.

An der Fasnacht abwesend

Vermisst wurden die Säcke an der letzten Fasnacht: Die Stadt Luzern hat beschlossen, die Sache, beziehungsweise den Abfall, selbst in die Hand zu nehmen. Die Entscheidung blieb nicht ohne Kritik aus der Bevölkerung. Hofft Düring auf ein Comeback im nächsten Jahr? «Jedes erfolgreiche Produkt wird irgendwann mal kopiert», sagt Düring mit einem Augenzwinkern. Die Entscheidung der Stadt, nach rund zehn Jahren nicht mehr auf die «Dräksäke» zu setzen, sei zwar schade, er trauere dem aber nicht nach: «Wir dürfen weiterhin andere Aufträge für die Stadt durchführen und sind daher laufend im Gespräch mit dem Strasseninspektorat.»

Arbeit hat es genug: Diesen Sommer werden die Säcke an der Lucerne Regatta eingesetzt. Luzern ist aber keineswegs der einzige Ort, an dem Düring für Sauberkeit sorgt: Dieses Jahr sind sie auch an der Bieler Braderie, dem Holi Festival of Colors in Hüntwangen, Zürich, und dem Bikeweltcup in der Lenzerheide tätig. «Der Sommer ist noch lange», freut sich Düring.

Doch was passiert mit dem Abfall? «Wir wollen die weggeworfenen Produkte so schnell wie möglich wieder in den Kreislauf bringen», erklärt Düring. «Wir bearbeiten sie deshalb so lange, bis sie von Kunden wiederverwendet werden können.» Er sieht seine Firma nicht als Abfallentsorger, sondern als Recycling-Firma. Die aktuellste Entwicklung: Mit einer neuen Technologie wird weggeworfenes Styropor wiederaufbereitet.

Dürftige Akzeptanz von Recycling-Produkten

Die Recycling-Branche boomt: Laut dem aktuellen Leistungsbericht von Swiss Recycling ist die Recyclingquote in den letzten 25 Jahren von 32 auf 55 Prozent angestiegen. In Deutschland rechnet der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) mit einem Umsatzwachstum von 4 Prozent in diesem Jahr. BVSE-Präsident Bernhard Reiling warnte aber: «Wir sehen in den letzten Monaten, wie grosse Unternehmen einen Mittelständler nach dem anderen aufkaufen.» Auch ein Thema in der Schweiz? «Wir haben darüber bereits Gespräche geführt», gesteht Düring. Der Konkurrenzkampf sei auch in der Schweiz gross geworden: «Man muss auf dem ­neuesten Stand bleiben, um zu überleben. Wir verbringen viel Zeit damit, uns neue Ideen auszudenken.»

Schwierig sei auch die Tatsache, dass die Akzeptanz von Recyclingprodukten noch immer zu tief sei. Patrick Düring nennt das Beispiel Kies: Für den Strassenbau würde immer noch frischer Kies bevorzugt, die Recycling-Variante wird ignoriert – und deponiert. Düring hofft, dass die Akzeptanz in den nächsten Jahren steigen wird. Trotzdem stehe keine Fusion oder Übernahme bevor: «Wir haben zwar darüber gesprochen, fahren aber momentan weiter unsere Schiene.» Und sammeln weiter fleissig Abfall.

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