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EBIKON: Schindler: Weniger Entlassungen

Der Stellenabbau bei Schindler wird mit weniger Kündigungen durchgezogen als befürchtet. Maximal werden 45 Personen entlassen.
Roman Schenkel
Schindler setzt die Prioritäten am Standort in Ebikon neu. Das kostet Stellen. (Bild Pius Amrein)

Schindler setzt die Prioritäten am Standort in Ebikon neu. Das kostet Stellen. (Bild Pius Amrein)

Roman Schenkel

«Es wird Entlassungen geben, das wird leider nicht zu vermeiden sein», sagte Schindler-Schweiz-Chef Rainer Roten im Interview mit dieser Zeitung, nachdem der Liftbauer Anfang März einen Abbau von 120 Stellen im Werk in Ebikon angekündigt hatte. Man werde aber alles tun, um Kündigungen möglichst zu vermeiden. Nach einer ersten Konsultation mit der Arbeitnehmervertretung reduzierte Schindler die Zahl der zu streichenden Stellen von 120 auf 105. Gestern gab der Konzern auf Anfrage die Details des Sozialplans bekannt. Nun ist klar, dass knapp die Hälfte der Stellen über Frühpensionierungen abgebaut werden kann und es höchstens 45 Kündigungen geben wird.

Schindler habe den Stellenabbau überlegt und sehr sorgfältig umgesetzt, sagt Roten, und sei bemüht, für jeden betroffenen Mitarbeiter eine Anschlusslösung zu finden.

45 Frühpensionierungen

Bis Ende 2018 werden 45 Angestellte frühpensioniert. «Das betrifft alle Mitarbeitenden, die 58 Jahre und älter sind», sagt Rainer Roten. Damit aber noch zusätzliche Personen von einer Frühpensionierung profitieren konnten, hat Schindler das Abschlussdatum für Frühpensionierungen um ein Jahr auf Ende 2018 verschoben. Für Fälle, bei welchen die finanziellen Auswirkungen einer Frühpensionierung kritisch werden, wurde eine spezielle Härtefallkommission aufgestellt. «Diese erarbeitet in schwierigen Fällen eine massgeschneiderte Lösung für eine Aufbesserung der Rente bis ins 65. Altersjahr für den Mitarbeiter», sagt Roten.

Für zehn Angestellte liegt bereits ein Angebot für einen internen Transfer vor. Sie haben in den Bereichen Service, Unterhalt oder in der Montage von Schindler Schweiz ein Stellenangebot erhalten. Wie viele Mitarbeiter dieses Angebot annehmen werden, kann das Unternehmen noch nicht sagen. Fünf Mitarbeitende haben bereits selbst eine externe Lösung gefunden.

In 21 Fällen hat Schindler Ende Mai die Kündigung ausgesprochen. «Dabei haben wir die Kündigungsfrist um drei Monate verdoppelt», sagt Rainer Roten. So verlieren Leute erst Ende November ihre Stelle. Je nach Dienstalter erhalten die entlassenen Personen zudem den Monatslohn bis zu sieben Monate über die Kündigung hinaus. «Mit diesen Massnahmen liegen wir sehr deutlich über dem, was in der Branche üblicherweise angeboten wird. Auch unterstützen wir diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit aller Kraft, damit sie eine neue Arbeit finden», sagt der Chef von Schindler Schweiz. Ein extra geschaffenes Jobcenter hilft bei der Stellensuche. Für die Kosten von Weiterbildungen oder notwendigen Prüfungen (zum Beispiel eine Staplerprüfung) erhalten die Angestellten Zeit und finanziellen Support.

Unterstützung durch andere Firmen

«Nach der Ankündigung des Stellenabbaus haben sich zahlreiche Firmen aus der Region bei uns mit Angeboten gemeldet», sagt Rainer Roten. Unter anderem hätten der Kabelverarbeiter Komax in Dierikon oder der Kaffeemaschienenhersteller Thermoplan aus Weggis Interesse an einzelnen Berufsprofilen angemeldet. «Wir haben also die Hoffnung, dass wir – auch dank des Jobcenters – für viele der 21 Mitarbeiter bald eine Anschlusslösung finden.» Neben dem Jobcenter werden auch Outplacementberatungen angeboten werden.

24 Angestellte in der Schwebe

Bei 24 Personen wird der Kündigungsentscheid erst im kommenden Jahr getroffen. «Wir hoffen, dass das Volumen im Werk in Ebikon wieder ansteigt, sodass wir die Anzahl Kündigungen weiter sehr tief halten können», erläutert Rainer Roten. «Das ist für diese Personen unangenehm, aber vielleicht können wir so die Zahl der Kündigungen noch weiter reduzieren.»

Ein weiterer Abbau sei in Ebikon derzeit nicht vorgesehen, versichert Rainer Roten. Im Werk in Ebikon sollen künftig Spezialanfertigungen produziert werden, «zum Beispiel Antriebe mit einer Hubhöhe von bis zu 500 Metern oder spezielle Kabinen», erklärt der Schindler-Chef. Der Liftbauer bekenne sich ganz klar zum Standort. «Das zeigen ja auch die Investitionen, die wir hier tätigen wollen, die aber momentan durch eine Einsprache blockiert sind», bekräftigt Rainer Roten. Das Traditionsunternehmen plant den Bau eines modernen Besucherzentrums an der Stelle des heutigen Personalrestaurants. Der Innerschweizer Heimatschutz blockiert diese Pläne aber mit einer Einsprache.

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