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EBIKON: Schindler will Vorjahr übertreffen

Der Luzerner Lift- und Rolltreppenhersteller hat im ersten Halbjahr 2017 sämtliche Kennzahlen gesteigert. Und dies trotz der Flaute in China.
Roman Schenkel
Die Baustelle des Wolkenkratzers One Vanderbilt, der von Schindler mit Aufzügen ausgerüstet wird. (Bild: Mary Altaffer/AP (New York, 10. August 2017))

Die Baustelle des Wolkenkratzers One Vanderbilt, der von Schindler mit Aufzügen ausgerüstet wird. (Bild: Mary Altaffer/AP (New York, 10. August 2017))

Roman Schenkel

Wer sich Anfang Jahr mit Schindler-Aktien eingedeckt hat, der hat auf das richtige Pferd gesetzt. Die Titel des Luzerner Lift- und Rolltreppenherstellers haben seit Jahresbeginn um über 15 Prozent zugelegt. Und im jüngsten Zahlenkranz, den Schindler gestern vorgelegt hat, deutet nichts darauf hin, dass diese positive Entwicklung ein jähes Ende nehmen könnte. Im ersten Halbjahr steigert sich der Lift- und Rolltreppenhersteller in sämtlichen Kennzahlen. Damit knüpft Schindler nahtlos an den Rhythmus der vorangegangenen Quartale an.

Finanzchef Erich Ammann zeigte sich auf Anfrage sehr zufrieden mit dem ersten Semester. «Insbesondere die Zunahme beim Auftragseingang ist sehr schön», sagte Ammann. Schindler konnte eine stattliche Zahl an Grossaufträgen gewinnen, unter anderem wird das Luzerner Unternehmen den Wolkenkratzer One Vanderbilt in New York mit Aufzügen ausrüsten. 427 Meter hoch wird das Gebäude.

«Der Preisdruck ist nach wie vor sehr hoch»

Der Auftragseingang von Schindler stieg im ersten Halbjahr um 5,2 Prozent auf 5,35 Milliarden Franken. «Hier hilft uns unsere ausgewogene geografische Präsenz», sagt Ammann. Vor allem die USA und Europa trugen zu diesem Wachstum bei. Per Ende Juni 2017 lag der gesamte Auftragsbestand des Unternehmens bei 10,44 Milliarden Franken. Ein Plus von 3,4 Prozent. Nach wie vor am Schwächeln ist der chinesische Markt, der mit Abstand grösste Markt für Lifte und Rolltreppen weltweit.

60 Prozent aller neu installierten Aufzüge und Rolltreppen werden in China verbaut. Diese Baisse zeigt sich stärker als auch schon in den Zahlen von Schindler. Zwar gelang es dem Unternehmen, in den ersten sechs Monaten des Jahres in Stückzahlen mehr Aufzüge und Fahrtreppen zu verkaufen als in der Vorjahresperiode, dies insbesondere mit einer neuen, auf die spezifischen Bedürfnisse des Landes zugeschnittenen Produktpalette. Wertmässig jedoch resultierte ein leicht negatives Wachstum. «Der Preisdruck ist nach wie vor sehr hoch», erklärte Ammann.

Nachdem sich der Markt in den letzten zwei Jahren doch merklich abgekühlt hatte, werden deutlich weniger Aufzüge verbaut. Um die Marktanteile zu halten oder gar auszubauen, habe Schindler beim Preis «Konzessionen» machen müssen, so Ammann. Der langjährige Finanzchef geht nicht davon aus, dass der Preisdruck im chinesischen Markt noch in diesem Jahr abnehmen wird. Positiv entwickelt sich auf der anderen Seite das Servicegeschäft. Die in China neu installierten Lifte und Fahrtreppen wandern zunehmend ins Service- und Modernisierungsportfolio des Unternehmens. Dieser Geschäftsbereich ist bei Schindler im ersten Halbjahr 2017 stark angewachsen.

Damit schlägt sich Schindler weit besser als Kone, sein grosser Konkurrent in China. Die Finnen sind Marktführer im chinesischen Markt, aufgrund ihrer Grösse in Asien haben sie viel stärker zu kämpfen als die Schweizer. Im Gegensatz zu Schindler konnte Kone im ersten Halbjahr den Auftragseingang nicht steigern. Auch die Gewinnmarge konnte das Unternehmen nicht halten: Nachdem der Gewinn in den letzten zwölf Jahren ununterbrochen gewachsen ist, mussten die Finnen bei der Präsentation der Quartalszahlen im Juli zum zweiten Mal in Folge einen Gewinnrückgang vermelden.

Auch bei Schindler ist der Umsatz im ersten Semester dieses Jahres etwas unter den Erwartungen der Analysten gewachsen. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent auf 4,77 Milliarden Franken zu. Den grössten Wachstumsbeitrag leistete die Region Amerika, gefolgt von Europa. Auch das Asien-Pazifik-Geschäft zeigte Wachstum, obwohl der Umsatz in China leicht rückläufig war. Insgesamt liegt der Umsatzzuwachs damit leicht unter dem gesteckten Jahresziel von 3 bis 5 Prozent. Ammann zeigte sich darüber nicht gross besorgt. «Wir halten an den Zielen fest und gehen davon aus, dass die Dynamik im zweiten Halbjahr zunehmen wird», sagte er.

Anders als Kone konnte Schindler jedoch die Betriebsgewinnmarge weiter steigern. Im ersten Halbjahr betrug sie 11,7 Prozent (Vorjahr 10,9 Prozent). Der Konzerngewinn erhöhte sich dadurch im ersten Semester markant um 12,6 Prozent auf 419 Millionen Franken (Vorjahr 372 Millionen Franken). Das übertrifft die Durchschnittsprognose der Analystenschar deutlich – sie hatten mit einem Gewinn von 404 Millionen Franken gerechnet. Für das Gesamtjahr erwartet Schindler unter Ausklammerung nicht vorhersehbarer Ereignisse unverändert ein Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent in Lokalwährungen sowie einen Konzerngewinn zwischen 840 und 880 Millionen Franken. Der Gewinn soll somit über dem Vorjahreswert (766 Millionen Franken) zu liegen kommen. Die gestrigen Zahlen lagen leicht unter den Erwartungen der Analysten. Die Schindler-Aktien büssten bis Börsenschluss 0,44 Prozent ein.

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