EDA setzt auf arabische Hilfe: Katar-Airline holt Schweizer nach Hause

Für einen Rückholflug von den Philippinen nach Zürich wollte die Swiss mit dem Bund zusammenarbeiten. Doch Probleme vor Ort verhinderten den Plan.

Benjamin Weinmann und
Stefan Ehrbar
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Für eine Rückholaktion aus den Philippinen arbeitete der Bund mit Qatar Airways zusammen (Symbolbild).

Für eine Rückholaktion aus den Philippinen arbeitete der Bund mit Qatar Airways zusammen (Symbolbild).

Keystone

Die grösste Rückholaktion der Schweiz ist nach wie vor in Gang. Zahlreiche Touristen und Ausland-Schweizer möchten im Zuge der Coronavirus-Krise in ihre Heimat zurückkehren. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) organisiert für sie seit einiger Zeit spezielle Repatriierungsflüge aus allen Kontinenten. Dabei setzt das EDA allerdings nicht nur auf die Dienste von Schweizer Airlines, die derzeit grösstenteils gegroundet sind.

So fand vergangenes Wochenende ein Rückholflug von den Philippinen nach Zürich statt, mit Zwischenhalt im Wüsten-Emirat Doha. Doch nicht Edelweiss oder Swiss flogen die Schweizer nach Hause, sondern die katarische Qatar Airways, wie das EDA auf Anfrage bestätigt. An Bord waren laut eines Sprechers 332 Passagiere, 202 davon Schweizer sowie 130 ausländische Staatsangehörige, von denen 25 hierzulande leben.

Swiss-Flugzeug könnte nicht abgefertigt werden

Dabei hatte sich die Swiss tatkräftig um einen Einsatz für den Philippinen-Flug bemüht, wie Sprecherin Karin Müller sagt. Doch trotz hohem Arbeitsaufwand über mehrere Tage hinweg und mehrfacher Intervention auf oberster Stufe habe es nicht geklappt. Das Problem: «Von der verantwortlichen Bodenorganisation erhielten wir die Information, dass unser Flug vor Ort nicht abgefertigt werden könne.» Aus diesem Grund habe das EDA eine andere Lösung suchen müssen.

Was genau das Problem bei der philippinischen Bodenorganisation am Flughafen Cebu war, kann die Swiss-Sprecherin nicht sagen. Generell seien diese Repatriierungsflüge sehr komplex in der Organisation, unter anderem aufgrund von Einreisebestimmungen, Landerechten und der Abfertigung vor Ort, insbesondere an Orten, die nicht zum regulären Streckennetz der Swiss gehören. Man stehe aber, wie auch die Edelweiss, weiterhin seit Wochen im engen Kontakt mit dem EDA für weitere Rückholaktionen.

Schweizer Airlines haben Priorität

Beim EDA heisst es, man arbeite Priorität mit Schweizer Fluggesellschaften zusammen, weiche aber in gewissen Fällen auf ausländische Airlines aus, um die Rückholflüge so effizient wie möglich zu organisieren.

Seit Beginn der Rückführungsaktion des EDA wurden bis Donnerstag vierzehn Repatriierungsflüge durchgeführt mit 3'100 Passagieren, darunter 1900 Schweizer oder in der Schweiz ansässige Personen. Weitere Flüge seien in Planung. Zudem sind 700 Schweizer Reisende durch Flüge, die von Drittstaaten organisiert wurden, in ihre Heimat zurückgebracht worden.