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EDELMETALL: Anleger wenden sich wieder dem Gold zu

Der Goldpreis ist seit Januar um 30 Prozent gestiegen. Der Brexit hat für weiteren Schub gesorgt. Aber auch die USA sorgen für «goldene Zeiten».
Ist bei unsicheren Wirtschaftslagen bei Anlegern ein altbewährter Wert: Gold. (Bild: Keystone)

Ist bei unsicheren Wirtschaftslagen bei Anlegern ein altbewährter Wert: Gold. (Bild: Keystone)

Ernst Meier

Der Goldpreis scheint derzeit nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Seit Anfang Jahr hat sich die in US-Dollar gehandelte Feinunze Gold (31,1 Gramm) kontinuierlich verteuert – von Januar bis Mai legte sie um 150 Dollar zu. Letzten Monat kam zusätzliche Dynamik in den Aufwärtstrend. Die Brexit-Debatte liess das Gold weiter steigen. Seit dem knappen Ja der Briten zum EU-Austritt gilt das Edelmetall für Investoren definitiv wieder als «sicherer Hafen in ungewissen Zeiten». Gestern wurde die Feinunze für 1375 Dollar gehandelt. Letztmals war sie im März 2014 so teuer (siehe Grafik).

Es seien zwei Faktoren, die den Goldpreis aktuell treiben, weiss Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst bei der UBS. «Zum einen ist es die Unsicherheit rund um den Ausstieg Grossbritanniens aus der EU. Zum anderen ist es die Politik der US-Notenbank, die es mit weiteren Zinserhöhungen nicht eilig zu haben scheint», sagt Giovanni Staunovo. Einzelne Mitglieder des Federal Reserve hätten bereits hingewiesen, dass der Brexit zur Folge haben könnte, dass die Zinsen moderater als geplant ansteigen. «Auch von anderen Nationalbanken war zu hören, dass man bei Bedarf die Märkte mit weiteren Liquiditätsspritzen stützen wolle», erklärt Staunovo.

Korrektur nach dem Goldrausch

2016 scheint nach einem über vierjährigen Niedergang wieder ein Goldjahr zu werden. Zuvor war das Edelmetall in einer beispiellosen Epoche von 250 Dollar je Unze im Jahr 1999 auf 1920 Dollar im Jahr 2011 gestiegen. Vor allem mit dem Platzen der US-Immobilienblase im August 2007 und der ein Jahr später folgenden Finanzkrise bekam Gold starken Zulauf.

Verängstigte Anleger kauften Gold im grossen Stil – sei es in physischer Form als Barren und Münzen, aber vor allem auch als börsenkotierte Fonds, sogenannte ETF (Exchange Traded Funds). Letztere vereinfachen das Handeln der Anlageklasse Gold. ETF sind deshalb bei institutionellen Investoren äusserst beliebt. Kräftig griffen in jener Zeit auch die Anleger in den aufstrebenden Wirtschaftsmächten China und Indien zu. Der Anstieg führte zu einem regelrechten Goldrausch, der im Herbst 2011 zu Ende ging. Die Talfahrt endete diesen Januar bei 1071 Dollar.

Steigt der Goldpreis weiter, nachdem er sich innert sechs Monaten um fast einen Drittel verteuerte? «Kurzfristig hängt die Entwicklung des Edelmetalls von den Arbeitsmarktdaten in den USA ab», erläutert Rohstoffexperte Staunovo. Die Angaben zur Anzahl neu geschaffener Jobs in der grössten Volkswirtschaft der Welt werden morgen Nachmittag bekannt gegeben. «Die Arbeitsmarktdaten waren im letzten Monat sehr schlecht. Nun gehen Analysten davon aus, dass die nächsten Zahlen wieder besser ausfallen werden. Das heisst, dass im Juni mehr neue Jobs geschaffen wurden.»

Zinsen bleiben tief, Gold attraktiv

Auch wenn gute Arbeitsmarktdaten den Goldpreis wieder etwas verbilligen könnten, bleibe die Anlageklasse attraktiv, ist Giovanni Staunovo überzeugt. Gift für das Halten von Gold wäre einzig, wenn sich das Zinsniveau in den USA schnell wieder normalisieren würde. «Aktuell wird ein nächster Zinsschritt des Federal Reserve aber erst für 2018 erwartet», sagt der Rohstoffanalyst der UBS.

Auch für Kleinanleger könne deshalb weiterhin interessant sein, in Gold zu investieren, ist Staunovo überzeugt: «Gold macht für mich in einem Portfolio Sinn, und zwar als Absicherung gegen unerwartete konjunkturelle und politische Unsicherheiten.» Wie stark jemand sich in Gold engagieren wolle, hänge jedoch von verschiedenen individuellen Faktoren ab, so zum Beispiel von den persönlichen Präferenzen und Erwartungen bezüglich Weltwirtschaft.

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