Langenthal
Ein besonderes und erfolgreiches Jahr

175-Jahr-Feier, Wechsel in der Direktion, neue Fahrzeuge: Das Jahr 2008 war für die Aare Seeland mobil ein besonderes. Es war aber auch ein sehr erfolgreiches – unter anderem im Tourismus.

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Touristen auf dem Schiffssteg in Nyon

Touristen auf dem Schiffssteg in Nyon

Keystone

Jürg Rettenmund

Bereits das Titelbild des Geschäftsberichtes verrät, dass 2008 für die Aare Seeland mobil (ASm) ein besonderes Jahr war: Da strahlen Bundesrätin Doris Leuthard und die Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer mit den blitzblanken Scheiben eines Führerstandes, dem Rot einer Lokomotive und dem Blau des Himmels um die Wette. Der Zug ist die «Venus», eine von drei neuen Star-Zugkompositionen, die die ASm vor knapp einem Jahr in Betrieb nehmen konnte.

Gleichzeitig war 2008 ein Jubiläumsjahr, konnte doch das hundertjährige Bestehen der Langenthal-Jura-Bahn gefeiert werden, des ersten Teilstücks der heutigen ASm. Besonders war das Jahr schliesslich auch, weil am Ende Ulrich Sinzig zurücktrat, Direktor der ASm und ihrer Vorgängerorganisationen seit 1978.

Mehr Personenverkehrsertrag

Wenn Sinzigs Nachfolger Fredy Miller denn auch an der Generalversammlung in Langenthal auf ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Geschäftsfjahr zurückblicken konnte, so schränkte er gleich einleitend ein, dazu selbst noch nicht sehr viel beigetragen zu haben. 4,25 Millionen Passagiere hat die ASm 2008 befördert, womit der Personenverkehrsertrag gegenüber dem Vorjahr massiv um 21,7 Prozent auf 7,1 Millionen Franken gesteigert werden konnte (die Passagierzahlen können wegen einer Änderung der Erhebungsmethode im Seeland nicht mit dem Vorjahr verglichen werden). Ein neuer, nachfrageabhängiger Verteilschlüssel im Libero-Tarifverbund hat auch zum höheren Ertrag beigetragen. Von einem Rekordjahr konnte Miller schliesslich im Geschäftsbereich Tourismus berichten: Dort stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 9,5 Millionen Franken.

Die von Hanspeter Pizzato, stellvertretender Direktor und Leiter Finanzer/Rechnungswesen, erläuterte Jahresrechnung schliesst bei einem Umsatz von 47,9 Millionen Franken mit einem Unternehmensgewinn von 870 000 Franken ab. Dazu haben ausserordentliche Erträge - vor allem aus der Versicherungsleistung für einen Fahrzeugbrand - 606 000 Franken beigetragen.

Bahnhofgebiet und Gasbusse

Als «Gastgeber» der Delegiertenversammlung stellte Stadtpräsident Thomas Rufener das Angebot des öffentlichen Verkehrs in Langenthal vor. Er wies auf den mit dem nächsten Fahrplanwechsel vorgesehenen Ausbau des Stadtbusses auf Viertelstundentakt und die Entflechtung der Stadt- und Regionalbusse hin (wir berichteten). Ein nächster Schwerpunkt der Stadt ist die Aufwertung des Bahnhofgebietes.

Schliesslich erinnerte Rufener an den Wunsch der «Energiestadt» Langenthal für erdgasbetriebene Busse. Ein Wunsch, der bei der ASm nicht zuoberst auf der Prioritätenliste steht, wie Kurt Rüttimann, Leiter Betrieb Bus, auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte: Konventionell betriebene Busse seien preislich günstiger und heute punkto Umweltbelastung mit gasbetriebenen ebenbürdig. Zudem könne die ASm aus betrieblichen Gründen von ihren 25 Bussen nicht bloss die drei umstellen, die für den Stadtbus Langenthal benötigt werden.