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«Ein Meilenstein»: Stanser SoftwareOne gibt Börsengang bekannt

Der Lizenzhändler SoftwareOne geht voraussichtlich im vierten Quartal an die Schweizer Börse. Das Unternehmen ist hochprofitabel.
Maurizio Minetti
Das Logo der Firma SoftwareOne am Hauptsitz in Stans. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 30. September 2019)

Das Logo der Firma SoftwareOne am Hauptsitz in Stans. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 30. September 2019)

Am Montagmorgen hat SoftwareOne die Katze aus dem Sack gelassen: Die Aktien des Stanser Unternehmens sollen ab Ende dieses Jahres an der Schweizer Börse kotiert werden. Entsprechende Gerüchte waren vor einem halben Jahr erstmals aufgetaucht. In den letzten Tagen hatten sich die Hinweise eines Börsengangs verdichtet.

SoftwareOne versteht sich als «Anbieter von Software- und Cloud-Technologielösungen mit Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette», wie es in der Mitteilung heisst. Was kompliziert klingt, ist in Wahrheit einfach zu erklären: SoftwareOne entwickelt nicht etwa selber Software, sondern verwaltet diese nur: Um Produkte von Anbietern wie Microsoft, SAP oder IBM zu nutzen, müssen Unternehmen entsprechende Lizenzen bei den Anbietern kaufen. Die Verwaltung dieser Produkte kann schnell unübersichtlich werden. Vereinfacht gesagt kümmert sich SoftwareOne darum, dass Konzerne oder KMU immer die richtige Art und Anzahl Softwarelizenzen haben. Zum Geschäft gehört auch eine Palette von Dienstleistungen im Software-Umfeld. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 5300 Personen, davon 70 am Hauptsitz im Stanser Schnyderpark.

Der Börsengang von SoftwareOne sei «ein weiterer Meilenstein in der erfolgreichen Entwicklung dieses Stanser Unternehmens», sagte der Nidwaldner Regierungsrat Othmar Filliger am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Er zeigte sich euphorisch: «Der Kanton Nidwalden wünscht SoftwareOne bei diesem historischen Schritt viel Erfolg.»

Gründer bleiben am Ruder

Das Unternehmen ist Anfang 2000 von Daniel von Stockar und Patrick Winter unter dem Namen Softwarepipeline in Zürich gegründet worden. 2005 fusionierte Softwarepipeline mit dem Stanser Konkurrenten Microware, den René Gilli im Jahr 1992 gegründet hatte. 2006 erfolgte durch eine weitere Übernahme in den USA die Umfirmierung in SoftwareOne. Gleichzeitig wurde der Luzerner Detailhandels-Pionier Beat Curti Teilhaber. Nach dem tragischen Tod von CEO und Mitgründer Patrick Winter im Sommer 2018 übernahm Dieter Schlosser die operative Leitung.

Schlosser sagte am Montag, der geplante Börsengang sei «ein natürlicher nächster Schritt in der Entwicklung von SoftwareOne, um den Bekanntheitsgrad und das globale Profil weiter zu stärken». Zur Marktkapitalisierung liess er sich nichts entlocken; in diversen Medien wird der potenzielle Börsenwert auf rund 4 Milliarden Franken geschätzt. Das Angebot werde nur bestehende Aktien der bisherigen Eigentümer umfassen.

Daniel von Stockar, René Gilli und Beat Curti halten aktuell rund 38 Prozent der Aktien. Sie wollen den grössten Anteil am Unternehmen behalten. Der US-Investor KKR, der 2015 zunächst mit 25 Prozent eingestiegen wär, hält 21 Prozent und will laut Mitteilung «eine bedeutende Beteiligung» behalten. Der frühere Eigentümer des kürzlich übernommenen Konkurrenten Comparex hält weitere 15 Prozent. Management und Mitarbeiter halten rund 10 Prozent. Weitere rund 16 Prozent umfassen kleinere Aktionäre und Treasury-Aktien. Eine Kapitalerhöhung sei nicht vorgesehen.

Marge mittelfristig bei 35 Prozent

Bislang hat SoftwareOne kaum Finanzzahlen veröffentlicht. Nun zeigt sich, dass das Unternehmen hochprofitabel ist: In den vergangenen drei Jahren wuchs der Bruttogewinn durchschnittlich je um 13 Prozent auf zuletzt 724 Millionen Franken. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) verbesserte sich im gleichen Zeitraum um 42 Prozent auf 187 Millionen. Die bereinigte Ebitda-Marge stieg von 16,2 auf 25,8 Prozent. Allerdings wurde die Marge durch den Zukauf von Comparex per Anfang Jahr etwas gedrückt. CEO Schlosser stellte mittelfristig eine Marge von rund 35 Prozent in Aussicht. «Seit einem Jahrzehnt erzielen wir zweistelliges profitables organisches Wachstum und nutzen unsere Stärken konsequent», sagte er. Der Umsatz beträgt rund 7 Milliarden Franken.

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