Pfister

Ein Möbelhaus revolutioniert sich selbst

«Gutes Design stellt Dinge infrage und gibt überraschende Antworten», sagt Alfredo Häberli. Der Designer ermutigte 13 Schweizer Designer, dies für die Kollektion «Atelier Pfister» von Möbel Pfister umzusetzen.

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Ein Möbelhaus revolutioniert sich selbst

Ein Möbelhaus revolutioniert sich selbst

Silvia Schaub

Wie viele Kissen braucht die Gemütlichkeit? Wächst eine Garderobe, je mehr ich aufhänge? Wann ist man reif für ein Sofa? Fragen, die Alfredo Häberli einem Dutzend Schweizer Designer stellte: Ab 20. August stehen die Antworten in den Pfister-Filialen. Antworten oder vielmehr Lösungen, die man erhält, indem man sich auf ein Sofa des Atelier Oï oder von Frédéric Dedelley setzt, seine Kleider an die Garderobe von Andreas Bechtiger oder Moritz Schmid hängt oder ein anderes der über 100 Produkte aus der «Atelier Pfister»-Kollektion kauft.

Radikale Qualität, Grunsoldies Handwerk

Das Schweizer Traditionshaus hat sich vor eineinhalb Jahren das Ziel gesetzt, sich durch radikale Qualität, verbunden mit grundsolidem Handwerk und zeitbeständigem Design, von der Konkurrenz abzuheben. Das ist Pfister mit dem Projekt Atelier Pfister unter Alfredo Häberli zweifellos gelungen. Das Unternehmen hat einen 2-stelligen Millionenbetrag dafür investiert. Diese hohen Investitionen haben auch damit zu tun, dass rund die Hälfte der Möbel in der Schweiz hergestellt wurden.

Häberli, der Schweizer Designer mit internationalem Ruf, hat bei der Auswahl der 13 Designerinnen und Designer eine geschickte Hand gezeigt. Bis auf das bereits arrivierte Westschweizer Atelier Oï, Jörg Boner und Nicolas Le Moigne sind es mehrheitlich junge und wenig bekannte Schweizer Designer, die nun direkt nach der Ausbildung die Chance erhalten, erste Produkte zu kreieren. Pfister-CEO Meinrad Fleischmann schwärmt: «Häberli hat ein Gespür für visionäres Design, das gleichzeitig den kommerziellen Anforderungen des Marktes entspricht.»

Umdenken der Wohngeweohnheiten

Die über 100 Produkte sind frisch und frech und verlangen auch ein gewisses Umdenken unserer Wohngewohnheiten. Zum Beispiel der Schrank von Moritz Schmid, dessen textile Hülle sich seitlich wie ein Ärmel aufschieben lässt und zweiseitig benutzbar ist. Oder das Bettsystem Broc vom Designteam Fulguro aus Lausanne. Am Rahmen lassen sich nicht nur Lampen oder eine Garderobe anbringen, sondern auch ein Baldachin oder Kopflehnen. Interessant ist auch der Tisch von StauffacherBenz mit sechs integrierten Schubladen.

Trotz allem ist das Projekt nicht ganz ohne Risiko, denn der Möbel-Pfister-Kunde wusste seit Jahren, was ihn im Möbelhaus erwartet. Wie gewisse der doch sehr eigenständigen Möbel und Accessoires bei der Kundschaft ankommen werden, ist die grosse Unbekannte am ganzen Projekt. Dennoch soll «Atelier Pfister» keine Eintagsfliege bleiben, betont der CEO der Möbel Pfister AG. Bereits steckt man in der Weiterentwicklung. So sollen neben Wohn-, Ess- und Schlaf-Möbeln später auch Büro-, Garten- und Kinder-Möbel entstehen. Meinrad Fleischmann: «Die Startkollektion ist der Anfang einer Möbellinie, die nie etwas von gestern sein, sondern immer im Hier und Jetzt stehen und den Blick in die Zukunft gerichtet haben soll.»

Die Produkte von Atelier Pfister sind ab 20. 8. in den Pfister-Filialen erhältlich, Preise zwischen Fr. 15.– und Fr.7990.–, www.atelierpfister.ch. Zur Kollektion erscheint der Fotoband «Neues Schweizer Design», 194 S., Fr. 79.–.