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«Ein starkes Statement für den weltweiten Freihandel»

Stefan Borkert
Professor Tomas Casas, Direktor des China-Kompetenz-Zentrums an der Universität St. Gallen.

Professor Tomas Casas, Direktor des China-Kompetenz-Zentrums
an der Universität St. Gallen.

China und die Schweiz profitieren von einem Freihandelsabkommen (FTA), das 2014 abgeschlossen wurde. Liegt das nur an den reduzierten Zollansätzen?

Der Abbau von Zöllen hat zu erheblichen Einsparungen für Unternehmen auf beiden Seiten und einer Zunahme des bilateralen Handels geführt. Dies hat zu einer Verbesserung der Wettbewerbs­situation der Schweizer Unternehmen in China beigetragen.

Ein Abkommen lebt von seiner Nutzung. Chinesische Firmen haben das Einsparpotenzial nicht einmal zur Hälfte ausgenutzt. Warum?

Für Schweizer Exporte sind noch nicht alle chinesischen Zölle abgebaut, was den Anreiz zur Nutzung mindert. Andere Unternehmen wollen Zeitverzögerungen am Zoll vermeiden. Die Nutzungsrate ist ein Erfolg.

Welche Firmen nutzen das Abkommen am stärksten?

Wichtigster Einzelposten sind Schweizer Armbanduhren. Verschiedene Maschinenpositionen haben Nutzungsraten von über 90 Prozent.

Sind denn Urheberrechte und auch Patente ein Grund für die Zurückhaltung?

Tatsächlich geben einige Firmen an, dass sie das FTA nicht nutzen, um nicht Details über Produktion und Wertschöpfungskette offenlegen zu müssen.

Wird die neue «Seidenstrasse» den Handel zwischen den beiden Ländern befeuern können?

Ja, langfristig schon. Ostschweizer Beispiele sind unter anderem die Bühler AG und Stadler Rail.

Werden die Ergebnisse des Berichts in künftige oder aktuelle Verhandlungen mit China einfliessen?

Es handelt sich um einen akademischen Bericht. Die Empfehlungen der Autoren leiten sich aus dieser und anderen Untersuchungen zu Freihandelsabkommen ab und sind in keiner Weise von staatlicher Seite legitimiert. Die bilaterale Forschungszusammenarbeit bei der Evaluierung der Nutzung von Freihandelsabkommen ist eine Voraussetzung für allfällige Verbesserungen.

Der Handelsstreit zwischen USA und China eskaliert. Macht ein solcher Handelskrieg überhaupt Sinn aus Ihrer Sicht?

Nein!

Inwieweit ist die Schweiz von diesem Handelsstreit betroffen?

Insoweit die Welt betroffen ist, wie durch geringeres Weltwachstum, Erosion von Vertrauen in globale Institutionen und suboptimale globale Wertketten. Es gibt auch Schweizer Firmen, die von den Strafzöllen auf Stahlprodukte betroffen sind, was aber nichts mit China zu tun hat.

Was kann die Schweiz zu einer Mässigung oder Befriedung dieser Situation beitragen?

Das Freihandelsabkommen Schweiz-China und der Nachweis positiver Effekte sind ein starkes Statement für weltweiten Freihandel, das in diesem Moment besondere Leuchtkraft hat.

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