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Eine Bank für zwei Welten

Eine neue Bank soll die Lücke zwischen der Krypto-Wirtschaft und dem traditionellen Finanzgeschäft schliessen. Dafür hat die Seba Krypto AG mit Sitz in Zug 100 Millionen Franken eingesammelt.
Roman Schenkel
Ein Bitcoin-Automat in Zug. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 20. September 2018)

Ein Bitcoin-Automat in Zug. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 20. September 2018)

Reihenweise zieht es die Blockchain-Firmen in die Schweiz. Die Crypto Valley Association zählt über 530 Blockchain-Start-ups, die sich in den letzten Jahren in Zug und im Grossraum Zürich angesiedelt haben. Doch die traditionelle Schweizer Bankenwelt und die Kryptofirmen, das passt bis jetzt nicht zusammen. Start-ups mit Blockchain-Geschäftsmodellen können bei Schweizer Banken nur mit grösster Mühe Firmenkonti eröffnen. Das verunmöglicht ihnen praktisch die Geschäftstätigkeit. Die Zuger Behörden und die Promoter des Crypto Valley haben entsprechend laut für eine Lösung lobbyiert. Sie befürchteten, dass ihnen andere Standorte das Wasser abgraben könnten – namentlich Liechtenstein, das unlängst ein Blockchain-Gesetz in die Vernehmlassung geschickt hat. Mit diesem möchte das Fürstentum zum führenden Standort für das aufstrebende Blockchain-Business weltweit aufsteigen.

Zwar veröffentlichte vergangene Woche die Schweizerische Bankiervereinigung einen Leitfaden für den Umgang mit den Krypto-Kunden. Dieser soll zur Orientierung dienen im Umgang mit dem speziellen Kundensegment. Der Leitfaden ist allerdings kein verbindlicher Branchenstandard, wie die Bankiervereinigung selbst betonte. Jede Bank entscheidet weiterhin selbst, ob sie ein Konto für eine Blockchain-Firma eröffnet - oder eben nicht. Auch eine Regulierung der gesamten Kryptobranche ist noch ausstehend. Derzeit prüft eine Arbeitsgruppe des Bundes die rechtlichen Rahmenbedingungen und möglichen Handlungsbedarf. Sie will dem Bundesrat bis Ende Jahr Bericht erstatten.

Eine Lösung aus der Branche selber

Typisch für eine boomende und ungeduldige Branche: sie sucht sich selber einen Weg. Ein möglicher Lösungsansatz aus der Blockade kommt nämlich aus dem Crypto Valley selber. Die Seba Crypto AG hat laut eigenen Angaben 100 Millionen Franken Startkapital für die Realisierung einer regulierten Bank gesichert, die eine Brücke zwischen dem Krypto-Bereich und dem traditionellen Finanzgeschäft schlagen will. Seba mit Sitz in Zug will es Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen ermöglichen, auf beiden Seiten zu investieren und zu geschäften.

«Die Akteure an den klassischen Finanzmärkten schliessen die Kryptomärkte weitgehend aus, da diese Investitionen als risikoreich angesehen werden und den für Geldanlagen spezifischen Schutz durch Regulierung vermissen lassen», sagt Seba-CEO Guido Bühler. Zudem sei es für mit Kryptowährungen arbeitende Unternehmen und Anleger schwierig, Vermögenswerte aus den Kryptomärkten ins traditionelle regulierte Bankensystem zu überführen. «Mit unserer Bank wollen wir diese Lücke schliessen», sagt Bühler.

Dabei gehe Seba den «schwierigsten Weg». «Wir wollen eine Bankenlizenz der Finma erreichen», sagt Bühler. Knapp 20 Personen arbeiteten aktuell daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Unternehmen ein Gesuch für eine Bank- und Effektenhändlerbewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht einreichen kann. Die Finma bestätigt, dass mit den Vertretern von Seba bereits Vorgespräche stattgefunden haben. Die Hürden für eine Bankenlizenz sind allerdings hoch. Neben einem Mindest-Eigenkapital von 10 Millionen Franken müssen zahlreiche Hürden überwunden werden, bis die Finma grünes Licht gibt. Guido Bühler rechnet, dass es im zweiten Quartal 2019 soweit ist. Bis dann wolle Seba die Zahl der Mitarbeitenden auf rund 55 steigern.

Bekannte Namen an Bord

Dass die ambitiösen Absichten ernst gemeint sind, zeigt die Zusammensetzung des Verwaltungsrats. Als Präsident amtet der Obwaldner Andreas Amschwand, ehemaliger UBS-Spitzenmanager und aktueller Verwaltungsrat der Privatbank Julius Bär. Amschwand gab am Donnerstag bekannt, dass er im April 2019 nicht mehr für den Verwaltungsrat von Julius Bär kandidieren wird.

Ebenfalls an Bord ist Urs Zulauf. Der Anwalt und Finanzmarktexperte stand von 1983 bis 2013 im Dienst der Schweizer Banken- und Finanzmarktaufsicht, zuletzt bis Ende Januar 2013 als Stellvertreter des Direktors und Mitglied der Geschäftsleitung. Hinzu kommen der EFG-Banker Reto Kunz und Guy Schwarzenbach, Sohn des Hotel-Dolder-Besitzers Urs E. Schwarzenbach und CEO von BlackRiver Asset Management AG.

Das eingesammelte Startkapital von 100 Millionen Franken ist laut Seba-CEO Guido Bühler durch eine Reihe Schweizer und internationaler institutioneller und privater Investoren aufgebracht worden.

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