Kommentar

Eine Gebühr für die Saldobestätigung ist eine unnötige zusätzliche Belastung für Trauernde

Die Luzerner Kantonalbank geht weiter als andere Banken bei der Gestaltung von Gebühren. Behörden und Finanzindustrie sollten die Kosten senken, um eine Gebühr für Trauernde zu vermeiden.

Maurizio Minetti
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Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Die Banken haben ihre Gebühren in den letzten Jahren laufend erhöht. Was früher selbstverständlich gratis war, kostet heute Geld. Viele Gebühren sind nachvollziehbar; so macht es schlicht keinen Sinn, heutzutage telefonisch den Kontostand abzufragen, wenn man dies jederzeit kostenlos an einem Computer oder auch per Smartphone-App tun kann. Und auch Bankdokumente müssen nicht zwingend gedruckt und per Post verschickt werden. Das ist teuer und belastet die Umwelt. In diesen Fällen hat die Digitalisierung eine Vereinfachung gebracht. Wer trotzdem auf alte Muster besteht, soll dafür bezahlen.

Die Luzerner Kantonalbank ist mit ihrer neusten Preisanpassung aber einen Schritt weiter gegangen. Das grösste Finanzinstitut der Zentralschweiz erhöht den Preis für eine Dienstleistung, die man gar nicht umgehen kann. Wenn eine Person stirbt, die ein Bankkonto bei der LUKB hat, brauchen die Angehörigen nun mal eine Saldobestätigung. Für diesen Auszug – sprich für die Arbeit, die im Hintergrund anfällt – verlangt die Bank neu 120 Franken. Keine andere Zentralschweizer Kantonalbank verlangt dafür Geld – noch. Angesichts der angespannten Lage unter den Banken ist es aber denkbar, dass sie nachziehen werden.

Behörden und Finanzindustrie sind hier gefragt, mit einer Vereinfachung der Abläufe die Kosten zu senken. Damit Trauernde in den schwierigsten Stunden nicht mit einer zusätzlichen Belastung umgehen müssen.

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