Gewerbeverein
Eine Geburt ohne Wehen

Schon fast verdächtig glatt lief gestern abend die Fusion der Stadtvereinigung mit dem Gewerbeverein Solothurn ab. 41 Mitglieder der Stadtvereinigung und 68 des Gewerbevereins – wobei einige Doppelmitglieder waren – stimmten dem Zusammenschluss zur Stadt- und Gewerbevereinigung SGSo oppositionslos zu.

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Aargauer Zeitung

Wolfgang Wagmann

«Die Wirtschaftskrise wird nicht vor unseren Ladentüren Halt machen», leitete der künftige Co-Präsident Christoph Lengwiler zuerst die Generalversammlung der Stadtvereinigung ein - umso wichtiger sei es, «die Ressourcen zu konzentieren.» Auch könne man mit einer einzigen, schlagkräftigen Organisation auf Entscheidungen viel schneller reagieren. Noch-Geschäftsführer Beat Steffen präsentierte die nicht sehr aussagekräftige Halbjahres- oder Zwischenrechnung, die mit 115 000 Franken Aufwandüberschuss abschloss. Und schon flogen die roten Karten für den Fusionsbeschluss in die Höhe - und zwar alle 41.

Auch der Gewerbeverein zieht mit

Noch schneller lief die Generalversammlung des Gewerbevereins ab - notabene die letzte, die 166., die für eine lange Vereinsgeschichte steht. Der zweite Co-Präsident des neuen Gebildes, Stefan Blaser, meinte, die Zusammenarbeit habe sich schon bei der raschen Beschaffung der neuen Weihnachtsbeleuchtung sehr bewährt. Nachdem die Jahresrechnung mit einem Gewinn von 3758 Franken abgesegnet war, stimmten auch diese 69 Mitglider der Fusion unisono zu.

Auch Anwohner sind willkommen

Damit war der Weg frei für Tagungspräsident Gaston Barth. Der Leiter des städtischen Rechts- und Personaldienstes hatte einem rein formellen Akt ohne grossen Hürdenlauf vor sich. Einem Anwohner wurde auf seine Intervention mitgeteilt, dass die Anliegen der Innenstadtbewohner auch statutarisch ernst genommen würden, überdies könnten Anwohner auch Einzelmitglieder bei einem Jahresbeitrag von 50 Franken werden. Ebenfalls keine Diskussionen setzten die neuen Mitgliederbeiträge ab: Diese werden gestaffelt in vier Rayons erhoben und zwar unterschiedlich hoch nach Mitarbeitendenzahl. Die «hors Kategorie» bilden die Geschäfte in der Gurzeln- und Hauptgasse, im so genannten «Ypsilon».

Die Wahlen des Co-Präsidiums, des Vorstands und des neuen Geschäftsführers Willy Reinmann (61) verliefen ebenfalls in Minne (vgl. Kasten). Reinmann versprach sich von der neuen Vereinigung mehr Schlagkraft und Effizienz. Er will «die Befindlichkeit der Mitglieder» in einer Umfrage eruieren und die Kontakte zu Partnerorganisationen pflegen. Eine solche meldete sich mit Conrad Stampfli gleich zu Wort: Er gratulierte im Namen des Kantonalen Gewerbeverbandes KGV zur Fusion warb für die Vollmitgliedschaft, die auch den Kantonalverband einschliesst.

Der Gratulation schloss sich auch Stadtpräsident Kurt Fluri an. Angesichts der vielen Konfliktpunkte in der Stadt könne das Gewerbe allerdings nur indirekt Einfluss nehmen - da es im neu gewählten Gemeinderat nicht vertreten sei.