«Eine grosse Enttäuschung»: Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen bricht sein Schweigen

Lange blieb der Chef des Migros-Genossenschaftsbunds still in der Affäre Piller, bei der es um ungetreue Geschäftsführung und 1,7 Millionen Franken geht. Nun hat er erstmals Stellung genommen.

Benjamin Weinmann, Genf
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Fabrice Zumbrunnen, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, hat an der Affäre Piller keine Freude.

Fabrice Zumbrunnen, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, hat an der Affäre Piller keine Freude.

Ennio Leanza, KEYSTONE

Eigentlich hätte die Migros den Fall Damien Piller am liebsten schon lange abgehakt. Doch soweit ist es nicht gekommen. Im Gegenteil. Die Migros musste vergangenen November eine böse Niederlage einstecken. Bei der ausserordentlich einberufenen Vertrauensabstimmung in der Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg hatte sie die Mitglieder dazu aufgerufen, den Präsidenten Damien Piller und seine Verbündeten abzuwählen. Doch Piller gewann zur grossen Überraschung die Abstimmung.

Die Migros wirft Piller ungetreue Geschäftsführung vor, was dieser bestreitet. Es geht um 1,7 Millionen Franken und Bauprojekte von 2013 und 2014. Bisher äusserte sich Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen nicht zum pikanten Fall und seinem einstigen Förderer. Zumbrunnen arbeitete selber 16 Jahre in jener Genossenschaft und galt vor seiner Chef-Wahl am Hauptsitz in Zürich als Pillers Zögling.

Viel Lärm verursacht

In der RTS-Wirtschaftssendung «Toutes taxes comprises» sah sich Zumbrunnen nun erstmals gezwungen, zum Fall Stellung zu nehmen – und nahm zuerst Distanz: «Der Umgang mit dieser Affäre, die Fragen der Governance, liegen nicht in meiner Verantwortung, sondern in jener der Migros-Verwaltung, respektive des Audit-Komitees.»

Der ganze Fall habe grossen Lärm und Missverständnisse verursacht, sagt Zumbrunnen. Er selber kenne natürlich viele Leute in der Genossenschaft Neuenburg-Freiburg aufgrund seiner Vergangenheit, und er könne seine grosse Enttäuschung nicht verstecken. Diese sei gross. Und die Affäre habe auch das Alltagsgeschäft gestört, so Piller. Er sei aber zuversichtlich, dass es der Genossenschaft wieder gut gehen werde, unabhängig von den aktuellen Schwierigkeiten.

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