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«Mehr Geld verdienen».
Die Strategie des neuen Clariant-Chefs scheint unmissverständlich

Clariant hat mit dem neuen Grossaktionär aus Saudi-Arabien das Jahr 2018 verhalten abgeschlossen. Vor allem am Jahresende hat der Spezialchemiekonzern Schwung verloren. Nun steht ein grosser Umbau bevor.
Andreas Möckli
Kein Mann der vielen Worte: Clariant-Chef Ernesto Occhiello. (Bild: Yangx Guanyu Boao, 28. März 2015)

Kein Mann der vielen Worte: Clariant-Chef Ernesto Occhiello. (Bild: Yangx Guanyu Boao, 28. März 2015)

Er ist kein Mann der vielen Worte. Der neue Clariant-Chef Ernesto Occhiello will mit der Spezialitätenchemiefirma schlicht und einfach «mehr Geld verdienen». Er gab diese Antwort gleich zweimal anlässlich der gestrigen Präsentation der Jahresergebnisse in Zürich.

So wurde der Italiener nach dem Ausblick für das laufende Jahr gefragt und auf den schwächelnden Aktienkurs angesprochen. Occhiello hat vor rund vier Monaten Hariolf Kottmann an der Spitze von Clariant abgelöst. Kottmann ist seither Präsident des Verwaltungsrats.

Durchzogenes Jahresergebnis

Auch zum saudischen Grossaktionär Sabic war Occhiello nicht allzu viel zu entlocken. Letzten September gab Clariant bekannt, zusammen mit Sabic eine neue Geschäftseinheit namens Hochleistungswerkstoffe zu gründen. Nur zwei Wochen später wurde der saudische Journalist Jamal Khashoggi brutal ermordet. Spätestens seit dann gelten Geschäftsbeziehungen mit dem autokratischen Land als heikel. Er habe in den letzten drei Jahren nicht in Saudi-Arabien gelebt, sagt Occhiello, er könne deshalb nicht allzu viel dazu sagen. Die Beziehungen zu Sabic seien nach wie vor gut. Die Saudis halten 25 Prozent an Clariant.

Neue Firma fürs Plastikgeschäft

Clariant legt das höherwertige Geschäft der grössten Sparte Plastics & Coatings mit Teilen von Sabic zusammen. Der neue Bereich wird «High Performance Materials» heissen, zu Deutsch Hochleistungsmaterialien. Clariant bringt Produkte mit einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden Franken in die neue Einheit ein, Sabic steuert 1,9 Milliarden bei. An der operativ von Clariant geführten Firma werden die Baselbieter die Mehrheit halten und daher eine Ausgleichzahlung an Sabic leisten. Geld dafür soll der Verkauf des Rests der Sparte Plastics & Coatings einbringen, die Devestition soll bis 2020 über die Bühne gehen. Die weniger zukunftsträchtigen Teile der Sparte bringen einen Umsatz von 1,5 Milliarden. Mit dem Deal soll Clariants Portfolio nicht nur eine neue Qualität erhalten, auch die Profitabilität soll deutlich steigen. Ab 2021 soll der Umsatz auf 9 Milliarden und die Ebitda-Marge auf 20 Prozent kommen. (sda)

Die vorgelegten Zahlen des Unternehmens sind durchzogen. Vor allem am Jahresende hat Clariant an Schwung verloren. Der Umsatz stieg im gesamten Jahr 2018 zwar um 4 Prozent auf 6,6 Milliarden Franken, im letzten Jahresviertel schrumpften die Verkäufe aber um 3 Prozent. Diese Entwicklung ist jedoch auch der Wechselkursentwicklung geschuldet. Hätte der Franken nicht zu vielen Währungen aufgewertet, wären die Verkäufe im Schlussquartal um 3 Prozent gestiegen. Dies aber auch nur dank starker Preiserhöhungen.

Die abgesetzten Volumen seien zwischen Oktober und Dezember leicht zurückgegangen, sagte Finanzchef Patrick Jany. Dennoch sieht er keinen langfristigen Abwärtstrend. Vielmehr glaube er, dass sich die Entwicklung in den nächsten Monaten glätten werde.

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