Mit Sturmmaske
Eklat im «Kassensturz»: Dubioser Lieferwagen-Vermieter greift Reporter an

Gelockt wurde mit 99 Franken, die Rechnung betrug schliesslich über 600 Franken: Als die Reporter der SRF-Sendung «Kassensturz» einen Lieferwagenvermieter aus Bülach ZH mit Vorwürfen konfrontieren wollen, rastet dieser aus.

Leo Helfenberger
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Ein watson-User machte die Medien auf den dubiosen Lieferwagen-Vermieter aus Bülach aufmerksam. Nun deckt der«Kassensturz» weitere Details auf: 2013 habe R. S. (Name der Redaktion bekannt) fünf Tonnen Honig «aus der Schweiz», der aber aus dem Ausland stammte, an Aldi verkauft.

Mit niedrigen Preisen lockte R. S. im Internet seine Kunden.

Mit niedrigen Preisen lockte R. S. im Internet seine Kunden.

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Ausserdem laufe ein Verfahren wegen Drohung, Betrug, Irreführung der Rechtspflege und die Polizei ermittelt wegen mehrfachen Vergehen gegen das Waffengesetz. Die Kantonspolizei beschlagnahmte eine modifizierte Pistole des Autovermieters.

«Ich nehme Sie fest, im Namen des Volkes!»

Als die Reporter vom «Kassensturz» R. S. mit den Vorwürfen konfrontieren wollen, verschwindet er wortlos in der Wohnung. Er kommt mit aufgesetzter Sturmmaske zurück und ruft anschliessend die Polizei. «Ich nehme sie jetzt fest, im Namen des Volkes», schnauzt S. den SRF-Reporter an und hält ihn an der Hand fest.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Polizei, welche mit vier Beamten aufkreuzt, führt natürlich nicht den Fernsehmann, sondern S. selber ab. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuss. Sein Lieferwagen-Geschäft kann er vorerst weiter betreiben.