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ELFENBEIN: Elfenbeinhandel: China hält sein Versprechen

Ab Anfang 2018 ist der Handel mit Elfenbein in China gänzlich verboten. Ein «wichtiger Meilenstein» für Tierschützer, auch wenn es das «weisse Gold» auf den Schwarzmärkten weiterhin geben wird.
Felix Lee, Peking
Bis Ende 2017 will China den Handel mit und die Verarbeitung von Elfenbein verbieten. (Archiv) (Bild: KEYSTONE/EPA/ALEX HOFFORD)

Bis Ende 2017 will China den Handel mit und die Verarbeitung von Elfenbein verbieten. (Archiv) (Bild: KEYSTONE/EPA/ALEX HOFFORD)

Felix Lee, Peking

Massenandrang auf dem Pekinger Antiquitätenmarkt Liulichang: Die meisten Menschen kommen in diesen Tagen jedoch nicht so sehr wegen der alten Möbel oder Qing-Vasen, für welche die traditionelle Künstlerstrasse normalerweise bekannt ist. Sie drängen in die noch wenigen verbliebenen Geschäfte, die Elfenbein im Sortiment haben.

«Alles muss raus», sagt Verkäufer Wang. Er bietet Elfenbein als ganzes Stück an, auf anderen sind traditionelle Landschaften geschnitzt, es gibt Armreife, Ohrringe und Trinkgefässe aus dem kostbaren Material. Preisnachlässe von über 50 Prozent bietet Wang. Der Ausverkauf hat einen Grund: Der Handel und Verkauf von Elfenbein wird aufs neue Jahr hin in China gänzlich verboten – dem Land des mit Abstand weltweit wichtigsten Absatzmarktes für Elfenbeinprodukte.

Hohe Nachfrage ­ in Fernost

China hat zwar schon 1989 das Washingtoner Artenschutzabkommen gegen Elfenbeinhandel unterzeichnet. Der Handel mit den Stosszähnen der Elefanten florierte dennoch weiter in den vergangenen Jahren. Vor allem Schnitzereien und Schmuck aus Elfenbein gelten als Statussymbole. 70 Prozent des weltweit gehandelten Elfenbeins sind Schätzungen zufolge zuletzt in der Volksrepublik gelandet – mit verheerenden Auswirkungen auf den Elefantenbestand. Wilderer in Afrika sind angesichts der hohen Nachfrage in Fernost heiss darauf, Elefanten zu erschiessen, um ihnen die Stosszähne herauszuschneiden. Hat es vor 20 Jahren noch mehrere Millionen dieser Dickhäuter auf dem afrikanischen Kontinent gegeben, sind es heute wahrscheinlich nicht einmal mehr 500 000. Jedes Jahr fallen rund 20 000 Elefanten der illegalen Jagd zum Opfer.

Entsprechend gross ist der Jubel unter Artenschützern. Es sei zwar davon auszugehen, dass der Schwarzhandel mit Elfenbein weitergehen werde, sagt Zhou Fei von der Tierschutzorganisation Traffic. Aber dass der Verkauf nun offiziell verboten ist, bezeichnet der Tierschützer dennoch als «Meilenstein». Elfenbein gelte nun nicht mehr länger als prestigeträchtig. «Wenn es gelingt, den Handel in China zu stoppen, wäre das ein wichtiger Etappensieg für den Elefantenschutz», sagt auch Katharina Trump, Expertin für Wildartenkriminalität beim WWF Deutschland.

Tatsächlich ändert sich das Tierschutzbewusstsein in China derzeit. Nach einer Umfrage im Auftrag von WWF und Traffic haben 45 Prozent der Befragten in der Vergangenheit schon einmal Produkte aus Elfenbein erworben. Eine grosse Mehrheit der Befragten befürwortet nun aber das Verbot. 86 Prozent gaben an, sie fänden das Verbot des Handels mit Elefantenstosszähnen und Produkten daraus positiv.

Gefahr droht nun allerdings aus einer anderen Ecke. Barack Obama hatte in seiner Amtszeit als US-Präsident die Einfuhr von Elfenbein und Trophäen anderer vom Aussterben bedrohter Tierarten in die USA verboten. Der amtierende US-Präsident Donald Trump hob das Verbot Mitte November wieder auf. Erst auf Druck von Naturschützern machte Trump die Entscheidung wieder rückgängig – und auch nur «vorläufig», wie er betonte. «Dieses Hin und Her ist ein falsches Zeichen», sagt Zhou Fei. Die Wilderer würden sich bestätigt fühlen.

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