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Bei der Garage Galliker in Kriens kommt es zum Generationenwechsel

Gabriel Galliker hat von seinem Vater Emil die Geschäftsführung der Garage-Galliker-Gruppe übernommen. Er sagt, warum Grösse zum entscheidenden Faktor wird im Schweizer Garagen-Markt.
Maurizio Minetti
Gabriel Galliker (42, links) und sein Vater Emil (66).Bild: Pius Amrein (Aarburg, 5. Februar 2019)

Gabriel Galliker (42, links) und sein Vater Emil (66).
Bild: Pius Amrein (Aarburg, 5. Februar 2019)

Die Garage-Galliker-Gruppe ist ein Paradebeispiel für einen Familienbetrieb. Patron Emil Galliker betont im Gespräch mit unserer Zeitung unentwegt, wie wichtig alle Familienmitglieder für das Krienser Unternehmen sind: «Die beiden Töchter, die beiden Söhne, zwei Schwiegersöhne und meine Gattin arbeiten im Betrieb», sagt der 66-Jährige.

Sein ältester Sohn, der 42-jährige Gabriel Galliker, hat nun per Anfang Jahr die Geschäftsleitung der Garagen-Gruppe von seinem Vater übernommen. Der jüngere Sohn Matthias ist zum stellvertretenden CEO aufgestiegen. Beide Männer haben wie der Vater eine Lehre zum Automechaniker absolviert und kennen das Geschäft schon seit zwanzig Jahren.

Konsolidierung im Gang

Komplett zur Ruhe setzen will sich der Firmengründer aber nicht. «Ich bleibe Verwaltungsratspräsident und arbeite in einem Teilzeitpensum weiter», sagt Emil Galliker. Künftig werde er sich um Bauprojekte der Garagen-Gruppe kümmern und im ­Finanzbereich aushelfen. Seine Frau Vreni, die bislang in der Buchhaltung mithalf, gibt diese Aufgabe grösstenteils weiter. Die Töchter Marianne und Christine führen nach wie vor die Finanz- und Personalbereiche. Selbst­redend, dass die Firmengruppe auch nach dem Wechsel an der operativen Spitze in der Hand der Familie Galliker bleibt.

Emil Galliker hat das Unternehmen 1982 zunächst als Datsun-Vertretung gegründet. Der damals 28-jährige Lastwagenmechaniker gründete mitten in Luzern an der Moosstrasse die Autoro AG, die zu Beginn rund zehn Mitarbeiter beschäftigte. Später entwickelte sich die Firma zu einer Mehrmarken-Garage: Heute vertritt die Galliker-Gruppe elf Marken, darunter Renault, Peugeot, Mazda oder Citroën. Im Jahr 2000 erfolgte nach der Übernahme einer Citroën-Garage die Verlegung des Betriebs von Luzern nach Kriens. Mittlerweile beschäftigt die Firmengruppe schweizweit an 16 Standorten 330 Personen, davon rund die Hälfte im Kanton Luzern. Weitere Ableger hat Galliker in den Kantonen Aargau, Solothurn, Obwalden und Bern. Allein in Kriens arbeiten rund 100 Angestellte.

Zum Geschäftsgang lässt sich der Firmengründer kaum Zahlen entlocken. Bekannt ist, dass das Unternehmen inklusive Vertreternetz pro Jahr bis zu 9000 Autos verkauft. Angaben zum Umsatz macht Emil Galliker aber nicht. «Das könnte vom einen oder anderen Mitbewerber missverstanden werden», sagt er und verweist mit dieser Aussage auf den umkämpften Schweizer Garagen-Markt.

Tatsächlich hat sich die Konsolidierung in den letzten Monaten verschärft: Grosse Garagen-Gruppen schlucken kleinere Betriebe, die mit den erhöhten Anforderungen der Automarken nicht Schritt halten können. «Grösse wird zum entscheidenden Faktor», bestätigt der neue CEO Gabriel Galliker. Die Garagen-Gruppe ist denn auch stark gewachsen in den letzten Jahren, zuletzt kam im Herbst die Garage Imholz in Ebikon hinzu. «Die Konsolidierung wird sicher weitergehen», meint Gabriel Galliker. Sein Unternehmen sieht er dabei gut aufgestellt: «Wir haben mittlerweile eine Grösse erreicht, die es uns erlaubt, gegenüber den Importeuren selbstbewusst aufzutreten.» In anderen Worten: Die Galliker-Gruppe gehört zu den Gewinnern der Konsolidierung.

Elektroauto-Markt erst am Anfang

Allerdings spürt auch Galliker die Veränderungen im Markt. «Die Vorgaben der Importeure werden immer strenger, es braucht mehr Qualitätsprüfungen und es wird uns zum Teil auch vorgeschrieben, wie wir die Autos im Showroom zu präsentieren haben», erklärt Gabriel Galliker. Auch die Digitalisierung hinterlasse Spuren: «Wenn die Kunden in unseren Showroom kommen, wissen sie meistens ganz genau, was sie wollen. Viele kennen bereits die technischen Details, die sie von ihrem zukünftigen Fahrzeug erwarten», sagt er. Entsprechend investiere man vermehrt in digitale Medien, um Kunden anzusprechen.

Eine weitere grosse Veränderung im Markt ist der Elektroauto-Boom. Weil solche Autos weniger Verschleissteile haben, könnten Garagen langfristig weniger zu tun haben. In diesem Bereich sieht sich Galliker aber gut aufgestellt. Für die französische Automarke Renault betreibe man eines der Schweizer Elektro­auto-Kompetenzzentren. «Renault verkauft nach Tesla am meisten Elektroautos in der Schweiz», sagt Gabriel Galliker. Der neue CEO sieht den Markt für Elektroautos aber noch im Anfangsstadium: «Erst drei Prozent der neuen Autos haben einen Elektroantrieb. Der Durchbruch wird erst erfolgen, wenn es zehn Prozent sind.»

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