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EMMEN: Also weiter auf Wachstumskurs

Der europaweit tätige IT-Logistiker legt erneut ein Rekordjahr hin. Auch Also Schweiz konnte beim Umsatz zulegen. Nun hebt der Konzern die mittelfristigen Wachstumsziele an.
Maurizio Minetti
CEO Gustavo Möller-Hergt präsentierte gestern die wachsenden Umsatzzahlen von Also. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 23. Februar 2018))

CEO Gustavo Möller-Hergt präsentierte gestern die wachsenden Umsatzzahlen von Also. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 23. Februar 2018))

Maurizio Minetti

Als Gustavo Möller-Hergt ein kleiner Bub war, nahm ihn sein Onkel, der Rinderzüchter war, oft mit auf Wanderschaft. Wenn es galt, mit der Rinderherde im peruanischen Amazonasgebiet den Fluss zu überqueren, pflegte sein Onkel eine Kuh zu schlachten, um die Piranhas auf die andere Seite des Flusses zu locken und schneller vorwärtszukommen. «Damals habe ich gelernt: Die Schnellen sind diejenigen, die die Welt erobern», sagte der Also-CEO gestern an der Bilanzmedienkonferenz in Emmen.

Auch der Konzern, den Möller-Hergt seit sieben Jahren lenkt, zeichnete sich in der jüngeren Vergangenheit durch schnel­- les Vorwärtskommen aus. Der Deutschperuaner erklärte in seiner gewohnt lässigen Art, wie der IT-Grosshändler in den letzten Jahren Rekord um Rekord gebrochen hat. In einem Wahnsinnstempo hat Also nicht nur den Umsatz über Jahre hinweg erhöht, sondern auch die Profitabilität laufend verbessert. Der Aktienkurs ist kontinuierlich gestiegen, und die Aktionäre werden Jahr für Jahr mit einer steuerbefreiten Ausschüttung belohnt.

Ein turbulentes Jahr in der Schweiz

Also legte zum siebten Mal in Folge ein Rekordergebnis vor. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen den Gesamtumsatz um 11,4 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn wuchs ähnlich schnell (siehe Tabelle im Bild). Der Konzerngewinn in der Höhe von 92,5 Millionen Euro scheint im Verhältnis zum Milliardenumsatz zwar tief. Diese Diskrepanz hat allerdings damit zu tun, dass im IT-Grosshandel traditionell grosse Volumen umgesetzt werden, während die Margen klein sind. Das gilt für die meisten IT-Grosshändler, aber eben für Also etwas weniger. Obwohl der Druck im Markt in den letzten Jahren eher gestiegen ist, schaffte es Also, den Konzerngewinn über die letzten fünf Jahre um fast 85 Prozent zu steigern.

Man muss tief im Geschäftsbericht wühlen, um rückläufige Zahlen zu erkennen. Im Marktsegment Zentraleuropa, das Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz umfasst, reduzierte sich der Gewinn auf Stufe EBT um 4,4 Prozent auf 86,7 Millionen Euro. Das hat allerdings vor allem mit einem starken Personalwachstum in Frankreich und mit anderen Investitionen zu tun. Auf Stufe Ebitda gelang es dem Konzern in Zentraleuropa, den Gewinn mit 107,6 Millionen Euro stabil zu halten. Zum Vergleich: Die Analysten von Vontobel hatten bei diesem Wert mit einem Rückgang von 7 Prozent gerechnet.

Der Umsatz in Zentraleuropa stieg um 8,9 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Bei Also Schweiz stieg der Umsatz letztes Jahr um rund 8 Prozent auf 918,4 Millionen Euro. Wächst das Unternehmen im ähnlichen Tempo weiter, könnte Also Schweiz dieses Jahr die Milliardenmarke erreichen. Für Finanzchef Ralf Retzko ist das allerdings nicht relevant: «Wir wollen vor allem nachhaltig und profitabel wachsen», sagte der CFO, ohne Angaben zur Entwicklung des Gewinns im Heimmarkt zu machen.

2017 war für Also Schweiz ein ereignisreiches Jahr: Das Emmer Unternehmen hat letztes Jahr unter anderem die Geschäftssoftware SAP eingeführt, die Betreuung des Zentrallagers von Media-Markt übernommen und die Bachmann Mobile Kommunikation AG aus Stans vollständig integriert. Die 85 Bachmann-Angestellten arbeiten ab Mitte 2018 in Emmen. Auf der anderen Seite musste Also hierzulande aber auch Stellen streichen. Wie unsere Zeitung berichtete (Ausgabe vom 17. November 2017), hat Also in Emmen im Herbst laut verschiedenen Quellen rund 30 Personen entlassen, unter ihnen viele ältere Mitarbeiter. Also hat diese Zahl allerdings nie bestätigt. Derzeit beschäftigt Also in Emmen schätzungsweise 300 bis 400 Personen.

Höhere Dividende für die Aktionäre

Nun hat Also die mittelfristigen Wachstumsziele noch einmal angehoben: Der Konzern rechnet mit einem Nettoumsatz von 10 bis 14 Milliarden Euro (bislang ging man von 9 bis 12 Milliarden Franken aus) und einer Ebitda-Margenspanne von 2,1 bis 2,6 Prozent (zuvor lag diese zwischen 2 und 2,5 Prozent).

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat eine Ausschüttung aus Reserven aus Kapitaleinlagen in der Höhe von 2.75 Franken pro Aktie vor. Das entspricht einer Erhöhung um 22,2 Prozent und ist die sechste Steigerung in Folge. Haupteignerin von Also ist die Düsseldorfer Droege Group mit einem Aktienanteil von 51,3 Prozent.

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