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EMMEN: Also will profitabler werden

Das IT-Logistikunternehmen Also legte 2016 einen Gewinnsprung hin. Für die nächsten paar Jahre hat sich CEO Gustavo Möller-Hergt sportliche Ziele gesetzt.
Rainer Rickenbach
Also-CEO Gustavo Möller-Hergt (links) und sein Finanzchef Ralf Retzko gestern in Emmen. Bild: Alexandra Wey/Keystone (23. Februar 2017)

Also-CEO Gustavo Möller-Hergt (links) und sein Finanzchef Ralf Retzko gestern in Emmen. Bild: Alexandra Wey/Keystone (23. Februar 2017)

Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch

Ein einzelnes Ereignis wie zum Beispiel die Präsentation von guten Jahreszahlen bildet für Also-Chef Gustavo Möller-Hergt noch keinen Höhepunkt im Geschäftsleben. «Der ständige Prozess ist das Highlight, nicht ein Event. Die Arbeit, die wir täglich leisten», sagte er.

Folgerichtig hielt sich der temperamentvolle Peruaner nicht sklavisch an die Geschäftszahlen, als er gestern in Emmen das Jahresergebnis vom vergangenen Jahr den Journalisten, Analysten und Investoren vorstellte. Die Zahlen boten ihm meist nur Anlass, die grösseren Zusammenhänge in der Welt mit IT-Distribution und Serviceleistungen zu skizzieren.

Mehr Umsatz und deutlich mehr Gewinn

Dabei lassen sich die Zahlen des zurückliegenden Jahres durchaus sehen. Den Umsatz steigerte das europaweit drittgrösste IT-Distributionsunternehmen um 2,5 Prozent auf 8 Milliarden Euro (8,56 Milliarden Franken). Der Konzerngewinn schoss um knapp ­einen Drittel auf 83,2 Millionen Euro (89 Millionen Franken) in die Höhe. Der Gewinnvergleich mit dem Vorjahr ist freilich heikel, weil 2015 besondere Abschreibungen und Sonderkosten anfielen. Trotz der Einschränkung: Das Firmenwachstum ist gegen den Trend, denn der Gesamtmarkt ist 2016 um 0,9 Prozent geschrumpft.

Der Löwenanteil des Umsatzes entfällt auf die Distribution – also den Kauf und Verkauf von IT-Produkten. Geschäftspartner an beiden Enden sind andere Unternehmen. Mit dieser heute margenschwachen Sparte ist Also gross geworden, sie trug 6,2 Milliarden zum Umsatz bei. Der Rest entfällt auf die Bereiche Solutions und Services – zwei Sparten mit verlockendem Gewinnpotenzial, die für Möller-Hergt bei der mittelfristigen Strategie eine wichtige Rolle spielen. Ihm schwebt vor, dass Solutions und Services in ein paar Jahren 25 bis 40 Prozent zum Umsatz beisteuern. Der Konzernumsatz soll in dieser Zeit auf 9 bis 12 Milliarden Euro klettern. Das Wachstum soll sich einerseits organisch und andererseits durch weitere Firmenzukäufe vollziehen. Möller-Hergt: «Es ist nicht so, dass die Übernahmekandidaten Schlange stehen.» Gekauft werde, wenn sich gute Gelegenheiten ergäben.

«Im Distributionsgeschäft ist die Marge klein und die Kundenbindung gering. In den anderen beiden Sparten ist die Marge gut und die Kundenloyalität stark», sagte Möller-Hergt. Die Aussichten für Solutions und Services sind zumindest für das Schweizer Geschäft viel versprechend: Schon heute lassen grosse Elek­tronikhändler wie MElectronics ihren Onlinehandel über Emmen abwickeln. Dieses Jahr stösst Media-Markt Schweiz hinzu, auch er richtet bei Also ein eigenes Lager ein. Die Schweizer Smartphone-Grössen Salt, Sunrise und Swisscom sind ebenfalls Kunden bei Also. Von Swisscom sind sogar Mitarbeiter in den Also-Hallen am Werk, sie versorgen Smartphones mit speziellen Softwares, die zum Beispiel für Kunden aus der Bankbranche bestimmt sind. Sieben von zehn in der Schweiz verkauften Handys haben zuvor in Emmen Station gemacht. Dort und in Stans beschäftigt Also 450 Mitarbeitende, weltweit sind es 3524 Personen.

Die Firma legte im vergangenen Jahr in der Schweiz um stolze 6 Prozent zu. «Der SNB-Entscheid zur Aufhebung der Euro-Untergrenze vor zwei Jahren war ein grosser Schock für uns. Doch unsere Mannschaft reagierte hervorragend. Im Bereich Services erhielten wir in den letzten paar Wochen einige weitere Aufträge, das Schweizer Geschäft entwickelt sich prächtig», schwärmte Möller-Hergt. Also ist in 15 europäischen Ländern tätig. So ziemlich jedes Jahr gilt einer dieser Märkte als Sorgenkind. Möller-Hergt: «Wir haben jedes Mal eine Lösung gefunden und das Problem abhaken können.» Für dieses Jahr rechnet die Konzernführung mit einem stärkeren Anstieg beim Gewinn als beim Umsatz.

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