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EMMENBRÜCKE: Mehr Glanz für Swiss Steel

Der Stahlhersteller Swiss Steel hat mit dem Bau eines neuen Ofens begonnen. Für die Verantwortlichen ist das ein klares Bekenntnis zum Standort.
Maurizio Minetti
Prominente Gäste beim gestrigen Spatenstich in Emmenbrücke: (von links nach rechts) Peter Bucher, Baubeauftragter Stadt Luzern, Dieter Brandstätter, Andritz Maerz, Clemens Iller, CEO Schmolz + Bickenbach, Ulrich Gössling, Morgardshammar AB, Urs Dickerhof, Gemeinderat Emmen, und Carlo Mischler, CEO Swiss Steel. (Bild: Dominik Wunderli)

Prominente Gäste beim gestrigen Spatenstich in Emmenbrücke: (von links nach rechts) Peter Bucher, Baubeauftragter Stadt Luzern, Dieter Brandstätter, Andritz Maerz, Clemens Iller, CEO Schmolz + Bickenbach, Ulrich Gössling, Morgardshammar AB, Urs Dickerhof, Gemeinderat Emmen, und Carlo Mischler, CEO Swiss Steel. (Bild: Dominik Wunderli)

Maurizio Minetti

Clemens Iller meldete Bedenken an, ob bei dieser Eiseskälte der Spatenstich gelingen würde. «Ich hoffe, Sie haben die Erde gut aufgelockert», sagte der Konzernchef des Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach an die Adresse von Carlo Mischler, CEO der Schweizer Tochtergesellschaft Swiss Steel. Der schweizerisch-deutsche Stahlproduzent hatte zum Spatenstich geladen für die grösste Investition seit fast 40 Jahren am Standort Emmenbrücke.

Drei Jahre lang habe das Schweizer Management Druck gemacht, um grünes Licht für die Investition zu erhalten, erzählte Iller. Schliesslich habe die Konzernleitung die Vorteile eingesehen und die Investition in Höhe von 49 Millionen Franken bewilligt. Das war vor einem Jahr (Ausgabe vom 10. März 2017). Zur Einordnung: Der weltweit tätige Stahlhersteller budgetiert für solche Modernisierungen pro Jahr lediglich 100 Millionen Euro. Oder wie es Konzernchef Iller formulierte: «Das ist ein grosser Schluck aus der Pulle.» Swiss Steel errichtet in Emmenbrücke einen neuen Hubbalkenofen sowie zwei neue Garrett-Haspeln.

Für Laien ist es gar nicht so einfach zu verstehen, was in der neuen Ofenhalle mit dem Stahl genau gemacht wird. Vereinfacht gesagt werden dort in einem Durchlaufofen Stahlknüppel erwärmt. Im Walzwerk wird daraus Draht gewalzt. Dieser wird danach spiralförmig zu Ringen aufgewickelt. Der neue Ofen kann grössere Knüppel aufnehmen und erlaubt höhere Ringgewichte. Das Gewicht dieser Ringe kann von bisher 1,8 Tonnen auf über 2,2 Tonnen erhöht werden, später bis auf 2,5 Tonnen.

Das Produktionspotenzial für solche Speziallangstähle wird damit um rund 8 Prozent erhöht. Diese Art von Stahl wird vor allem von Firmen aus der Autoindustrie sowie aus dem Maschinen- und Apparatebau nachgefragt. Hauptabsatzmärkte sind Deutschland, Italien und Frankreich. Die seit 1980 bestehende Halle wird um insgesamt 140 Meter verlängert und mit einem ­neuen Ofen des österreichischen Herstellers Andritz ausgestattet. Ende 2019 wird die neue Anlage voraussichtlich in Betrieb gehen – gemäss Mischler ein «sportlicher» Plan. Der Vollbetrieb ist für Ende 2020 vorgesehen. Es werde eine der modernsten Installationen weltweit sein, sagten die Verantwortlichen.

Bedeutender Arbeitgeber in der Gemeinde Emmen

Mit dieser Investition könne Swiss Steel in Zukunft die hohen Marktanforderungen erfüllen und den Energieverbrauch deutlich senken, hiess es gestern. Die überschüssige Abwärme des Walzwerks wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Er sei «recht stolz, dass wir gleichzeitig einiges für die Umwelt machen», sagte Iller dazu. «Wir geben uns Mühe, dieser Industrie, die den Ruf hat, altmodisch zu sein, etwas mehr Glanz zu verleihen.»

Swiss-Steel-Chef Carlo Mischler sprach von einem «klaren Bekenntnis zum Standort Emmenbrücke». Durch die Investition sei langfristig die Wettbewerbsfähigkeit von Swiss Steel gesichert. Insgesamt arbeiten derzeit in Emmenbrücke beim Stahlwerk Swiss Steel, dem Logistiker Panlog und dem Verarbeiter Steeltec 740 Personen. In der seit 2015 im Luzerner Tribschenquartier bestehenden Konzernzentrale sind weitere 60 Angestellte tätig.

In der Gemeinde Emmen weiss man diesen bedeutenden Arbeitgeber zu schätzen. Finanzvorsteher Urs Dickerhof (SVP) sagte, die Emmer seien «stolz auf ihre Industrie». Mit der neuen Investition gehe die über 175-jährige Geschichte des Stahlwerks weiter. Der Standort in der Emmenweid sei hoffentlich für viele, viele Jahre gesichert, sagte Dickerhof und griff danach zur Schaufel. Beim Spatenstich ging dann alles reibungslos vonstatten. Die Schaufeln bohrten sich scheinbar mühelos in den Boden. Peter Abegglen, Leiter Strategische Projekte bei Swiss Steel, hatte vorgesorgt: Schon am Vorabend liess er ein kleines Heizhäuschen aufstellen, um das Erdreich aufzuwärmen.

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